Portrait

„Das Herz ist mir in die Hose gerutscht“

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Der fesche 34-jährige Moderator moderierte beim Haager Herbstfest "Zeilingers Wirtshausmusik"

Dreiviertelblut, Bayerische Löwen und Heimatdamisch: Trompeter der drei Bands ist Dominik Glöbl. Er tanzt auf vielen Hochzeiten. Am 13. September, präsentiert der 34-jährige BR-Moderator um 20 Uhr das erste Mal beim Haager Volksfest „Zeilingers Wirtshausmusik“

Dominik Glöbl, Trompetenspieler und Moderator aus Straubing

Herr Gloebl, Sie spielen in drei verschiedenen Bands und moderieren beim BR „Wirtshausmusikanten beim Hirzinger“. Wie bekommen Sie alles unter einen Hut?

Das ist manchmal nicht einfach. Wir haben zwei Kinder, da sind meine Frau Carmen und ich zeitlich gut eingespannt. Besonders mein anderthalb Jahre alter Sohn ist ein richtiger Baze, der hält uns auf Trab. Zur Sendung „Wirtshausmusikanten beim Hirzinger“ bin ich eher zufällig dazugekommen.

Wie das?
Ich bin durch meine Musikgruppen, wie Heimatdamisch beim BR schon bekannt. Ein Chefredakteur hat mich damals an einer Bar angesprochen, ob ich nicht Interesse hätte, die Sendung zu moderieren. Unter vier Kandidaten konnte ich mich durchsetzen und habe im Oktober 2017 mit der Moderation der Sendung angefangen.
Haben Sie jemals erwartet, dass Sie beim Fernsehen arbeiten werden?
Nein, damit habe ich eigentlich nicht gerechnet. Es ist mir am Anfang auch schwer gefallen, als einzelne Person auf der Bühne zu stehen. Als Musiker in einer Band wird man nicht so wahrgenommen und kann sich auch ein bisschen hinter seinem Musikinstrument verstecken.
Beim Volksfest in Haag waren Sie dieses Jahr das erste Mal mit dabei?
Ich hatte natürlich schon öfter Auftritte bei Volksfesten mit Heimatdamisch oder mit den Bayrischen Löwen. Aber beim Haager Volksfest war ich dieses Jahr zum ersten Mal als Moderator mit dabei und habe „Zeilingers Wirtshausmusik“ präsentiert.
Sind Sie mittlerweile schon so bekannt, dass Sie die Leute auf der Straße ansprechen?
Ja, doch, die Leute sprechen mich inzwischen schon an. Gerade in meiner Heimatstadt Straubing kommt es schon öfter vor, dass ich angesprochen werde. Das war am Anfang sehr ungewohnt. Ich habe erst lernen müssen, wie ich damit umgehe.
Was sagt Ihre Frau zu dem ganzen Trubel um Ihre Person, gerade bei weiblichen Fans?
(lacht) Ja, da gibt es schon immer mal wieder Diskussionen. Aber Carmen vertraut mir und unterstützt mich, wo sie nur kann. Wir hatten letztes Jahr eine sehr stressige Zeit. Mein Jahresplan war schon voll mit musikalischen Auftritten mit meinen Bands und dann kam noch die Sendung dazu. Dann noch privat der Hausbau und der Nachwuchs. Das letzte Jahr war nicht gerade das einfachste für uns.
Ihre Eltern waren anfangs nicht so begeistert von Ihrem Berufswunsch. Was sagen sie heute dazu?
Ja, das ist eigentlich ganz witzig. Meine Eltern wollten nämlich, dass ich Lehrer werde, so wie mein Vater. Ich komme aus einer sehr bodenständigen Familie, mit vielen Handwerkern. Aber ich war immer der Freigeist bei uns. Das wurde schon eher belächelt. Ich habe beispielsweise eine Tante, die mich damals immer gefragt hat: Und? Was verdienst du jetzt so als Musiker? Aber seit ich im Fernsehen bin, freut sie sich sehr über meine Berufswahl und erzählt jedem stolz: Das ist mein Neffe. Meine Familie hat aber mittlerweile gemerkt, dass das Trompetenspielen das Richtige für mich ist, weil es mich einfach so glücklich macht.
