Strenge Anti-Corona-Strategien

Zwei große Unternehmen im Landkreis Dachau haben Schutzkonzepte vorbereitet

Unternehmen Autoliv
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Autoliv beschäftigt in Dachau 360 Personen und gehört damit zu den größten Arbeitgebern in der Stadt Dachau.

Die Bundesregierung hat die Corona-Testpflicht für Unternehmen beschlossen. Industrie- und Handwerksverbände sind dagegen. Dennoch beschäftigen sich große Unternehmen in Dachau und an der Landkreisgrenze schon länger mit dem Thema. Auch in Bezug auf das Impfen haben sich Unternehmen Gedanken gemacht.

Der Automobilzulieferer Autoliv beschäftigt in Dachau 360 Personen und gehört damit zu den größten Arbeitgebern in der Stadt Dachau. Schon vor einigen Wochen habe Autoliv ein Coronavirus-Testkonzept erstellt, bereits bevor die Diskussionen über die Testpflicht in Unternehmen die jetzige Schärfe angenommen hätten, berichtet Pressesprecherin Birgit Degler. Es „wurden wiederholt Tests bestellt, geliefert wurde aber nur eine Teilmenge“, so Degler. Der Markt sei leergefegt gewesen. Autoliv werde aber an beiden deutschen Standorten, neben Dachau ist das Elmshorn, allen Mitarbeitern, die ins Unternehmen kommen müssen, ab dem Moment, ab dem die Verordnung der Bundesregierung greift, einen Test anbieten können. Darüber hinaus unterstütze und forciere Autoliv auch weiterhin die Möglichkeit von Homeoffice für alle, die nicht zwingend erforderlich im Werk sein müssen. Auch zu einer Corona-Impfstrategie hat sich das Unternehmen bereits Gedanken gemacht. Seit Jahren biete Autoliv seinen Mitarbeitern eine Grippeschutzimpfung an, und so möchte das Unternehmen auch mit der Coronaimpfung verfahren. So sei es angedacht, nach Möglichkeit zusätzliche Termine mit den Betriebsärzten zu vereinbaren. „Das alles hängt natürlich davon ab, ob den Betriebsärzten die Zulassung zum Verimpfen des Coronaimpfstoffes erteilt wird und ob und wann der Impfstoff zur Verfügung steht“, sagte Degler.

Bei MAN in Ludwigsfeld sind rund 9000 Menschen beschäftigt. Auch MAN unterstütze das Ziel der Politik, so schnell wie möglich so viele wie möglich gegen das Coronavirus zu immunisieren, so ein Sprecher. Daher sei es nur konsequent, „dass der werksärztliche Dienst Impfungen anbieten wird, sobald dieses möglich ist.“ Die entsprechende Bereitschaft habe das Unternehmen auch gegenüber der Politik erklärt, sagte der Sprecher. „Wir reihen uns damit in die nationale Impfstrategie ein und wollen dazu beitragen, eine schnelle Durchimpfung der Bevölkerung zu erreichen“, hebt der leitende Werksarzt bei MAN Truck & Bus, Dr. Oliver Breitkopf, hervor. Der erklärte Wunsch sei es, dass dies so bald wie möglich geschehe. Bei MAN seien bereits alle Vorbereitungen abgeschlossen.Es wurden Kühlmöglichkeiten eingerichtet, Verbrauchsmaterial beschafft und alle logistischen Abläufe exakt durchgeplant. „Wenn es nach uns ginge, könnten morgen die Impfungen im Werk losgehen“, sagte Breitkopf. „Aber wir drängeln uns nicht vor. Sobald im Rahmen der nationalen Impfstrategie Impfstoff für uns zur Verfügung steht, leisten wir gerne auf der Stelle unseren Beitrag.“ Bis es soweit ist, setzt MAN Truck & Bus auf eine umfangreiche Präventionsstrategie. Das Unternehmen stellt allen, die vor Ort arbeiten müssen, bis zu zwei Selbsttests pro Woche zur Verfügung. Die Durchführung könne am Arbeitsplatz oder zuhause erfolgen. Selbsttests ergänzen die Tests durch den werksärztlichen Dienst, PCR- ebenso wie Antigen-Schnelltests – als Teil eines Testkonzepts um bei Verdachtsfällen Infektionsketten frühzeitig zu unterbrechen. Breitkopf fasste den Anspruch des Unternehmens zusammen. „Wir legen großen Wert auf ein umfassendes Schutzkonzept und begrüßen Maßnahmen, die dazu geeignet sind die Sicherheit zu erhöhen und gleichzeitig die Arbeitsfähigkeit der Industrie zu erhalten.“ In vielen Punkten seien die Regeln innerhalb der Werksgrenzen strenger als außerhalb.

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