Sportliche Karriere

Von Dorfener Eiskunstläuferin zur Preisrichterin

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Zuzanna Smolkova steht auf Sport und die Farbe pink

Sie ist ein Ausnahmetalent. Zuzanna Smolkova ist in Dorfen groß geworden und eng mit der Stadt verwurzelt. Viele kennen sie durch ihre erfolgreiche Karriere als Eiskunstläuferin des ESC. Aber hinter der 22-Jährigen steckt noch viel mehr.

Frau Smolkova, mit wie vielen Jahren haben Sie mit dem Eissport angefangen? 

Im Alter von drei Jahren stand ich das erste Mal mit Schlittschuhen auf dem Eis. Wie sind Sie zum Eissport gekommen? Mein Papa war Profi-Eishockeyspieler und ich war als kleines Kind immer mit in der Eishalle dabei. Die Eiskunstlaufmädels hatten davor immer Training und ich wollte dann auch unbedingt eine Eisprinzessin in so schönen glitzernden Kleidern sein.

Was war für Sie Ihr erfolgreichstes Erlebnis beim Eiskunstlauf?

Natürlich gab es sehr viele Treppchen-Erfolge bei nationalen und internationalen Wettbewerben. Jedoch ist der Leistungssport mehr als nur ein Erfolg beim Wettbewerb. Mit acht Jahren hatte ich eine dreifache Fraktur durch die Wachstumsfuge und gewann nach nur drei Monaten den Stadtpokal in Dorfen. Verletzungen gehören natürlich zum Sport dazu, doch der Erfolg ist es, dass man es schafft, wieder zurück zu kommen und den Rückstand aufzuholen. Auch war es ein sehr großer Erfolg für mich, als ich mich mit nur elf Jahren für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert habe.

Sie sind dem Eiskunstlauf immer treu geblieben, aber anstatt in die Trainerschiene hat es Sie wo anders in verschlagen.

Nachdem ich aufgrund meiner schweren Knieverletzung aufhören musste, zog ich mich für fast zwei Jahre aus dem Eiskunstlauf zurück. Die Zeit hat mir gezeigt, dass es für mich so ganz ohne Eiskunstlauf nicht geht. Ich habe dann eine Ausbildung zur DATA und Replay Operator gemacht und fünf Monate später gleich den Lehrgang zur Technischen Spezialistin drangehängt. In Dorfen habe ich dann begonnen, als Übungsleiterin im Training auszuhelfen, um meine eigenen Erfahrungen an die Kinder weiterzugeben. Nachdem sich dann einiges geändert hatte, habe ich mich dann entschieden, noch die Ausbildung zur Preisrichterin zu machen und vom Technischen Spezialisten zum Technischen Kontrolleur zu wechseln. Nun bin ich schon nationale Preisrichterin. Mein Traum wäre es, als Offizielle mal an den Wettbewerben arbeiten zu können, wo ich es leider als Sportlerin nicht mehr hingeschafft habe.

Beim Stadtpokal sind Sie als Technische Kontrolle im Komitee. Wie war das für Sie? 

Es ist ein wirklich schönes Gefühl, sozusagen „auf der anderen Seite“ zu sitzen. Als Kind war ich bei wirklich jedem Stadtpokal in Dorfen als Läuferin aktiv mit dabei und nun weiterhin als Offizielle beteiligt sein zu können, ist ein sehr schönes Gefühl. Dieses Jahr fiel mir ein, dass ich als 4-jähriges Kind beim allerersten Stadtpokal in Dorfen mit dabei war.

Was bringt es mit sich, Preisrichter zu sein, und welche Voraussetzungen man muss erfüllen? 

