Interview

Die drei Youngstars spielen beim Dorfener Saitenfestival

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Gitarrist Daniel Marx, Birgitt Binder und Astrid Wandinger (Jakobmayer-Team, stehend v.l.) und Gitarrist Florian Blöchinger sowie Luis Mariano freuen sich mit Mariacristana Buono (kl. Foto) am Piano auf das zweite Saitenfestival in Dorfen.

Sie haben schon weltweit Konzerterfahrung gesammelt. Mit dem zweiten Dorfener Saitenfestival wollen die drei jungen Musiker mit Leidenschaft das breite Publikum für die wunderbare Welt der Gitarre begeistern.

Die beiden Dorfener Ausnahme-Gitarristen Daniel Marx und Florian David Blöchlinger und die Pianistin Mariacristina Buono treten beim Saitenfestival auf.  Sie standen uns Rede und Antwort

Ihr seid drei junge, begnadete Musiker. Kennt Ihr Euch bereits?

Daniel: Florian kenne ich seit der Schulzeit, da wir beide in Dorfen aufgewachsen sind. Wir tauschen uns regelmäßig über unser Instrument, die Gitarre, aus und treffen uns zur Gaudi, immer wenn ich in Dorfen bin. Er zeigt mir dann, was er gerade baut oder wir spielen gemeinsam ein bisschen. Mariacristina habe ich an der Musikhochschule in Köln kennengelernt, da werde ich gleich nostalgisch, wenn ich an die Zeit zurückdenke, das waren wirklich wundervolle Jahre voller Liebe, Freundschaften und Musik.

Florian David: Klar kennt man sich. Ich habe mit Daniel schon seit langem Kontakt, weil wir beide das gleiche Instrument spielen und da tauscht man sich gerne aus. Vor allen Dingen, weil wir beide in sehr verschiedene Richtungen gehen, kann man vom Anderen viel lernen. Mariacristina kenne ich durch Daniel. Wir waren mal zusammen auf dem Volksfest, hier in Dorfen. Das war ein sehr lustiger Abend! (lacht) 

Mariacristina:Daniel kenne ich seit 2015, als wir uns in Köln begegnet sind. Florian habe ich später, durch Daniel kennengelernt, er sagte sie seien die „Ragazzi di Dorfen“, da habe ich sofort verstanden wie sie zueinander stehen (lacht).


Wie war das 1. Saitenfestival? Gibt es 2019 Neuerungen? 

Florian David:

Letztes Jahr war ich beim Eröffnungskonzert von Roberto Aussel, das mir sehr gut gefallen hat und bin danach noch mit ihm zusammen gesessen. Auch bei seiner Meisterklasse war ich am nächsten Tag. Ich war sehr beeindruckt von ihm als Person und seiner Art zu unterrichten. Zu den anderen Konzerten konnte ich leider nicht gehen, weil ich dann in Spanien war. Mir gefällt die Idee eines Saitenfestivals in Dorfen sehr. Das Team ist mit Daniel, Birgitt und Astrid sehr kompetent und in allen Bereichen gut aufgestellt. Der Jakobmayer-Saal könnte für diesen Zweck nicht besser sein. 

Daniel: Die Grundidee ist von Anfang an die Gleiche geblieben, wir machen ein Festival, das in erster Linie dem Saiteninstrument Gitarre gewidmet ist. Allerdings wollen wir im Vergleich zu anderen Festivals offen und bunt bleiben, so dass es nicht nur für die Fachmänner unter uns interessant wird, sondern auch für Laien Brücken gebaut werden hinein in die wunderbare Welt der sechs Saiten. Konkret schlägt sich das in der Planung so nieder, dass ungefähr 50 Prozent der Acts hauptamtliche Gitarristen sind. Ab dem 24. Mai erwartet uns dabei ein Mix aus sehr renommierten Künstlern und diversen Musikstilen, Florian und Mariacristina sind dabei die Youngstars.


Was habt ihr in den letzten Monaten gemacht, welche Projekte beschäftigen euch? 