Die Leidenschaft fürs Trompeten spielen ist aber durchs Moderieren nicht flöten gegangen?
Nein, gar nicht. Mein Ding ist Musik machen und Trompete spielen. Und ich bin ja auch sehr aktiv mit meinen Bands. Fernsehen machen ist nicht immer so, wie sich das die Leute vorstellen. Es ist auch viel Egomanie dabei, manche möchten unbedingt im Vordergrund stehen. Und ich komme eigentlich aus der Musikerwelt. Ich bin kein Solokünstler, sondern ich spiele in einer Band. Und da geht es nicht um den Einzelnen, sondern um die ganze Truppe.
Was ist für Sie das Besondere am Trompete spielen?
Das Blasinstrument klingt von selbst nicht, das ist nur ein Rohr. Die Technik macht den Ton im Körper des Instruments und das ist für mich das Besondere. Jeder Spieler klingt anders und die Art der Tonerzeugung macht mich schon an, muss ich fast sagen (lacht). Das ist einfach genau mein Ding.
Wie ist die erste Sendung bei den Wirtshausmusikanten abgelaufen?
Das Gefühl werde ich nie vergessen. Es war ganz viel auf einmal: Nervosität und Angst, aber auch gleichzeitig Zuversicht. Das Herz ist mir echt in die Hose gerutscht. Bühnenerfahrung habe ich ja, aber ich hatte plötzlich kein Instrument mehr. Ich wusste gar nicht, wohin mit meinen Händen und hab brutal viel rumgefuchtelt. Die Zuschauer merken natürlich, wenn man als Moderator nervös ist. Wenn ich heute die erste Sendung anschaue, ist das Fremdschämen pur.
Sind Sie mittlerweile ein abgeklärter Profi?
(lacht) Nein, ich bin immer noch am Lernen. Der Bayerische Rundfunk hat mir einen Coach zur Seite gestellt, der mir wirklich viel über Gestik und Mimik beigebracht hat. Aufgeregt bin ich nach wie vor. Nur nicht mehr ganz so schlimm. Ein bisschen Lampenfieber gehört aber auch dazu.
Worauf sind Sie besonders stolz?
Auf meine Kinder, meine Frau und meine Familie. Das ist für mich ganz wichtig und auch mein Ausgleich zum Bühnenleben. Es macht mich stolz, wenn meine Kinder stolz auf mich sind. Meiner Familie verdanke ich größtenteils meinen Erfolg. Ohne sie wäre ich heute nicht, wo ich bin. Außerdem ist es ein großes Geschenk, dass ich mit meinen Bands Musik machen darf. Wir sind wie eine Familie untereinander. Wir kennen uns gut und reden über alles. Wir machen miteinander Musik und ich kann durch die Musik alle meine Sorgen und Probleme auflösen.
Was möchten Sie gerne noch machen?
Also, wenn ich die letzten Jahre jetzt Revue passieren lasse, bin ich genau dort angekommen, wo ich immer hinwollte. Ich habe sehr viel Glück gehabt in meinem Leben. Mit der Band Dreiviertelblut veröffentlichen wir im Herbst ein neues Album und wir haben am 2. Oktober einen Auftritt im Zirkus Krone. Da sind wir sehr stolz drauf und für uns geht ein Traum in Erfüllung.
Was können Sie überhaupt nicht ausstehen?
(lacht) Viel. Ich mag es nicht, wenn sich Leute über Kleinigkeiten aufregen, die überhaupt nicht weltbewegend sind. Und ich mag es nicht, wenn man Mineralwasserflaschen offen stehen lässt. Dann wird das Wasser lack (abgestanden). So viel zu den Kleinigkeiten, über die man sich ärgert.

Das Interview führte Anja Leitner

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