Als Preisrichter oder Technische Kontrolle muss man selber im Eiskunstlauf aktiv gewesen sein. Schulungen mit theoretischen und praktischen Prüfungen bestehen, um überhaupt aktiv als Offizieller arbeiten zu können. Das sind so die offiziellen Voraussetzungen. Persönliche muss man jedoch auch mit sich bringen. Denn egal ob man Preisrichter oder Technische Kontrolle ist, man trägt natürlich eine große Verantwortung, denn jeder Sportler soll genau die gleichen Chancen haben. Man muss wirklich vollkommen konzentriert sein, das Regelwerk wirklich im Schlaf beherrschen und mit bestem Wissen und Gewissen handeln. Mittlerweile war ich schon deutschlandweit unterwegs und bei den verschiedenen Alpenpokalen in Italien, Schweiz und Österreich.

Welchen Stellenwert hat Sport für Sie? 

Für mich persönlich hat Sport einen sehr hohen Stellenwert. Bewegung ist wichtig und bringt Abwechslung in den Alltag. Natürlich habe auch ich Tage, an denen ich absolut keine Lust auf Bewegung habe, aber dann denke ich immer an das gute Gefühl nach dem Training und finde meine Motivation. Für mich ist Sport eine Art Entspannung. Ich kann dadurch komplett vom alltäglichen Stress abschalten und neue Energie sammeln.

Sie studieren Sport auf Lehramt und arbeiten in Ihrer Freizeit im Sportbereich? 

Aktuell arbeite ich neben dem Studium in einem Medic Fitness in München. Für mich ist das eine tolle Möglichkeit, praktische Erfahrungen zu sammeln und vieles Neues zu lernen. In dem Medic Fitness war ich als Leistungssportlerin nach meinen Verletzungen immer zur Krankengymnastik. Schon damals habe ich zu meinen Eltern gesagt, dass das ein Beruf wäre, welchen ich mir für meine Zukunft vorstellen könnte. Genau aus diesem Grund fühle ich mich auch sehr geehrt, dort nun als Studentin arbeiten zu können.

Sie studieren, sind Preisrichterin, arbeiten nebenbei im Fitnessstudio und in der Buchhaltung im „Tonwerk“ Dorfen. Wie bringt man das alles unter einen Hut? 

Ja, viele Leute in meiner Umgebung fragen mich, ob mir das alles nicht zu viel ist. Aber ich muss sagen, für mich ist das der normale Alltag. Ich habe schon sehr früh lernen müssen, dass Zeitmanagement enorm wichtig ist und dass ich die Freizeit, die ich habe, auskosten muss. Der Leistungssport war wie ein Hauptberuf für mich und zusätzlich war ich natürlich noch ganz normal Schülerin. Deswegen bin ich es gewöhnt, eigentlich immer auf Achse zu sein, denn wenn man sich die Woche richtig plant, ist alles machbar. Sehr wichtig ist jedoch, dass mir die Arbeit neben der Uni Spaß macht. Neben dem Medic Fitness bin ich im Tonwerk in der Verwaltung tätig. Das ist quasi das komplette Gegenteil zu meiner sportlichen Seite, macht mir jedoch sehr viel Spaß und ergänzt mein Wirtschaftsstudium sehr. Neben Sport studiere ich Wirtschaftswissenschaften und Sozialkunde auf Lehramt. Die beiden Fächer sind zum sehr aktiven Sportstudium ein toller Ausgleich.

Wieso kamen Sie auf Lehramt und worauf freuen Sie sich als künftige Lehrerin am meisten? 

Ich hatte eine sehr gute Mathe-Lehrerin an der FOS, die uns alles so gut erklärt hat, dass man es sofort verstanden hat und sich erst daheim noch mal damit auseinandersetzen musste. Auf der anderen Seite hatte ich eine ganz schreckliche Sport-Lehrerin, die einem so richtig die Lust auf Sport vermiesen konnte. Mein Ziel wäre es, das zu erreichen, was die Mathe-Lehrerin bei mir erreicht hat. Ich freue mich darauf, den Kindern etwas beibringen zu können, auf den sogenannten „Aha-Effekt“.

Was wollen Sie den kleinen Eismäusen und Läufern mit auf den Weg geben? 

Sie sollen sich nicht unter Druck setzen, sondern mit Spaß am Sport dabei bleiben, dann können sie das Bestmögliche für sich heraus holen.

Das Interview führte Nadine Mutlitz

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