Ein Herz für Tiere

60 Kitze im Raum Holzland und Taufkirchen durch Drohneneinsatz gerettet

Rudi Hamberger bei der Kitzrettung
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Hegeringleiter Rudi Hamberger zieht positive Bilanz

Taufkirchen – Sieben Reviere mit einer Fläche von 10.000 Hektar werden derzeit noch mit der einer Drohne im Raum Holzland und Taufkirchen abgedeckt. 60 Rehkitze, Hasen, Igel und Wiesenbrüter konnten dieses Jahr vor dem Mähtod gerettet werden. Eine erfreuliche Bilanz. Aber es könnten noch mehr sein, sagt Rudi Hamberger, Vorsitzender des Vereins Kitzrettung Taufkirchen/Vils und Hegeringleiter.

Frisch gesetzte, erst ein paar Tage alte Kitze seien gerade mal 30 Zentimeter groß und wögen nur 1,5 Kilo. Sie sein zu schwach, um davon zu laufen. Sogar die eigene Mutter könne sie noch nicht aus dem hohen Gras befreien. Auch ältere Kitze würden sich verstecken, statt zu fliehen. Der Landwirt, der mitunter mit einem bis zu 16 Meter breiten Mähwerk unterwegs ist, kann es so gut versteckt nicht sehen. Auch wenn die Geiß in der Wiese sei und vor ihm entkommen möchte, habe sie kaum eine Chance dies zu schaffen, so der Schrödinger Jäger.

Geiß und Kitz würden sich durch Fiepen verständigen und finden. Den Verlust eines Kitzes berühre das Reh sehr und es würde oft tagelang nach der Maht noch danach suchen. Wenn dies Anwohner mitbekommen, seien sie oft ebenso traurig. Diese Sensibilität bekommen auch die Landwirte zu spüren. Anzeigen drohen und auch Strafen von bis zu 5000 Euro. Denn es gebe ein Mähknigge für die Landwirte, sie seien dafür verantwortlich, dass keine Kitze verletzt oder getötet werden. Deshalb seien sie auch daran interessiert, dass kein Tier durch ihre Arbeit zu Schaden komme und würden die zuständigen Jäger rechtzeitig vor der Maht informieren.

Bei der Kitzrettung mit Drohne sei der Jäger mit einem Helfer schon ab 4 bis maximal 11 Uhr unterwegs, dann werde es zu warm und mit der Drohne könne man die Tiere nicht mehr erkennen. „Der Pilot bekommt mit viel Übung ein Auge für die versteckten Kitze.“ Die Helfer bräuchten nur Kondition und Gummistiefeln. Denn drei Tage hintereinander im Einsatz sei sehr anstrengend. „Aber es ist ein unglaubliches Glücksgefühl, wenn man fünf Kitze am Tag gerettet hat. Um flächendeckend arbeiten zu können, seien zehn bis 15 Drohnen nötig.

Mit mindestens einer weiteren Drohne könnten mehr Kitze gerettet werden. Deshalb hat er 200 Firmen in der Region angeschrieben und um Spenden gebeten. Auch Privatpersonen könnten gerne spenden, denn die Anschaffung ist teuer. 11.000 Euro mit Zubehör habe die erste Ausrüstung gekostet. Die Akkus seien so teuer. Bei der zweiten Drohne brauche man dann aber nicht mehr so viele. 5000 Euro konnten beim Kauf der ersten Drohne durch Spenden abgedeckt werden. 4000 Euro gab es an Zuschüssen. Die Spender würden auf der Homepage mit ihrem Logo genannt.

Ideen hätte Hamberger noch viele, etwa einen Zähler auf der Internetseite www.kitzrettung-taufkirchen.de, die den Spendenstatus anzeige oder Youtube-Filme über die Kitzrettung. Aber dazu bräuchte er kompetente Fachleute. Denn der eigene IT-Fachmann sei schon total eingespannt und würde sich über Überstützung freuen. - til

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