Dachau/Baulandentwicklung

Eine bezahlbare Wohnung finden

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Mathias Reitberger, Fachanwalt für Verwaltungsrecht, hat die Stadt bei der Erstellung der Grundsätze der Baulandentwicklung beraten. 

Dachau -  Die expandierende Kommune Dachau stellt der Öffentlichkeit Grundsätze zur Baulandentwicklung und sozialgerechter Bodennutzung vor.

Der Siedlungsdruck in Dachau ist enorm: Um 15,5 Prozent wird der Landkreis nach den Prognosen des Bayerischen Landesamts für Statistik bis zum Jahr 2036 im Vergleich zum Jahr 2016 wachsen – und ist damit bayernweiter Spitzenreiter. Die Folgen des Bevölkerungszuwachses: Die Kommunen müssen immer mehr Geld für die Infrastruktur ausgeben und für Normalverdiener wird es immer schwieriger, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Die Stadt Dachau hat deswegen Grundsätze zur Baulandentwicklung und zur sozialgerechten Bodennutzung aufgestellt. „Es geht darum, Großinvestoren an den Kosten zu beteiligen“, sagte Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) bei einer öffentlichen Vorstellung der Regelung. Der „normale Häuslebauer“ dagegen sei nicht betroffen, die Regelungen gelten erst bei einer Geschossfläche ab 500 Quadratmetern. Sie werden beispielsweise bei den Bauprojekten am MD-Gelände und im Augustenfeld angewandt. Voraussetzung für die Anwendung ist, dass durch Bauleitplanung neues Baurecht geschaffen wird. „Der Planbegünstigte soll die Lasten für soziale Infrastruktur, die durch die Bebauung entstehen, mittragen“, erklärte Mathias Reitberger, der die Stadt Dachau als Anwalt für Verwaltungsrecht zum Thema beraten hat. Pro Quadratmeter zugelassener Geschossfläche müssen Investoren künftig 78,73 Euro zahlen. Das Geld wird dann zum Beispiel für den Bau von Kindertagesstätten verwendet. Außerdem müssen 30 Prozent der Flächen für den geförderten Wohnungsbau genutzt werden. 20 Prozent werden für Mieter mit geringem Einkommen reserviert. „Entweder der Investor tritt die Flächen an die Stadt ab oder er realisiert selbst eine soziale Vermietung für mindestens 25 Jahre“, betonte Reitberger. Die anderen zehn Prozent werden im Rahmen eines Einheimischenmodells verkauft. Der Preis der Wohnungen liegt dabei rund 20 Prozent unter dem durchschnittlichen Verkaufswert von neuen Eigentumswohnungen in Dachau. Bewerber dürfen maximal ein jährliches Einkommen von 45000 Euro pro Person haben und ihr Vermögen darf 40 Prozent des Preises der Wohnung nicht übersteigen. „Und sie müssen die Wohnung mindestens 15 Jahre selbst nutzen“, erläuterte Reitberger. Er ist optimistisch, dass der Plan funktioniert: „Ich gehe davon aus, dass die Wohnungsengpässe wenigstens ein bisschen gemindert werden.“

cla

Quelle: Dachauer Rundschau

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