Sonnige Gemeinschaftsaktion

Ein Gefühl von Heimat auf nasser Wiese hinter dem Taufkirchener Rathaus

Gruppenfoto nach getaner Arbeit (v.l.): Kathrin Algasinger (Leiterin Oase-Naturkindergarten), Pfarrer Archimandrit Georgios Siomos, Pfarrer Edson Schumacher, Oase-Gründerin Marile Götz, Gemeindegärtner Bernd Prang, Pater Paul, Josef Lechner, Josef Haberl, Vater von Bürgermeister Stefan Haberl mit Tochter Rosi und seiner Frau Kathi mit Tochter Anni (verdeckt)Foto: til
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Gruppenfoto nach getaner Arbeit (v.l.): Kathrin Algasinger (Leiterin Oase-Naturkindergarten), Pfarrer Archimandrit Georgios Siomos, Pfarrer Edson Schumacher, Oase-Gründerin Marile Götz, Gemeindegärtner Bernd Prang, Pater Paul, Josef Lechner, Josef Haberl, Vater von Bürgermeister Stefan Haberl mit Tochter Rosi und seiner Frau Kathi mit Tochter Anni (verdeckt)

Bürgermeister Stefan Haberl lud zum Apfelbäumchen-Pflanzen ein und viele kamen. Auf der Wiese hinter Rathaus und Kirche fand die Gemeinschaftsaktion bei herrlichem Herbstwetter statt.

Taufkirchen – Es war einer der Termine, den jeder gerne wahrnimmt, auch wenn nachher die meisten ihre Schuhe putzten mussten. Denn die Wiese war noch ziemlich nass. Gemeindegärtner Bernd Prang hatte schon ein großes Loch gebuddelt, in dem das Bäumchen gesetzt wurde, dass einmal vier bis fünf Meter groß werden dürfte. Zuvor allerdings gab es eine Gesangseinlage von den Kindern und Erzieherinnen des OASE-Naturkindergartens, die als einzige passend für die Situation in Gummistiefel anmarschiert kamen.

Als „was ganz Besonderes“ begrüßte Haberl die drei Geistlichen Pater Paul, Pfarrer Edson Schumacher, beide aus Taufkirchen, und Archimandrit Georgios Siomos, Pfarrer der Allerheiligenkirche zu München und Ökumenreferent der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland, Vikariat in Bayern.

Auch Haberls Frau Kathi mit den Töchtern Anni und Rosi sowie seine Eltern Josef und Ilse, Gabi Hofstetter, die Vorsitzende des Heimat- und Verschönerungsvereins, sowie OASE-Gründerin Marile Götz ließen sich diesen symbolischen Akt nicht entgehen.

Der Bürgermeister sinnierte in seiner Ansprache über Heimat, die kein Wert, sondern ein Gefühl sei. Auch Birne, Zwetschge und Apfel seien Heimat, meinte er und sagte: „Heute geht es um einen Apfelbaum“, wenn man einen solchen in seinen Garten pflanze, gebe man ihm eine Heimat, gute Erde, Wasser und Vitamine, damit er verwurzeln und sich entwickeln könne.

Auch für die Gemeinde sei es wichtig, verwurzelt zu sein und wachsen zu dürfen.Ihm als neuen Bürgermeister sei auch wichtig, dass dies für Kirche und Rathaus, die kirchliche und politische Gemeinde gelte. So wolle er zum Beginn seiner Amtszeit dies als symbolischen Anlass dafür nehmen, dass sich beide fruchtbar entwickeln und wachsen. Bei einem solchen Amt brauche man eine gute Bodenhaftung, wie der Apfelbaum, und dürfe nicht gleich bei jeder Krise umkippen. Zugleich sei dieser Akt für ihn auch ein Symbol des Naturschutzes. Denn mit diesem Bäumchen werde die Natur erlebbar gemacht. So lud er alle Menschen ein, die keinen eigenen Obstbaum hätten, sich an diesem zu bedienen, sobald er Früchte trage.

Dies werde noch ein paar Jahre dauern, meinte Josef Lechner, der Apfe-Sepp aus Wambach. Er hatte das Apfelbäumchen gezüchtet und erklärte, dass es erst zweieinhalb Jahre alt und damit noch sehr jung sei. Er habe den Baum selber veredelt. Er handele sich auf alle Fälle um eine alte Sorte aus Lappach bei St. Wolfgang, sie genau zu erkennen sei schwierig gewesen, schließlich gebe es über 2000 Sorten.

Ob es ein „Kaiser Alexander“ sei, wie es auf der Hinweistafel steht, oder doch eine „Sternrenette“, konnte der Apfe-Sepp nicht mit Sicherheit sagen. Aber die Äpfel würden herrlich süß-sauer. schmecken. „I hoff, dass er guad eigrodt“, meinte er und gab ihm noch ein wenig Bio-Dünger mit auf den Weg. Dann könne der Baum bis zu 70 Jahre alt werden.Pater Paul ließ sich Haberls Einladung nicht zweimal sagen, für Erntedank werde man gerne das Angebot annehmen und sich dort Äpfel stibitzen.

Zum Einpflanzen kamen die Erwachsenen aber kaum. Denn dies übernahmen die Kinder mit Begeisterung. Wie die Ameisen wuselten sie um den Erdhaufen, hakten und schaufelten Erde in die Kuhle. Nur der Gemeindegärtner durfte dazwischen, um Pfosten neben das Bäumchen einzuschlagen, die ihm Halt geben sollen. - til

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