Stabile Zukunft

16 Millionen Euro für Klinik Erweiterung in Dorfen

Landrat Martin Bayerstorfer (l.) und Bürgermeister Heinz Grundner begutachten das Bauareal (r.) vor dem alten Mitarbeiterwohnheim; dahinter das Klinikum, rechts das MVZ.
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Landrat Martin Bayerstorfer (l.) und Bürgermeister Heinz Grundner begutachten das Bauareal (r.) vor dem alten Mitarbeiterwohnheim; dahinter das Klinikum, rechts das MVZ.

Investitionen sind ein „klares Signal und Festigung des Standortes Dorfen“

Dorfen – Führende Bundespolitiker und Gesundheitsökonomen befeuern seit Jahren das Aus für kleine Kliniken und fordern die Konzentration auf große Standorte. 2020 wurden bundesweit 21 Kliniken geschlossen, 30 weiteren droht die Schließung. Davon, dass aber auch kleine Krankenhäuser durchaus Sinn machen und medizinisch sowie wirtschaftlich vertretbar betrieben werden können, ist Landrat Martin Bayerstorfer überzeugt. Das als selbständige geführte Klinikum Dorfen, das zur Kreisklinik Erding gehört, sei ein Nachweis. Bei einer Pressekonferenz gab der Kreischef bekannt, der Krankenhausausschuss des Kreistages habe eine „wuchtige Erweiterungsmaßnahme“ am Standort Dorfen beschlossen.

Der Landkreis plant an Dorfens Klinik eine Erweiterung im Rahmen einer 16,1 Millionen Euro Mega-Investition und wird damit zu einem Leuchtturmprojekt gegen den Schließungstrend. Bis 2026 sollen in Dorfen eine neue BRK-Rettungswache, Geriatrie, psychiatrische Ambulanz mit Tagesklinik und Mitarbeiterwohnungen in Betrieb gehen. Dorfens Krankenhaus bekommt damit eine stabile Zukunft. Möglich ist das nur, weil der politische Wille zum Erhalt des kleinen 42-Betten-Krankenhauses da war und ist. Bayerstorfer setzt sich als Landrat seit zwanzig Jahren unbeirrt mit klarem Bekenntnis für den Bestand und Modernisierung beider Kliniken in Erding wie auch Dorfen ein.

Geplant ist auf Landkreisgrund ein viergliedriger Erweiterungsbau mit Tiefgarage für etwa 100 Stellplätze im Nordwesten entlang des gesamten Klinik- und MVZ-Ärztehauses. Die neuen Angebote werden völlig unabhängig vom Bestand etabliert, sagte Bayerstorfer. Das sind eine Geriatrie, denkbar in Kooperation mit der Klinik Wartenberg. Eine gerontopsychiatrische Ambulanz und Tagesklinik als Außenstelle. Das habe das kbo-Klinikum Taufkirchen angeboten. Das alte Personalwohnhaus wird abgerissen. Als Ersatz werden 24 kleine Apartments im Bau integriert. Dorfens Chefarzt Dr. Ludwig Rudolf versicherte, man bleibe eine internistische Klinik, die neuen Angebote passten aber sehr gut zum Haus.

Mit dem Neubau erledige sich laut Kreischef auch „eine schon lange überfällige Verbesserung“: Ein neuer Standort für die BRK-Rettungswache. Die befindet sich derzeit noch mitten in der Isenersiedlung. Zum Einsatz muss der Sanka meist durch die ganze Stadt fahren. Mit Notarztstandort an der Klinik ist dann auch die Rettungswache am Krankenhaus ideal, zumal die Retter dann nur rund 200 Meter zur B15-Ortsdurchfahrt haben.

Der Landkreis trete nicht als Bauherr auf, erklärte Bayerstorfer. Die Realisierung des Gebäudekomplexes mit 4470 Quadratmetern Geschossfläche erfolge mit einem Generalunternehmer in öffentlich-rechtlichen Partnerschaft (ÖPP). Der Landkreis miete das gesamte Objekt für 25 Jahre und übernehme es am Ende. Mit den eigenen Mieteinnahmen soll sich die Investition abzahlen.

Bürgermeister Heinz Grundner freue sich über die Weiterentwicklung des Krankenhausstandort Dorfen. Durch die neuen Angeboten werde das Haus fit und zukunftsfest gemacht. Die Klinik könne so als „medizinischer Stützpfeiler“ im östlichen Landkreis seiner „zentralörtliche Versorgungsfunktion“ gerecht werden. Die Millionen-Investitionen seien ein „klares Signal und Festigung des Standortes Dorfen“. - we

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