Bildung im Landkreis

Bienen-Vortrag von und mit Naturschützer Johannes Selmansberger in Dorfen

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Biene auf Nahrungssuche

Mit einfachen Mitteln Nahrungsquellen für Bienen schaffen

Nicht nur fordern, sondern handeln. Der Bienenzuchtverein Dorfen lud alle Interessierten zum Vortrag von Johannes Selmansberger mit dem Thema „Mein Garten – ein Bienenparadies“ ein. Nicht nur Imker, auch viele Garten- und Balkonbesitzer kamen, um sich bei dem anerkannten Naturschützer Selmansberger zu informieren. In einem kurzweiligen Vortrag konnte er aufzeigen, dass in vielen Gärten Potential schlummert und wie mit einfachen Mitteln Verbesserungen erzielt werden können und so wieder Leben Einzug hält. An die Landwirtschaft ergeht oft die Forderung, das Stickstoff-Einheitsgrün zu beenden und statt grüner Wüsten wieder Wiesen anzulegen. „Leider sieht es in Gärten auch oft sehr schlecht aus, wenn es um die Artenvielfalt geht.“ Wo der Mähroboter täglich seine Bahnen zieht oder Klee im Rasen unnachgiebig vernichtet wird, existiert nur totes Grün.

Seinen Angaben zufolge sind weltweit rund 17.000 Bienenarten beschrieben; möglicherweise gebe es sogar bis zu 30.000 Varianten. Nur eine davon ist die Honigbiene, die man in der Regel meine, wenn hierzulande von Bienen gesprochen werde, so der Referent. Das Besondere an der Honigbiene ist, dass sie in sozialen Gemeinschaften lebt und im Gegensatz zu Wildbienen bei uns ohne Betreuung der Imker nicht überleben kann während die meisten Wildbienen Solitätbienen sind und nur für sich und ihre Nachkommen Sorge tragen. Ein Honigbienenvolk leistet Enormes in der Bestäubung. Auch der Bedarf an Nahrung ist sehr groß. Ein einziges Volk benötigt pro Jahr zwischen 20 und 30 Kilogramm Blütenpollen. Deshalb sei es sehr wichtig, wenn die Umgebung von Bienenständen eine möglichst große Vielfalt an Pflanzen aufweise. Selmansberger stellte außerdem zahlreiche unterschiedliche Wildbienen vor. Bei uns verzeichnet man insgesamt 561 verschiedene Arten; die Hälfte davon steht mittlerweile auf der Roten Liste für bedrohte Tierarten. Dafür gibt es etliche Gründe, so der Referent. So mangle es seit langem an blühenden Wiesen, die seit jeher Hauptnahrungsquellen der Bienen sind. Deshalb gelte es, auch kleine Flächen sinnvoll für die Natur einzusetzen und für Blüten zu sorgen. 

Dies könne man sehr einfach bewerkstelligen, erläuterte der Referent, und zeigte etliche Beispiele auf. Seine Vorschläge erstreckten sich von nur einem Topf mit Strauchbasilikum auf dem Balkon über bunte Pflanzenmischungen vor Terrassen oder im Garten sowie den Erhalt von Sträuchern und Bäumen bis hin zu begrünten Dächern. Eine wertvolle Grundlage für ausgezeichneten Honig ist laut Selmansberger der Löwenzahn. Deshalb solle diese in Verruf geratene Pflanze in Gärten möglichst nicht beseitigt werden. In diesem Zusammenhang zeigte der Imker keinerlei Verständnis für den aktuellen Trend, in Gärten immer mehr Steine statt Pflanzen zu verwenden und größere Flächen zum Beispiel mit Kies zuzuschütten. Unbedingt vermeiden sollte man auch die Verwendung von Giften auf dem eigenen Grundstück. 

Selmansberger motivierte die Anwesenden zum Handeln und hatte auch eine Übersicht von Blühpflanzen und eine Pflanzanleitung dabei. Für alle, die nicht am Vortrag teilnehmen konnten, ist beides auf der Homepage des Bienenzuchtvereins unter imker-dorfen.de abrufbar. Wer sich ein Bild vom Leben auf einer echten Wiese machen will, dem empfehlen die Dorfener Imker den Besuch des aktuellen Kinofilms „die Wiese“ des bekannten Dorfener Naturfilmers Jan Haft.   - Herbert Schwarzer

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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