Interview

Back for Love

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Lee Baxter, Eloy de Jong und Bastiaan Ragas

Er ist ein äußerst charmanter, höflicher Engländer: Lee Baxter, Schauspieler und Sänger von Caught in the Act, einer der erfolgreichsten Boygroups der 90er Jahre. Am 18. Dezember tritt er mit der Band in München auf. Wir verlosen 2 x 2 Tickets.

Interview

Lee Baxter

Schauspieler und Sänger aus Brighton/England

Lee, wie war es ein Teenie-Star zu sein?

Es war eine Achterbahnfahrt. Ich wollte es so sehr und dann passierte es von einem Tag auf den anderen. Die ersten sechs Monaten waren schwierig für mich. Ich war schockiert von dem System.

Wie kamst du zu CITA?

Caught in the Act (CITA) war ein künstliches Produkt. 750 junge Sänger, die gut aussahen, singen und tanzen konnten, wurden damals dafür gecastet. Ich wurde als Letzter bei einer Audition ausgewählt, dann traf ich die anderen Jungs. Ich war damals 22 Jahre alt. Ich glaube, sie brauchten einen vierten Typen. Benjamin war der Lustige und Durchtrainierte, Eloy der schöne, charmante Große, Bastiaan der blonde, blauäugige Ernsthafte und ich, der englische, schüchterne Junge.

Eure meisten Fans waren Mädchen. Gab’s da Probleme?

Du meinst mit den Ausgeflippten? Ja. Wir hatten zwei Mädchen, die brachen in mein Hotelzimmer ein, zogen meine Klamotten an und machten Fotos von sich und schickten sie mir. Wir hatten Bodyguards, die diese Fans auf Distanz hielten. Aber ich lernte mit ihnen umzugehen. Wenn du auf sie böse reagiert hat, wurden sie auch böse. Verständnisvoller auf sie einzugehen, hat besser gewirkt. Aber es gab nur einen kleinen Bruchteil von verrückten Fans, die meisten waren ganz normale junge Mädchen, die die Musik liebten und für einen von uns Jungs schwärmten.

Wieso löste sich die Band auf?

Benjamin wollte die Gruppe verlassen, wir wollten zu dritt weiter machen, hatten auch schon einen neuen Produzenten, mit dem wir Amerika erobern wollten. Benjamin nach sieben Jahren durch einen anderen ersetzen, kam für uns nicht in Frage. Wir hatten zusammen viel durchgemacht, wir wollten keine neue Person in unseren Reihen, der Manager schon. Es ging hin und her und schließlich beendete der Manager alles. Ich wurde von der Bravo angerufen und erfuhr so, dass sich die Gruppe aufgelöst hatte. Das war kein gutes Gefühl. Wir waren auf Benjamin sauer, hatten alle unsere Jobs verloren, konnten nicht mal ein schönes Abschiedskonzert machen. Es war eine stressige Zeit, die viel Energie gekostet hat. Wir Jungs gingen nicht im Bösen auseinander, aber dass es so lange dauert, bis wir wieder Hallo zueinander sagen, dachte keiner von uns.

Mit dem Singen hast du aufgehört, als CITA auseinander brach?

Ja. Jeder von uns war ein bisschen unsicher. Ich bin nach England zurück, habe meinen Namen geändert und mich auf die Schauspielerei fokussiert. Ich wollte immer Schauspieler werden. Das war mein großer Traum. Deshalb habe ich auch mit 19 Jahren mein Elternhaus verlassen, um auf eine Dramaschule zu gehen. Ich lebe mit meinem Partner in Brighton. Seit sieben Jahren betreibe ich dort im Arundel Jailhouse einen Event-Club, der in einem ehemaligen Gefängnis aus dem 19. Jahrhundert untergebracht ist. Das ist mein Baby und meine Haupteinnahmequelle. Daneben spiele ich bei TV- und Serienproduktionen mit. Bei den Thrillern „Profile of Fear“ und „Shut“ habe ich die Titelrolle gespielt. Durch „Profile of Fear“ bin ich auch wieder zur Singerei gekommen, weil ich dafür den Titelsong geschrieben habe, meinen ersten. Beide Filme gibt es auch auf DVD in Deutschland.

Was machen die anderen Boys heute?

Bastiaan Ragas lebt mit seiner Ehefrau Tooske, einer DSDS-Moderatorin, und seinen vier Kindern in der Nähe von Amsterdam und ist erfolgreicher Theaterproduzent. Er hat in den Niederlanden mehrere Bücher rund ums Thema Kind und Familie veröffentlicht. Eloy de Jong lebt mit seinem Lebensgefährten und der gemeinsamen fünfjährigen Tochter bei Utrecht. Er hat in den letzten Jahren erfolgreich Konzepte für verschiedene TV-Formate entwickelt.

Ihr habt diesen Herbst eine große CITA-Reunion-Tour gestartet. Was war eure Motivation?

Wir haben eine zweite Chance bekommen. Als ich mit meiner Solo-Karriere startete, bin ich immer wieder von Fans angesprochen und gebeten worden, noch mal mit dem Jungs aufzutreten. Also haben wird nach 16 Jahren Funkstille wieder Kontakt miteinander aufgenommen und gechatet. Mit den Fans zusammen möchten wir während der Tournee und mit unserem neuen Album feiern und eine gute Zeit verbringen. Wir präsentieren viele Klassiker und zwei brandneue Songs. Wir haben mit unserem neuen, fantastischen Produzenten zehn alte Songs neu aufgenommen. Er hat den Sound der 90er mit dem aktuellen Twist kombiniert. Im November startete die Back for Love Tour. Wir haben 13 Konzerte ausgemacht, eines in der Schweiz, der Rest in Deutschland, wo wir unsere treuesten Fans haben. In München sind wir am 18. Dezember.

Wie ist die Beziehung zu den Fans?

Mit dem Fans älter werden, ist ein schönes Gefühl. Wir haben diese gemeinsame Geschichte in den 90er Jahren. Manche kennt man näher, weil sie auf viele Konzerte oder zu „Meet & Greets“ kamen. Es ist schön sie wieder zu sehen. Eine von ihnen ist Sonja (Maracek aus Isen). Ich traf sie letztes Jahr bei einem Konzert in Leipzig wieder und sie engagierte mich für ein privates „Eat and Greet“-Konzert in Markt Schwaben diesen Oktober. Ich kenne auch ihren Mann und ihre 19 Monate alte Tochter. Wir sind alle erwachsen geworden. Heute ist es auch viel einfacher mit den Fans über Facebook miteinander zu kommunizieren.

Das Interview führte Birgit M. Lang

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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