1. meine-anzeigenzeitung
  2. Lokales
  3. Dorfen

Wer schließt die Bier-Lücke?

Erstellt:

Kommentare

Die drei Dorfener Festwirte (v.l.) Tobias Maier, Ernst Hennel und Franz Egerndorfer suchen eine neue Brauerei.
Müssen fürs Volksfest umdisponieren: Die drei Dorfener Festwirte (v.l.) Tobias Maier, Ernst Hennel und Franz Egerndorfer suchen eine neue Brauerei. © Heske

Nach dem Aus der Brauerei Bachmayer suchen die Dorfner Festwirte nach Alternativen

Dorfen – Aus’zapft ist - beim nächsten Volksfest wird kein Bachmayer-Festbier mehr fließen, die Dorfener Traditionsbrauerei hört auf. Gerade die letzte Dorfener Wiesn war ein Volksfest der Superlative: Mit Höchstzahlen an Besuchern und dem besten Festbier, so sagten zumindest die Kenner, das jemals ausgeschenkt wurde.

Die Hiobsbotschaft traf das Wirte-Trio, Franz Egerndorfer, Ernst Hennel und Tobias Maier ohne Vorwarnung. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass die Brauerei Bachmayer den Betrieb einstellt - und dann noch so schnell“, ärgert sich Hennel. Er und eine Kompagnons wurden nämlich auch erst vor wenigen Tagen von Bachmayer-Chef Josef Hörmann informiert.

Vor allem die drei Festwirte stecken jetzt in der Bredouille: Das Trio muss sich schnellstmöglich einen neuen Bierlieferanten suchen. „Es dreht sich ja nicht nur um das Bier, sondern um die ganze Logistik, die dahinter steckt“, erklärt Festwirt Hennel. Die Veranstalter blicken auf eine sehr gute Zusammenarbeit mit der Brauerei Bachmayer zurück, über 16 Jahre haben die „ProstMahlzeit“-Wirte und jetzt im ersten Jahr auch die Nachfolger die Schankanlage sowie das ganze Equipment zusätzlich zum Bier von der Brauerei Bachmayer bekommen. Ein Wechsel kann jetzt die Kosten empfindlich in die Höhe treiben. Die Mass bei der Wiesn in Dorfen soll eigentlich 9,80 Euro kosten, das wurde bei der Ausschreibung für das Volksfest 2023 festgelegt. Jetzt fürchtet Hennel um den Bierpreis. „Wir können da eigentlich nicht nachbessern“, sagt er. Jetzt heißt es umdisponieren. „Wir haben noch keine Gespräche mit den beiden anderen hiesigen Brauereien geführt“, sagt Egerndorfer. Ob ein hiesiger Brauer aber die Kapazitäten habe, die Bachmayersche Bier-Lücke beim Volksfest zu füllen, sei mehr als fraglich. Festbier dürfe zudem nur dann Festbier genannt werden, wenn es eine Stammwürze von 13 Prozent oder mehr habe und speziell für den Anlass gebraut werden. Und Bräu z’Loh oder auch Andreas Schweiger mit seinem Kellerbier beliefern im Sommer nicht nur das Dorfener Volksfest, sondern zudem noch viele andere Straßenfeste im Umland.

Mit dem Bachmayer-Bier gehe eine gute, alte Tradition dahin, moniert Maier, Betreiber der „Bar Amore“ in der Innenstadt. Der gebürtige Dorfener verweist auf den Bierkrieg von 1910, als es wegen einer Bierpreiserhöhung massive Unruhen und Brandstiftungen in Dorfen gegeben hat. „Da steckt wahnsinnig viel Geschichte dahinter.“ Klar, die Umstände seinen aktuell schwierig, weiß der Gastronom. Erst Corona, dann die gestiegenen Energiepreise: „Ich finde trotzdem, dass es immer Lösungen gibt, selbst wenn die Situation noch so aussichtslos wirkt.“

Auch interessant

Kommentare