Der Widerstand gegen den Flughafenausbau in München geht weiter

Auch die Überparteiliche Wählergemeinschaft Haimhausen e. V. war auf der Demonstration vertreten. Foto: pri

Haim

hausen/München (red) Bei der Großdemonstration gegen die dritte Start- und Landebahn, zu der sich etwa 10 000 Menschen auf dem Münchner Marienplatz versammelt hatten, wurde der Münchener Oberbürgermeister Christian Ude wegen seiner strikten Befürwortung der Ausbaupläne am „Münchner“ Flughafen angegriffen und ausgebuht. Dieser liegt aber nun mal nicht mehr in München, daran erinnerte Freisings Oberbürgermeister Dieter Thalhammer die anwesenden Münchner Bürger als er auf dem Podium stand: „Warum wollt Ihr uns zumuten, was für Euch unzumutbar war? Mit Eurem Flughafen leben wir seit 1992, aber damit muss es gut sein. Seid gute Nachbarn und bremst Eure Politiker, wenn denen vor lauter Flughafen die Bodenhaftung fehlt“. Großen Beifall gab es auch für den Vorsitzenden der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, für seinen Spruch in Richtung Ude,: „Wenn ich nicht so tierlieb wäre, würde ich ihn so lange in den Kälberstall einsperren, bis er sich von der dritten Startbahn verabschiedet.“ Auch die Lufthansa bekam ihr Fett weg. Der Bundestagsabgeordnete der SPD, Ewald Schurer, hat die Fluggesellschaft als Wurzel allen Übels ausgemacht. Sie spiele München und Frankfurt im eigenen Interesse gegeneinander aus. Die Überparteiliche Wählergemeinschaft Haimhausen war selbstverständlich vor Ort mit einem großen Transparent: „Die ÜWG-Haimhausen wehrt sich gegen die 3. Startbahn.“ Der Vorsitzende der ÜWG, Theo Thönnißen, war allerdings enttäuscht über die sonstige Beteiligung von Seiten der SPD, der CSU wie auch der Grünen aus der Gemeinde, die ansonsten öffentlich alle Gegner der dritten Startbahn sind. Aus dem Landkreis Dachau wurde nur ein mutiger CSU Bürgermeister einer betroffenen Gemeinde gesichtet, der es sich nicht nehmen ließ, seiner persönlichen Meinung durch seine Anwesenheit Ausdruck zu verleihen. Einen kleinen Erfolg hatte die angekündigte Demo schon im Vorfeld zu verzeichnen, der Ministerpräsident Bayerns, Horst Seehofer, hat den Baubeginn der Startbahn davon abhängig gemacht, dass bis dahin „unumkehrbare Fakten“ hinsichtlich der Verkehrsanbindung zum Flughafen geschaffen werden. Planung und Finanzierung der Verkehrsprojekte bis zum vom FMG-Chef Kerkloh geplanten Baubeginn im nächsten Jahr sicher zu stellen, ist vollkommen illusorisch. Ein Schelm, der Böses dabei denkt, aber eine Landtagswahl in Bayern mit an Bauzäunen geketteten Bürgern aus den betroffenen Landkreisen, scheint selbst dem CSU-Oberen nicht sonderlich erstrebenswert. Zumindest eine Verschiebung des Baubeginns ist damit wahrscheinlich geworden.

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