Veranstaltungs-Tipp

Django Asül kommt mit seinem neuen Programm am 18. Oktober, nach Dorfen

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Django Asül ist ein guter Beobachter und bringt seine Kritik auf den Punkt.

Er ist überzeugter Niederbayer mit türkischen Wurzeln, nimmt kein Blatt vor den Mund, will nicht zerstören oder beleidigen, dafür die Gaudi, die er jeden Tag hat, an seine Zuschauer vermitteln.

Django Asül, ist Niederbayern ein besonders nahrhafter Boden für Kabarettisten (Fischer, Jonas, Zimmerschied ...)? Warum? 

Die niederbayrische Heimat macht uns scheinbar sehr kreativ. Bruno Jonas ist gerne in Niederbayern. Ottfried Fischer lebt wieder in Niederbayern. Sigi Zimmerschied und ich leben immer schon in Niederbayern. So gesehen ist Niederbayern seit Jahrzehnten ein Startup für Humor zum Mitdenken. 

Vor 15 Jahren erhielten Sie den Titel „Botschafter von Niederbayern“. Worin sehen Sie Ihre Botschaft? 

Dieser Titel ist Auftrag und Anerkennung zugleich. Die Regierung von Niederbayern sieht Leute wie zum Beispiel Haindling und eben auch mich als perfekte Übermittler der niederbayrischen Kultur. Wir leben gerne in der Heimat und in unserer Arbeit spielt der positive Bezug zur Heimat eine konstante Rolle. Ich muss auch zugeben: Ich habe tagtäglich eine Mordsgaudi in Hengersberg.

Ihre Botschaften stoßen nicht immer auf Gegenliebe oder? Vor allem weil Sie kein Blatt vor den Mund nehmen. Was war das übelste Feedback für Sie? Was die schönste Bestätigung?

Egal, ob Schauspieler, Maler oder Kabarettist: Es ist ja nie das Ziel und auch nicht möglich, den Geschmack von allen zu treffen. Von daher kann ich nach über 4.000 Auftritten und fast 25 Dienstjahren schon sagen: Es gab und gibt immer einen Haufen Leute, die mich gerne im TV oder auf der Bühne anschauen. Kein Blatt vor den Mund zu nehmen heißt ja nicht, jemanden zu zerstören oder zu beleidigen. Es muss eine Gaudi sein. Für die Zuschauer und für mich.

Ein Jahr Nockherberg, seit 2008 Maibock Hofbräuhaus. Abstieg oder Aufstieg? Weil? 

Mittlerweile bin ich tatsächlich der dienstälteste Starkbierredner im Freistaat! Und ich hatte Markus Söder fünf Jahre lang als Vorredner im Hofbräuhaus. Von daher eindeutig Aufstieg. Nicht nur für Söder, sondern auch für mich. Im Prinzip habe ich ihn quasi aufgebaut als Ministerpräsidenten. Das hätte ich am Nockherberg sicher nicht hinbekommen. Abgesehen davon: Beide Veranstaltungen haben ihre Daseinsberechtigung. Das Singspiel am Nockherberg ist zudem immer ein tolles Spektakel.

Die Situation und Integration der Türken liegt Ihnen als Mann mit Migrationshintergrund schon immer am Herzen, dennoch haben Sie 2011 Ihren türkischen Pass zurückgegeben. Warum? 

Mir liegt die Situation aller Menschen um mich rum am Herzen. Dass ich mit meinem Hintergrund nochmal einen anderen Blick auf die türkische Welt habe, liefert mir immer amüsanten Stoff für meine Programme. Und als Niederbayer ist es auch relativ egal, ob der Pass deutsch oder türkisch ist. Aber erstens wollte der deutsche Staat, dass ich den türkischen Pass abgebe. Und zweitens bin ich kein Freund von doppelten Staatsbürgerschaften.

Und was nervt/begeistert Sie an den Fridays for Future Diskussionen am meisten?

Ich bin eher ein gelassener Typ. Mich regt so leicht nix auf. Interessant ist, dass sowohl entschiedene Gegner als auch Freunde dieser Bewegung gerne mal fundamentalistisch agieren. Da vergessen Stadtbewohner gerne mal, dass auf dem Land es ohne Auto nicht geht. Und der Landbewohner vergisst dafür gerne mal, dass die Städte oftmals nur noch ein Dauerstau sind. Unterm Strich hat der Staat es versäumt, die Infrastruktur so auszubauen, dass man auch auf dem Land statt Auto mal den Bus oder die Bahn nehmen könnte.

Wenn Sie der mächtigste Mann der Welt wären, was würden Sie als Erstes ändern? 

Es wäre schon mal viel gewonnen, wenn jeder über seinen Tellerrand hinausblickt. Gerade im Hinblick auf Fridays for Future sei erwähnt: Solange in China, Indien und Afrika Hunderte neue Kohlekraftwerke entstehen, wird es nicht viel bringen, wenn der Deutsche von nun an mit einem E-Mobil statt mit einem Diesel im Morgenstau steht.

Sie stehen jetzt über 20 Jahre auf der Bühne, ohne Ermüdungserscheinungen?

Tja, die Wertschätzung des Publikums und der Spaß an der Arbeit halten eben fit! Aber bei mir ist viel Sport im Alltag ein Muss. Denn wenn ich auf der Bühne schlapp machen würde, merkt das der Zuschauer als Allererster. Im Prinzip plane ich meine Woche fast schon wie ein Profisportler. Der Zuschauer will ja schließlich mich in Bestform erleben. Und wenn der Körper nicht fit ist, kann es der Kopf auch nicht sein.

Wo sehen Sie sich in 20 Jahren? 

Auf alle Fälle in Hengersberg. Denn da sehe ich zum Glück mich heute schon an 200 Tagen im Jahr.

Was erwartet die Besucher bei Ihrem Auftritt im Jakobmayer am 18. Oktober? 

Ich habe ein brandneues Programm im Gepäck. Da geht es um die brisanten Fragen, die uns derzeit bewegen: Wie wollen wir unser Leben und das Reisen nachhaltig gestalten? Wie können wir Solidarität zeigen? Wie werden wir in Zukunft wohnen und arbeiten? Dazu gibt es natürlich auch die neuesten Geschichten von meinem Stammtisch in Hengersberg. Das Programm ist also eine Riesengaudi für die ganze Familie. Und zwar ohne, dass auch nur ein Politikername auftaucht!

Das Interview führte Birgit M. Lang

Offenes Visier

Django Asül tritt am Freitag, 18. Oktober, um 20 Uhr im Dorfener Jakobmayersaal auf.

Kaum ist das Visier offen, hat Django Asül urplötzlich einen ganz anderen Blick auf die Dinge. Raus aus der Filterblase, rein in den Weitwinkel. Und vor allem: Raus in die weite Welt. Django Asül treibt sich herum von Marseille über Malta bis in den Nahen Osten. Und schon hagelt es Erkenntnisse auf die drängendsten Fragen: Wieso ist Malta das ideale EU-Land? Ist der Klimawandel eine Gefahr oder doch eher die Lösung wofür auch immer? Oder gilt das eher für die Digitalisierung? Tickets gibt‘s im Vorverkauf für 22 Euro zzgl. Gebühren im Vorverkauf beim Ticket Treff Dorfen unter Tel. (0 80 81) 13 93 oder an der Abendkasse für 27 Euro.

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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