Dachau/ Bedienstetenwohnungen

„Wahnsinnig unwirtschaftlich"

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Der Baugrund an der Ludwig-Thoma-Straße 6 ist begrenzt.

Dachau- Im Bauausschuss setzte die CSU-Fraktion den Bau eines Wohnhauses für städtische Bedienstete an der Ludwig-Thoma-Straße durch.

In der Hoffnung, dass die Stadt Dachau für ihre Bedienstete ein attraktiver Arbeitgeber bleibe, forderte die CSU auf dem städtischen Grundstück an der Ludwig-Thoma-Straße 6 ein Wohnhaus mit sechs Wohneinheiten für städtische Bedienstete zu errichten. In der Bauausschusssitzung betonte August Haas (Zweitstimmenkandidat der CSU für die Landtagswahl): „Wir wollen, dass dort Wohnungsbau geschieht. Aus eigenem Bestand für unsere eigenen Leute!“ Stadtrat Kai Kühnel (Bündnis für Dachau) hingegen forderte Haas auf, seinen Wahlkampf zu beenden. Vielmehr solle er sich dafür einsetzen, falls er ins Maximilianeum einziehe, dass in Dachau mehr Arbeitsplätze geschaffen werden sollten. Das würde die Probleme des Pendlerverkehrs überflüssig machen und die Wohnungssituation in Dachau entspannen. Die Polemik Kühnels machte deutlich, dass die Diskussion über den Bau der Bedienstetenwohnungen gegensätzlich verlief. Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) gab zu bedenken, dass das Grundstück mit einer Gesamtfläche von 395 Quadratmetern viel zu klein sei, um drauf ein Wohnungsgebäude zu errichten, das tatsächlich die Wohnungsnot lindere. Denn die entstehenden Wohnungen seien viel zu wenige und viel zu klein und auch für Familien nicht geeignet. Um die erforderlichen Auto-Stellplätze zu schaffen, müsse eine Triplex-Garage gebaut werden. Diese sind so teuer, dass die Baumaßnahme in keinem Kosten-Nutzen-Verhältnis zum Bauprojekt stehe, betone Hartmann. „Wen wollen wir mit dieser Wohnung beglücken“, fragte Hartmann. Familien sicher nicht. Deshalb sollte es Ziel der Stadt sein, besser größere Projekte in Angriff zu nehmen. Kühnel schlug vor, die kleinen Wohnungen doch als Unterkünfte für Obdachlose zu nutzen, und Sören Schneiders unterstützte den Oberbürgermeister, als er warnte, dass der Bau „wahnsinnig unwirtschaftlich“ sei. Trotz der Einwände konnte sich der CSU-Antrag durchsetzen. Der scheidende Bauamtsleiter Michael Simon gab zum Abschluss zu Bedenken, dass trotz bestmöglicher Planung der sechs Wohneinheiten das Grundstück nicht größer werde.

kog

Quelle: Dachauer Rundschau

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