Praktische Ergänzung

Einen Pickup für die Kirchberger Feuerwehr

Feuerwehrvorsitzender Jan Adelsberger, Kommandant Martin Grandinger, Kirchbergs Bürgermeister Dieter Neumaier und Altbürgermeister Hans Grandinger (v.l.)
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Feuerwehrvorsitzender Jan Adelsberger, Kommandant Martin Grandinger, Kirchbergs Bürgermeister Dieter Neumaier und Altbürgermeister Hans Grandinger (v.l.)

Ersetzt wird damit der bisherige Mannschaftstransporter, der 38 Jahre lang seine Dienste geleistet hat.

Kirchberg – Ein bayernweite Rarität nennt die Feuerwehr Kirchberg seit wenigen Wochen stolz ihr Eigentum: Einen Ford Ranger Pickup mit einem Wechselmodul auf der Ladefläche. Fünf Personen finden in der Fahrzeugkabine Platz, das bisher einzige Modul beinhaltet eine Tragkraftspritze, die so von allen Feuerwehrlern mit einem gewöhnlichen Pkw-Führerschein Klasse B zum Einsatzort gefahren werden kann.

In Nachbarländern wie Österreich und Italien hat man die vielseitigen Vorteile solcher Feuerwehr-Pickups schon länger erkannt, in Kirchberg war es Kommandant Martin Grandinger, der vom praktischen Nutzen überzeugt ist und ein solches Fahrzeug für seine Mannschaft bei der Gemeinde beantragt hatte. Ersetzt wird damit der bisherige Mannschaftstransporter, der 38 Jahre lang seine Dienste geleistet hat.

Mit diesem sollen in Zukunft nur noch Übungsfahrten unternommen werden. Unter Bürgermeister Hans Grandinger bekamen die Kirchberger Feuerwehrler 2019 grünes Licht für ein weiteres Fahrzeug, bevor man eine Wahl traf, stimmte man sich mit umliegenden Wehren und der Kreisbrandinspektion ab. „Wir haben uns die Frage gestellt, welche Ausrüstung wirklich notwendig ist“, erinnerte sich der Altbürgermeister. „Mit dem Mehrzweckfahrzeug haben wir die richtige Richtung eingeschlagen, was Ausrüstung und Vielseitigkeit betrifft. Die Bürger können sich sicher fühlen, in den Bereichen Brandschutz und technische Hilfeleistung ist unsere Feuerwehr nicht nur gut aufgestellt, sondern auch sehr gut ausgebildet“, urteilte Bürgermeister Dieter Neumaier, der die Entscheidung zur Beschaffung noch als Gemeinderat mitgetragen hatte.

„Euer freiwilliger Einsatz ist heutzutage etwas absolut unbezahlbares“, wandte er sich an den Kommandant. Rund 65.000 Euro kostete das ehemalige Vorführfahrzeug (Baujahr 2019), Fördergelder vom Freistaat gab es dazu keine, den dieser für die Feuerwehr (noch) ungewöhnliche Fahrzeugtyp ist nicht förderfähig. „Mit diesem Preis sind wir aber immer noch günstiger, als mit einem herkömmlichen Mannschaftswagen, selbst nach Abzug der Förderung“, stellte Martin Grandinger fest.

160 PS auf Allrad bewegen den „Ford Ranger Double Cab 2,2 TDCI“, der 3,27 Tonnen wiegt. Der Modul-Aufbau wurde von der Firma ­Kofler aus Bozen durchgeführt, wobei diese wegen Corona während der Arbeiten drei Monate schließen musste und es so zu einer erheblichen Verzögerung bei der Auslieferung kam.

Den Funktechnik-Umbau übernahm die Firma Klein-ITK aus dem niederbayerischen Altdorf. Zur Ausstattung gehört auch ein Notfallrucksack, „Einsätze, bei denen wir erste Hilfe leisten, werden immer häufiger“, erklärte Grandinger. Ein beachtlicher Teil der Gesamtkosten, nämlich 6.000 Euro kamen aus der Kasse des Feuerwehrvereines. „Eine solche Unterstützung durch den Verein gab es nicht zum ersten Mal und ich glaube nicht, dass das bei vielen anderen Feuerwehren so geschieht. Das ist eine Besonderheit bei uns“, erklärte sein Vater dankend in Richtung Jan Adelsberger, der als 1. Vorsitzender den Verein beim Pressetermin vertrat.

Die Frage, ob die Beschaffung neuer Module, etwa zur Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen, schon im Raum stehe, verneinte der Kommandant. „Momentan nicht. Wir stehen als Feuerwehr jetzt top da. Obwohl wir eine sehr kleine Gemeinde sind, haben wir derzeit 60 Aktive, ein neues Löschfahrzeug und jetzt auch das Mehrzweckfahrzeug“. - fh

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