Veranstaltungs-Tipp

Die Büste des heiligen Zeno aus Isen

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Ein Kleinod der gotischen Golschmiedekunst

Isen/München – Das kostbare Büstenreliquiar des heiligen Zeno, das um 1451 nach Isen gestiftet wurde, gilt als herausragendes Meisterwerk der gotischen Goldschmiedekunst. Besonders spektakulär ist die Herstellungsweise der über zwei Kilogramm schweren Silberplastik, die durch eine umfassende kunsttechnologische Untersuchung ans Licht kam. Die Forschungen zeigten, dass der Kopf des in Salzburg entstandenen Bildnisses gegossen wurde – eine Seltenheit, da das Material teuer war und der Guss hohe Anforderungen an den Goldschmied stellte. Aufgrund dieser Erkenntnis ergab sich die Frage, welcher Künstler das Modell des ausdrucksstarken Kopfes geschaffen haben könnte. 

Studioausstellung

Die Identifizierung des Meisters, die Entstehung und Restaurierung sowie die wechselvolle Geschichte der Büste stehen nun im Zentrum einer Studioausstellung, die einige Geheimnisse lüftet. Sie vermittelt darüber hinaus die Faszination und Wirkmacht von Reliquien und ihrer Präsentation. Das Büstenreliquiar befindet sich seit 1949 als Dauerleihgabe im Bayerischen Nationalmuseum. Nach über 70 Jahren kehrt es an seinen Eigentümer, das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg, zurück. Die Rückführung gehört zu den Maßnahmen der bayerischen Staatsregierung zur Förderung der Kultur in Franken, die im Dezember 2019 bekannt gegeben wurden. Dies ist der Anlass, im Rahmen der Studioausstellung das Meisterwerk gotischer Goldschmiedekunst angemessen zu verabschieden. Ausgangspunkt für alles war eine Reliquie des heiligen Zeno, für die Propst Ladislaus von Achdorf Mitte des 15. Jahrhunderts die Büste stiftete. Das Isener Kollegiatstift und die Marktgemeinde bei Erding bilden bis heute das bayerische Zentrum der Verehrung des Heiligen, der im 4. Jahrhundert Bischof von Verona war. Die Gestaltung des silbernen Kopfes mit den typischen Locken ist so eng mit Werken des so genannten Meisters von Seeon verbunden, dass man ihn eindeutig als Schöpfer jenes Modells identifizieren kann, das für die Herstellung notwendig war. Neben dem „Silberkopf“ zeigt die Ausstellung auch die Madonna von Seeon, eine der bedeutendsten Mariendarstellungen in der Sammlung des Bayerischen Nationalmuseums sowie eine bislang nicht bekannte Figur eines stehenden Jesuskindes aus Privatbesitz aus der Werkstatt des Meisters von Seeon. Die Reliquienbüste des heiligen Zeno kam nach der Auflösung des Kollegiatstifts Isen in der Säkularisation in Privatbesitz. 1896 gelangte sie über den Münchner Kunsthandel ins Germanische Nationalmuseum in Nürnberg und von dort 1949 als Dauerleihgabe ins Bayerische Nationalmuseum. Nach Ende der Ausstellung wird sie 2022 endgültig nach Nürnberg zurückkehren. Die Ausstellung wird unterstützt von der Marktgemeinde Isen sowie weiteren lokalen und regionalen Sponsoren. Termine für Gespräche und Rundgänge mit Kuratoren können unter helga.puhlmann@bnm.mwn.de oder Telefon (0 89) 21 12 42 70 vereinbart werden. Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr und Donnerstag 10 bis 20 Uhr. Der Eintritt für die Studioausstellung und das Museum beträgt für Erwachsene sieben Euro, ermäßigt sechs Euro, sonntags ein Euro. Für Besucher bis zum vollendeten 18. Lebensjahr ist der Eintritt frei.   - Dr.Helga Puhlmann

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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