Florian David:

Neben meiner Tätigkeit als Gitarrenbauer hab ich zur Zeit mehrere Projekte am Laufen. Granada wurde immer mehr zu meiner zweiten Heimat und ich habe dort viel Kontakte zu tollen Künstlern in der Flamenco-Welt. Tänzer, Sänger und auch andere Gitarristen. Durch den Austausch mit ihnen lerne ich wahnsinnig viel. Mein größtes Projekt ist das Duo zusammen mit Luis Mariano. Wir haben uns in Granada kennen-gelernt. Uns verbindet eine sehr enge Freundschaft. Vor kurzem haben wir zusammen eine CD veröffentlicht, nächste Woche steht eine Tournee in China mit fünf Konzerten und Meisterklassen an. Danach noch Konzerte in Spanien und das im Jakobmayer zusammen mit der fantastischen Cristina Aguilera, die wir aus Granada mitbringen. Sie ist eine der besten Flamenco-Tänzerinnen der Welt. Es ist uns eine Ehre sie nach Dorfen mitzunehmen. Mariacristina: Ich hatte viele Konzerte in USA, Skandinavien, Deutschland, Italien. Highlight war dabei mein Solo-Debüt in der Carnegie Hall in New York City, aber auch die Konzerte für das Istituto Italiano di Cultura in Nordeuropa waren wundervoll. Neben den Konzerten unterrichte ich in Italien und studiere an der Zürcher Hochschule der Künste in einem specialized Master-Programm. 

Daniel: In künstlerischer Sicht habe ich neben meinen Solokonzerten zwei neue Projekte gestartet, ein Trio mit Violine und Cello, mit dem wir im März in Süditalien unterwegs waren und ein Duo mit Rainer Seidel, dem Solofagottisten des BR-Symphonieorchesters. Außerdem habe ich den DCS-Award des „International Guitar Research Centre“ der University of Surrey, bei London gewonnen, der es mir erlaubt bei einem vollen Gehalt über die nächsten sechs Jahre dort zu forschen, zu lehren und zu promovieren.

Florian, was erwartet uns bei deinem Konzert mit Luis ­Mariano?

Classic meets Flamenco! Diese zwei verschiedenen Welten vereinen wir auf der Bühne. Ein sehr facettenreiches Programm, das mit Sicherheit nicht langweilig wird. Viele neue Arrangements von bekannten Stücken gibt es zu hören, Eigenkompositionen und als spezielles Schmankerl haben wir Cristina Aguilera mit drei Stücken mit uns auf der Bühne.

Mariacristina, auf was kann man sich bei Dir freuen?

Hast Du schon jemals mit einem Gitarristen gespielt? Im Programm stehen Werke für Klavier von Schumann, Bach und Mendelssohn. Es ist das gleiche Programm das ich heuer in Deutschland und den USA gespielt habe, einfach nur wunderschöne Musik. Jedes mal, wenn ich Schumann oder Bach spiele, merke ich wie groß das eigentlich ist. Es ist manchmal schier unfassbar, dass es nur einen Menschen benötigte diese Musik zu komponieren. Wenn man diese Musik hört oder spielt, dann fühle ich mich, als wäre es genau das, wofür die Menschheit existiert. Nein, ich habe nie mit Gitarre gespielt, möchte aber unterstreichen dass sich das jederzeit ändern kann (grinst), vielleicht gibt es bei meinem Konzert ja die ein oder andere Überraschung, kommen lohnt sich!

Plant ihr für 2020 ein weiteres Festival?

Daniel: Auf jeden Fall werden wir uns sobald das Festival vorbei ist zusammensetzen. Zum einen sind wir schon an einigen interessanten Künstlern dran, zum anderen wird natürlich alles gemeinschaftlich besprochen und entschieden. Florian und ich unterhalten uns oft über Künstler die wir gut finden, Birgitt hat immer wieder tolle Ideen und Astrid ist das Zünglein an der Waage, wenn man nicht weiterkommt. Auf der anderen Seite ist es von Florian und mir ja ein ehrenamtliches Engagement für unsere Heimatstadt, manchmal ist es bei all unseren Tätigkeiten sehr schwierig, dass alle gleichzeitig Zeit finden. 

Florian David: Ja. Ich werde mich für 2020 auch mehr in die Organisation einbringen und versuchen das Team zu unterstützen. Wir haben schon einige tolle Künstler ins Auge gefasst und es wird mit Sicherheit auch 2020 ein tolles Festival geben. Das kann ich schon jetzt versprechen.

Das Interview führte Birgit M.Lang

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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