1. meine-anzeigenzeitung
  2. Lokales
  3. Dorfen

Bahnausbau ja, aber wann und wie?

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Loh – Minister von Bund und Land, Landräte und Bürgermeister aus den betroffenen Regionen sowie Vertreter von Bahn und Flughafen trafen sich am Montagvormittag im Wirt z’Loh auf Einladung von Erdings Landrat Martin Bayerstorfer zum Bahngipfel.

Es herrschte Einigkeit über die Dringlichkeit des Ausbaus und der Elektrifizierung der Bahnstrecke von Mühldorf bis München, die allerdings nur mit einer besseren Anbindung an den Erdinger Flughafen einher gehen könne. Konkrete Termine und Projekte wollte aber keiner der Anwesenden nennen. Bayerstorfer zeigte sich zwar zufrieden. Denn ein Ziel sei es gewesen, die Probleme auch in Bezug auf die Anbindung an den Erdinger Flughafen in ihrer Gesamtheit nochmal zu verdeutlichen. Den zweigleisigen Ausbau müsse man aber immer im Zusammenhang mit dem Erdinger Ringschluss und der Walpertskirchener Spange sehen und aneinander koppeln. Bereits 1977 unter Landrat Hans Zehetmaier sei der Ringschluss Erding erstmals gefordert worden und bis heute nicht umgesetzt. „Die ganze Region hängt an der Erschließung des Flughafens. Das kann nicht auf der Straße gelöst werden. Das muss auf der Schiene gelöst werden“, betonte er. Auch dass bei diesem Treffen nicht alle das gehört hätten, was sie gerne gehört hätten. Es sei zwar ein erster Schritt getan, aber nicht so, dass für den Landkres Erding tatsächlich mit dem Bau begonnen werden könne. Bundesminister Peter Ramsauer sprach von einem „historisch langen Bart“, den dieses Projekt bereits habe, versuchte aber Optimismus zu verbreiten. Das Projekt nehme konkrete Züge an. „Stück für Stück“ müsse man vorgehen. „Die schlimmsten Engpassbeseitigungen sind im Gange“, etwa zwischen Am-pfing und Mühldorf, erklärte er. Und der zweigleisige Ausbau von Mühldorf bis Tüssling könne voraussichtilich 2016 in Betrieb genommen werden. Auch betonte er, dass Wünsche, wie etwa eine Troglösung für Dorfen, von ihm sehr ernst genommen werden. Mit Bahnchef Rüdiger Grube traf er sich am gestrigen Dienstag, um eine Vereinbarung über die Planungskosten zu treffen. Konkrete Jahreszahlen ließ er sich aber genauso wenig herauskitzeln wie Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil und Bundestagsabgeordneter Max Lehmer. Es sei dringlich auch mit der Bahn einen Einigung zu erzielen, warf Zeil ein. Damit die EU-Mittel abgerufen werden können und dies nicht wieder mangels Vorfinanzierung durch Deutschland scheitere. „Wir müssen Schluss machen mit der Unterfinanzierung der Verkehrspläne“, erklärte er. Die ganze Region stehe hinter dem Projekt, wie auch der Gipfel verdeutlicht habe. Auch von Seiten des Freistaates aus könne es nicht schnell genug gehen, meinte er und betonte, dass die Dinge insbesondere auch in Zusammenhang mit der dritten Startbahn vorangetrieben werden müssten. „Jede Klage verzögert das Projekt“, warnte er. Für die Fahrgäste und die Wirtschaft seien die Fortschritte zu langsam, für die Politik werde es zum „Glaubwürdigkeitstest“. Bundestagsabgeordneter Max Lehmer, der zugleich verkehrspolitischer Sprecher ist, sagte, „meine Geduld ist nicht endlos strapazierbar.“ Dennoch sei er froh, dass es ein Stück weitergehe. Die Veranstaltung habe die Solidarität aller Beteiligten nochmals bestätigt. Aber die Bürger brauchen jetzt eine schnelle Anbindung zum Arbeitsplatz. Der Flughafen sei ein überregionales Projekt und damit erreicht auch der zweigleisige Bahnausbau eine andere Dimension. til

Auch interessant

Kommentare