Warnstreik

Dach

au (rds) Zu einem ersten Warnstreik hatte die Gewerkschaft Verdi am vergangenen Montag zwischen 6 und 16:30 Uhr das Pflege- und Therapeutenpersonal am AmperKlinikum Dachau aufgerufen. Um 10 Uhr gab es eine Kundgebung. Verdi sprach von 150 Teilnehmern, stellvertretender Klinikvorstand Richard Wentges von „kläglichen 50“ (von über 1000 Beschäftigten).“ 27 waren Pflegekräfte (unter fünf Prozent). Verdi fordere zwölf Prozent, mindestens 300 Euro mehr und für Gewerkschaftsmitglieder drei Tage Sonderurlaub. Die Arbeitgeber boten dagegen drei Prozent, was Verdi schon nach der zweiten Verhandlungsrunde mit dem Warnstreik beantwortete. In einer anderen Klinik des Rhön-Klinken-Konzerns schloss Verdi heuer bereits unter vier Prozent ab. Der Marburger Bund der Klinik-Ärzte stimmte vier Prozent zu. Die AmperKliniken zahlen den Pflegekräften seit Beginn des tariflosen Zustands am 1. Januar 2009 freiwillig 150 Euro mehr. Doch ungewöhnlich, so Wentges, sei, dass Verdi den Tarifvertrag zwar vor einem Dreivierteljahr kündigte, der Aufforderung, in Tarifverhandlungen einzutreten, jedoch ablehnte. Begründung: Erst brauche Verdi mehr Mitglieder. In der Zentrale des Deutschen Gewerkschaftsbundes in München, zu dem Verdi gehört, war nach 16:30 Uhr Feierabend. Man solle am nächsten Tag wieder anrufen, sagte ein Anrufbeantworter. Doch dem stand der Redaktionsschluss der DACHAUER RUNDSCHAU entgegen. Also fragte unser Reporter Klinikmitarbeiter. Hier wurde ihm aus Angst um den Arbeitsplatz unter der Auflage, nur ja keinen Namen zu nennen, gesagt: „Eigentlich geht es um mehr Pflegekräfte, damit wir endlich die Patienten wieder richtig pflegen können. Dafür würden wir sogar auf ein paar Euro verzichten.“ Man arbeite schon an der äußersten Grenze. Außerdem seien die Streikenden mit Hausverbot belegt und von Klinik-Direktor Uwe Schmid mit Abmahnungen und Entlassungen bedroht worden. Aufgrund sofortiger Rückfrage bei Richard Wentges, wies dieser das aufs Schärfste zurück. „Ich war auch dabei. Wir würden so etwas Dummes nie sagen. Wir haben die Demonstranten nur darauf hingewiesen, dass das Landratsamt die genehmigte Demonstration auf außerhalb des Klinikgeländes an die Hochstraße verwiesen hat.“ Zwei Verdi-Vertreter durften trotzdem weiter vor dem Haupteingang ihre Prospekte verteilen.

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