Polizeibeamte halten Vortrag im Stadtrat.

Keine freiwilligen Polizeihelfer in Dachau und Umgebung

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Sie informierten den Stadtrat über das Prinzip von Sicherheitswachten: Polizeidirektor Thomas Rauscher (links) und sein Kollege Michael Ertl aus Freising.

Dachau  - Der Dachauer Polizeidirektor Thomas Rauscher hält den Einsatz von Hilfskräften nicht für notwendig. Die Sicherheitslage in der Amperstadt sei gut.

Das Prinzip einer Sicherheitswacht erläuterte Polizeidirektor Thomas Rauscher zusammen mit seinem Freisinger Kollegen Michael Ertl in der letzten Stadtratssitzung. Dies geschah auf Antrag der ÜB-Fraktion. In Freising, Nürnberg, Ingolstadt und Deggendorf wird eine Sicherheitswacht bereits erprobt. „In Dachau ist die Polizei skeptisch“, sagte Rauscher. Nicht zuletzt deshalb, weil die Sicherheitslage in Dachau gut sei.

In Freising gibt es sechs Interessenten

Polizeihauptkommissar Michael Ertl koordiniert seit 2010 eine Sicherheitswacht in Freising. „Anfangs haben sich viele Interessenten gemeldet, davon sind sechs übrig geblieben“, berichtet Ertl. Durchschnittlich sollten die Sicherheitskräfte 15 Stunden monatlich zur Verfügung stehen und sie bekommen acht Euro pro Stunde. Gertrud Schmidt-Podolski (CSU) äußerte Bedenken, dass Bewerber aus der rechten Szene dabei sein könnten.

Bewerber werden sorgfältig ausgesucht

„Wir schauen schon genau hin“, beruhigte Rauscher. „Die Freiwilligen müssen Fingerspitzengefühl zeigen, eine abgeschlossene Schul- oder Berufsausbildung sowie einen guten Leumund nachweisen.“ Bewerben könnten sich Frauen und Männer zwischen 18 und 60 Jahren. Es gebe bereits zwei Interessenten aus Dachau und Karlsfeld. Nach einer 40stündigen Ausbildung könnten die Sicherheitswächter, immer zu zweit und ausgestattet mit Funkgerät und Reizstoffspray, auf Streife gehen. Statt Uniform gibt es eine blaue Jacke mit der Aufschrift „Sicherheitswacht“.

Keine messbaren Ergebnisse

Die Bedenken von Sören Schneider (SPD), ob es Nachteile für die Polizei gebe oder sie gar überflüssig werde, konnte Rauscher zerstreuen. Die Sicherheitswacht sei keine Hilfspolizei. Hauptaugenmerk solle auf der Bekämpfung von Straßenkriminalität, Vandalismus und Sachbeschädigung liegen. Das Sicherheitsgefühl der Bürger solle so gestärkt werden und potenzielle Straftäter abschrecken. Die Frage von Schmidt-Podolski, ob es dazu messbare Ergebnisse gebe, verneinte Rauscher. Anke Drexler (SPD) befürchtete, dass Lücken bei der Polizei aus Sparmaßnahmen mit Ehrenamtlichen aufgefüllt werden könnten.

Kommunaler Ordnungsdienst ist besser geeignet

ÜB-Stadträtin Ingrid Sedlbauer könnte sich eine Sicherheitswacht gut vorstellen. Zum Beispiel auf Spielplätzen, Grünanlagen oder am Bahnhof. „Dafür ist der kommunale Ordnungsdienst besser geeignet“, sagte Rauscher, dieser könne dort nach Bedarf eingesetzt werden. Wenn es nach der Mehrheit der Stadträte geht, wird es in absehbarer Zeit wohl keinen Einsatz einer Sicherheitswacht in Dachau und dem Landkreis geben.

roc

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