Kreative aus der Region

Der Maskenbildner von „Kitz“

Ein junger Mann sitzt auf einer Stahlbank, im Hintergrund sind man bunte Häuserausschnitte
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Felix Niederleitner relaxed gerne in Dorfen, wie hier am Unteren Markt.

Der 24-jährige Dorfener, der nach der Mittelschule Friseur gelernt,
verrät, was er beim Dreh der Netflix-Serie erlebt hat

Dorfen – Die Netflix-Serie „Kitz“ ist in aller Munde. Maskenbildner Felix Niederleitner war bei der Filmproduktion im mondänen Skiort Kitzbühel dabei - der 24-jährige Dorfener erzählt von den Dreharbeiten.

Der Plot: ein Teenie-Drama. Das Instagram-Model Vanessa „Nessa“ von Höhenfeldt fährt mit ihrem Freund Dominik Reid und ihren besten Freunden Kosh Ziervogel und Pippa zu Silvester nach Kitzbühel in Tirol, um dort die Party des Jahres zu feiern. Ein Teenie-Drama in sechs Folgen, das gleich zu Jahresbeginn eines der Zuschauerhighlights in Österreich wurde und sich in Deutschland auf Platz vier der Charts spielte. Von November 2020 bis März 2021 wurde in Kitzbühel und in Berchtesgaden gedreht.

Felix Niederleitner war für Schminken und Set-Betreuung der Stars zuständig, als „Zusatzmaske“, wie es im Filmjargon heißt. Seine kurze Filmkritik der aufwendig produzierten Serie des Streaming-Dienstes: „Eine mitreißende und spannende Story, sehr gut gemacht - mit großem Budget.“

Weil zu dieser Zeit Lockdown in Österreich war, sei die Innenstadt von Kitzbühel wie ausgestorben gewesen, erzählt er: „60 bis 80 Komparsen mussten zusätzlich engagiert werden, um Markt- und Volksfestplatz zu beleben.“ Einerseits stand „die Partyszene im Fokus der Kamera, die Welt der Schönen und Reichen“ - mit Champagner, teuren Klamotten und aufwendigem Make-up. Die andere Seite der Medaille, so der Dorfener: „Die Einheimischen aus dem Bergort, die in Konflikt mit der Münchner Schickeria geraten. Und natürlich eine Liebesgeschichte.“

Die Darsteller seien alle ziemlich cool gewesen, so Niederleitner. Von Starallüren keine Spur. „Ich bin aber auch ein sehr ruhiger und gelassener Mensch, der sich gut auf das Temperament der Akteure einstellen kann.“ Ebenso auf deren Emotionen: „Eine Szene mit Schwangerschaftsabbruch etwa, geht ziemlich an die Substanz der Schauspielerin - da braucht man schon Einfühlungsvermögen.“ Doch bei jeder einzelnen Szene sei klar: „Wie du aussiehst, das wirkt sich unmittelbar auf die Rolle aus.“ Ein böser Darsteller, bekäme andere Gesichtszüge verpasst, als die naive Blonde. „Doch egal welcher Charakter - das Gesicht darf niemals glänzen, die Haare müssen immer perfekt sitzen“, erklärt der junge Meister der Verwandlung.

„Nach der Mittelschule habe ich eine Friseurlehre in Taufkirchen abgeschlossen und danach drei Jahre in diesem Job gearbeitet“, erzählt der Dorfener. Doch schon bald wurde es ihm zu langweilig, das Schneiden und Färben der Haare im Salon - deshalb setzte er in München eine Ausbildung zum Maskenbildner obendrauf. Mit Erfolg. Gleich nach der aufwändigen Weiterbildung wurde der Freelancer für unterschiedliche Serien engagiert. Auch machte er die Maske in dem Film „Limbo“, in dem Martin Semmelrogge einen Kleinganoven spielt. Auch bei der BR-Serie „Dahoam is Dahoam“ wurde er als Maskenbildner gecasted - etliche bairische Stars saßen schon an seinem Schminktisch. Manchmal war er sogar schon für die Chefmaske zuständig, erzählt er voller stolz: „Da gibt es dann eine enge Zusammenarbeit mit der Regie.“

„Früher, da habe ich schon von Berlin geträumt - vielleicht sogar von Hollywood“, sagt Niederleitner. Doch seit er so oft unterwegs bei Dreharbeiten sei, da wisse er „seinen Dorfener Ruhepol“ sehr zu schätzen. Denn hier leben seine Familie und seine Partnerin - ebenso seine Freunde. Momentan wartet Niederleitner auf sein nächstes Engagement und relaxed in Dorfen. „Vielleicht gibt es eine zweite Staffel von „Kitz“ - und es wäre mega, wenn ich bei den Dreharbeiten wieder dabei sein kann.“ hes

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