Leben mit Covid-19

Die Betreuungseinrichtung in Wernhardsberg stellt eigene Schutzkleidung her

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Einrichtungsleiter Arno Seidel mit Maske

Wernhardsberg – Ein mechanischer Schutz vor dem Coronavirus, wie Masken, Brillen und Schutzkleidung, ist gerade in medizinischen aber auch in Betreuungseinrichtungen auch jetzt noch oft nur in unzureichender Stückzahl vorhanden. Das Betreuungszentrum St. Wolfgang geht nun eigene Wege und produziert einen eigenen Virenschutz. Das Besondere ist, dass nicht nur Mund-Nasen-Masken hergestellt werden, sondern auch Gesichtsvisiere hergestellt werden. 

Die Auswirkungen der Pandemie stelle natürlich auch das Betreuungszentrum St. Wolfgang mit seinen 224 Bewohnern sowie die 170 Beschäftigen vor besondere Herausforderungen. „Bisher sind wir noch von Infektionen verschont geblieben ist, trotzdem herrscht seit Wochen Ausnahmezustand in der Einrichtung“, berichtet der Geschäftsführer und Einrichtungsleiter Arno Seidel. Eine Maßnahme um die Infektionsgefahr so gut wie möglich zu minimieren sei die begonnen Eigenproduktion von Schutzausrüstung. 

Christian Schweiger mit Gesichtsvisier

Die Prinzipien im Betreuungszentrum mit 119 Bewohner in der Pflegeabteilung und 104 Bewohner in der sozial-­therapeutischen Abteilung unterscheiden sich nicht von der Situation der Familien, in der mehrere Generationen unter einem Dach zusammen leben, schildert Seidel die Situation. Nur im Heim leben sehr viele vorbelastete Menschen auf relativ engem Raum zusammen und die Hilfe, die sie brauchen, lasse den Zwei-Meter-Abstand nicht zu, erklärt der Geschäftsführer. Wenn das Virus einmal in die Einrichtung gelange, „dann lässt sich die Ausbreitung kaum noch verhindern“ mit möglicherweise dramatischen Folgen, wie man in anderen Einrichtungen sehen konnte. Daher komme der Prophylaxe in diesen Tagen eine enorme Bedeutung zu, betont Seidel. Es gelte, „mit aller Kraft das Risiko zu minimieren“, dass das Virus nicht ins Haus getragen werde. Unmöglich sei jedoch, die Bewohner über mehrere Wochen oder gar Monate zu isolieren und ohne Beschäftigung zu lassen. Und selbst wenn dies unter dem Gesichtspunkt der Infektionsgefahr gut wäre, würde dies andererseits fatale körperliche, geistige und psychische Schäden hinterlassen.

Dank der „leistungsfähigen Arbeitstherapie ist das Betreuungszentrum in der Lage zur Eigeninitiative“. Als neuestes Projekt wurde nun auch ein Sichtvisier entwickelt. Seidel habe dort „den Wunsch nach so einem Visier geäußert“ und kurz später habe es bereits einen Prototyp gegeben. Christian Schweiger, Mitarbeiter der Arbeitstherapie, war zusammen mit einem Kollegen maßgeblich an der Entwicklung des Prototyps beteiligt. Zu Beginn wurden rund zwanzig Stück täglich produziert. Das Visier bestehe aus einer laminierten Folie. Die Haltegestelle kommen aus einem D3-Drucker. Das Visier komme nur beim unmittelbaren Umgang mit Infizierten zum Einsatz und biete deutlich besseren Schutz als Brillen, die derzeit auch nirgends zu bekommen seien. Besonders stolz sei man in Wernhardsberg auch auf den selbst entwickelten Schnitt der Masken. Der sorge für mehr Komfort und Sicherheit beim Tragen, als dies die gekauften Masken können. Mit der Eigenproduktion sei nicht nur der eigene Schutz und der Bewohner sichergestellt, berichtet Seidel, sondern auch andere Helfer können mit dringend benötigtem Material versorgt werden. „Perfekt für die Arbeitstherapie“, findet der Einrichtungsleiter und betont: „Kann es sinnstiftendere Arbeit geben?“  - we

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