Dorfabend 

Ein Abend für die Geschichte in Schwindegg

KM Dürner

Ob „die Schulstunde“, „Bürgermeisters Durchanad“ oder „Waltraut und Mariechen“: Der Schwindegger Dorfabend begeistert auf ganzer Linie.

Schwindegg – Nach fünf Jahren Pause fand am vergangenen Samstag der 18. Dorfabend in der Schwindegger Geschichte statt. Zu diesem, vom hiesigen Kulturverein organisierte Abend, fanden sich rund 300 Gäste im Saal der Bahnhofsrestauration ein und füllten diesen bis auf wenige, freie Plätze. 

Seit's olle do?

Die Helfer in Küche und Schänke, aber auch die Bedienungen hatten alle Hände voll zu tun, um alle Anwesenden mit Speis und Trank zu versorgen, was aber bestens gelang. Das fast vierstündige Programm begann mit dem Kaiserjäger-Marsch durch die Musikkapelle Schwindegg. In dessen Anschluss begrüßte K-M (Karl-Michael Dürner), begleitet von Roland Reichl auf dem Akkordeon, mit dem auf die anwesenden Bürger und Vereine zugeschnittenen Lied „Seit`s olle do?“ die Gäste. 

Biervorrat von der Gemeinde vernichtet

Darauf folgten schon die ersten Gstanzl, die K-M zusammen mit seinem Moderationskollegen „Geschl“ (Dennis Göschl) abwechselnd vortrug. Dabei setzte es so einige Seitenhiebe für die Ortsvereine, Gemeinde- und Pfarrgemeinderat, einige Schwindegger Prominenz sowie natürlich auch für den Bürgermeister.

Unter anderem kam ans Licht, dass die Schwindegger Bürger beim diesjährigen Schlossparkfest den Biervorrat, der sonst für zwei Tage reichte, bereits am Samstag konsumierten und dass das biologische Alter von Bürgermeister Karl Dürner bei 45 läge und er es sehr gut habe, da er sich im Falle einer Verletzung selbst helfen könne.

Viele Lacher waren gewiss

Dorfabend-Urgestein Alois Sonnleitner spielte zusammen mit seiner Nichte Susanne „die Heiratsannonce“, ein Klassiker von Karl Valentin. Während da Geschl die Geschichte „Der Junggeselle“ vortrug und damit für viel Erheiterung im Saal sorgte, bereitete sich die „Salvermoser Zenz“, dargestellt vom K-M auf ihren großen Auftritt als „Schönheitskönigin von Schneizelreuth“ vor. 

Wiederum begleitet von Roland Reichl auf dem Akkordeon erntete Sie für ihr professionell vorgetragenes Lied viel Applaus. Der Schützenverein Goldaria Schwindegg spielte den Sketch „Die Schulstunde“ und hatte damit die Lacher auf seiner Seite. Ein Klassenzimmer aus der „guadn Oidn Zeit“ und zwölf Schüler, die nur das tun, was sie gern tun und eine schwangere, überforderte Lehrerin (Anita Schwarzenbeck) an den Rand der Verzweiflung treiben. 

Es geht heiter weiter

Den ersten Teil des Abends schloss der Kirchenchor Schwindegg-Obertaufkirchen mit „La Montanara“ und die Musikkapelle mit dem Rainer-Marsch. Im zweiten Teil ging es dann nicht weniger heiter weiter. Nach dem Erzherzog-Albrecht-Marsch kam Bürgermeister Dr. Karl Dürner auf die Bühne. Sein Auftritt „Bürgermeisters Durchanand“ bestand aus Witzen, Anekdoten und Geschichten rund um das tägliche Leben. 

Außerdem trug er, begleitet von Alois Sonnleitner auf der „Diatonischen Ziach“ das Lied vom Vogelbeerbaum vor. Dessen mehr sinnfreier als sinnvoller Inhalt sorgte beim Publikum für einige Lachsalven und den ein oder anderen Ohrwurm.

Waldtraut und Mariechen

Im Anschluss trafen sich „Waldtraut und Mariechen“, dargestellt von Monika und Franz Lohmair zum gemütlichen Tratsch auf der Bühne und tauschten sich über die Neuigkeiten in und um Schwindegg und dessen Bürger aus. Bauchschmerzen vor Lachen waren garantiert. Die Freiwillige Feuerwehr Schwindegg befasste sich mit dem alltäglichen Dorfleben.

Der eigens kreierte Sketch „Der Einkauf“ begann mit einer Szene in der Bäckerei Lohmayer, bei der sich Chefin und Angestellte (Michael Lohmayer und Johannes Marks) und die zwei Kundinnen Frau Meier (Jassy Sauer) und Frau Huber (Selina Hendrych) über die lebensbedrohlichen Probleme mit dem nahenden Adventsmarkt unterhielten.

Die Szene wechselte dann in die benachbarte Metzgerei Kamhuber. Die beiden ­Ratschweiber Meier und Huber, die Ladenchefin Petra (Karl-Michael Dürner) und die Metzgereifachverkäuferin Martina (Martina Thalbauer) tauschten ihr Wissen über Schwindegger Geschehnisse aus und konnten dank der beiden dazukommenden Burschen, Dennis Göschl und Gusti Obermeier ihren Wissensstand um ein Vielfaches erweitern. Am Ende gipfelte das gesamte Geschehen in einen riesigen, alltäglichen Schwindegger Dorfratsch. 

Abschluss mit der Bayernhymne

Das Ende der komödiantischen Darbietungen des Abends machte das von Schützen und Feuerwehr gemeinsam vorgetragene, von Roland Reichl und der Musikkapelle begleitete Lied „Oh wie herrlich ist das Leben“ und die langjährige Dorfabendmoderatorin Anne Anzinger betrat noch spontan die Bühne um ein paar Gstanzl vorzutragen. Zum Abschluss sangen alle gemeinsam, Gäste und Mitwirkende die Bayernhymne. 

Später traf man sich noch an der Bar, plauderte noch bis in die frühen Morgenstunden und verabredete sich zum nächsten Dorfabend in zwei Jahren, der dann am 21. November 2020 stattfinden soll.Karl-Michael Dürner

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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