Thema Windkraft

Dorfener Umweltausschuss beschließt, sich um einen Windkümmerer zu bewerben

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Gerald Forstmaier

Dorfen – Die Stadt Dorfen will sich um einen Kümmerer bewerben, Windkraftanlagen für zwei Standorte überprüfen lassen, Kosten für die Windmessung ermitteln und dem Umwelt-, Natur- und Klimausschüsse zur Weiterführung und Entscheidung vorzulegen. Das beschloss das Gremium in der jüngsten Sitzung. Auch, wenn die meisten Räte dem Vorhaben wenig Erfolg beimessen. Den Anstoß hatte Gerald Forstmaier (Grüne) mit zwei Anträgen gegeben, die nach langer Diskussion einstimmig beschlossen wurden.

Fragen rund um den Kümmerer 

Der Freistaat forciere die Windenenergie-Gewinnung und es gebe eine Förderung für einen so genannten Windkümmerer für alle Kommunen, die Windenergie regional fördern wollen, sagte Bürgermeister Heinz Grundner eingangs. Umweltreferent Forstmaier erklärte, um die Energiewende in Bayern voranzutreiben, sei es erforderlich alle erneuerbaren Energiearten auszubauen, auch das Windenergienutzungspotential auszuschöpfen. Der Kümmerer schaue um vorhandene Flächenpotentiale und nehme die Akzeptanzsteigerung bei Bürgern und Kommunen in die Hand. Er bringe sein Fachwissen ein und habe Moderatorfunktion. Das Ganze sei kostenlos. Man müsse den Kümmerer nicht bezahlen. Der Antrag müsse bis September gestellt werden, so Forstmeier. Das Wichtigste für die Bewerbung sei, laut Anita Herbst, Fachbereichsleiterin für das Umweltamt, dass die Kommune Windkraft möchte. Grundner erinnerte an die erfolglosen Bemühungen des Landkreises und der Stadt für Windkraft und die Diskussionen, die vor Jahren stattgefunden hätten. 

Eine Frage der Wirtschaftlichkeit

Grundner plädierte dafür, erst Flächen zu finden, dann einen Kümmerer einzuschalten. Günther Drobilitsch (Gemeinwohl) fand es wichtig, alternative Energien vorwärts zu treiben, aber es müsse auch wirtschaftlich sein. Er befürchtete, dass die alten Erkenntnisse nur bestätigt würden. Martin Greimel (CSU) warf ein: „Wir brauchen ja auch kommerzielle Beratung, ob sich sowas überhaupt rechnet.“ Und ÜWG-Rat Walter Zwirglmaier fand Windenergie „grundsätzlich vorteilhaft“, aber man sollte sich bei unseren relativ geringen Windverhältnissen überlegen, „ob ein solcher Eingriff in unsere Landschaft“ Sinn mache. Auch Michael Oberhofer (CSU) bezweifelte, dass sich die Erkenntnisse von vor acht Jahren zum Positiven geändert haben. Es gehe auch um die Anwohner- und Investorensituation bei der geringen Ausbeute, da sollte man vielleicht auf andere Möglichkeiten setzen. CSU-Kollegin Sabine Berger fragte, ob überhaupt ein Investor für eine solche „Mordsinvestition“ vorhanden sei. Für die Stadt Dorfen sei eine solche Investition nicht vorgesehen, betonte der Bürgermeister. 

Frage des Standortes 

Beim zweiten Antrag wollte Forstmaier die Windenergiepotentiale und damit die Wirtschaftlichkeit der Standorte Nickelholz/Gemeinde Taufkirchen und des neuen von der ARGE A 94 aufgeschütteten Berges bei Osendorf neben der Autobahn abklären lassen, die seines Erachtens Potentiale hätten. Die Windhöffigkeitsmessung sollen die Stadt oder die Stadtwerke in die Wege leiten. Bereits 2014 sei bei Voruntersuchungen der Energie Vision Erding (EVE) ein Wind-Energie-Cluster im Nickelholz herausgearbeitet worden, informierte der Umweltreferent. Allerdings seien die Bemühungen durch die 10-H-Regelung im November 2014 jäh zum Erliegen gekommen. Beim Berg auf Dorfener Gemeindegebiet sei höhenbedingt mit guten Messwerten zu rechnen, kritisch könnte die Standfestigkeit des Bodens sein. Mit dem Nickelholz könne man bei einem gemeinsamen Projekt die Mittelzentren stärken. Taufkirchens Altbürgermeister Franz Hofstetter habe ihm vor geraumer Zeit schon ein positives Signal gegeben. Wenn die Kommune einen Bebauungsplan für die potentiellen Standorte erstellen würde, werde Baurecht geschaffen und die 10-H-Regelung greife nicht mehr. Wichtig sei es, dass konkrete Windpotential auf Narbenhöhe auszuloten. Denn dort oben verdoppele sich die Windgeschwindigkeit und damit die Leistung um ein Vielfaches. Forstmaier empfahl dies über die Energieallianz Bayern ausführen zu lassen. Mittlerweile gebe es professionellere Geräte, etwa Laser, die viel genauere Daten ermitteln, als noch vor sechs Jahren.  -  til

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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