Weiteres Angebot der inklusiven Vilsgemeinde

Ab sofort EUTB in Taufkirchen

Zwei Frauen und ein Mann sitzen
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Veronika Purschke, Stefan Haberl und Claudia Wegmann (v.l.) stellten EUTB vor.

Die Gemeinde bietet als erste im Landkreis Erding „Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung“ im Mehrgenerationehaus an

Taufkirchen – Für Innovationen ist die Gemeinde Taufkirchen bekannt. Ab Mittwoch, 17. März, startet ein neues, offenes und kostenloses Beratungsangebot im Mehrgenerationenhaus: EUTB, Ergänzende, unabhängige Teilhabeberatung. Es ist für alle Menschen gedacht, die von einer Beeinträchtigung betroffen sind, sowie für ihre Angehörigen.

Im Forum Inklusion im Handlungsfeld Arbeit wurde EUTB letztes Jahr vorgestellt, erzählte Veronika Purschke bei einem Pressegespräch im Rathaus. Den Kontakt mit den Beraterinnen hatte dessen stellvertretende Vorsitzende Claudia Wegmann hergestellt. Sie kannte EUTB schon über ihre Arbeit im Sozialdienst der Lebensgemeinschaft Höhenberg und hatte die Mitarbeiterinnen eingeladen. Daraus entwickelte sich die Idee einer Außensprechstunde. die beiden organisierten dies.

Wegmann erklärt, dieses Angebot richte sich an Menschen mit körperlicher und psychischer Beeinträchtigung. Die Damen der EUTB Markt Schwaben seien für die Landkreise Erding, Freising und Ebersberg zuständig. Die Beraterinnen seien vom Fach und hätten selbst Erfahrung in diesem Bereich, direkt oder als Mitbetroffene. „Sie kennen es aus der eigenen Lebenswelt“. Sie seien eher „Tipp-Geberinnen und Begleitungen. Sie zeigen Wege auf, wo man Anträge stellen könne oder welche Rechte und Möglichkeiten man habe. Selbstständigkeit stehe dabei im Vordergrund. Sie möchten die Beratenen auf den Weg bringen, ihre Probleme selber zu lösen und geben ihnen Hilfen an die Hand. Die EUTB-Damen stünden ihnen aber auch weiterhin als Ansprechpartner begleitend zur Seite. Sie seien sehr breit aufgestellt und bundesweit vernetzt. Finanziert wird es vom Arbeitsministerium. Träger ist die OSPE e.V. (Oberbayerische Selbsthilfe Psychiatrie-Erfahrener).

Bürgermeister Stefan Haberl freute sich, dass dieses Angebot ganz unkompliziert in der kleinen Gemeinde Taufkirchen angekommen sei. Es handele sich um ein ergänzendes, kein Konkurrenzangebot zu den bestehenden Beratungsangeboten. Bei dem ganzen System brauche es Hilfe, Lotsen, die den Menschen weiterhelfen, betonte er. Für jeden werde versucht, eine individuelle Lösung zu finden. Vertrauensvolle Atmosphäre werde bei einem persönlichen Gepräch im Ruheraum im Untergeschoss des Mehrgenerationenhauses geschaffen, jeden dritten Mittwoch von 9 bis 11 Uhr. Zu erreichen ist der Gesprächsraum über den Seiteneingang.

Wegmann betonte, gerade Menschen mit Assistenzbedarf seien oft nicht so mobil, ob Rollstuhlfahrer oder Menschen mit Hör- oder Sehbeeinträchtigung. Deshalb sei auch eine Online- oder Telefonberatung oft schwierig und eine Beratung vor Ort so wichtig.

Die Berater kümmern sich um alle Lebensbereiche, fuhr Wegmann fort. Sie nannte als Beispiele, wie man eine Mobilitätshilfe beantrage, wie man eine medizinische Beratung oder eine Freizeitbegleitung erhalte, wie man in der Arbeitswelt wieder Fuß fassen könne oder wie man eine barrierefreie Wohnung finde und welche Leistungsträger für einen zuständig seien.

In Corona-Zeiten wird um eine telefonische Terminvereinbarung gebeten. Dann kann im Vorfeld abgeklärt werden, um welche Fragen es sich handelt, damit fallspezifizische Experten die Beratung übernehmen. Man muss kein Sozialhilfeempfänger sein und braucht auch keine Berechtigung für eine Beratung. Es handelt sich nur um eine Begleitung, keine Rechtsberatung und man verpflichtet sich zu gar nichts. til

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