Wichtige Erneuerung

Einweihung des neuen Feuerwehrhauses in Lengdorf

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Das alte Feuerwehrhaus (l.) mit dem zukunftsorientierten Neubau (r.)

Lengdorf – Um ihr neues Feuerwehrhaus werden die Feuerwehrfrauen und -männer aus Lengdorf bestimmt von vielen anderen Kameraden beneidet. Aber die Rettungskräfte müssen künftig bei Unfällen und Sicherungsaufgaben ja auch auf die Autobahn A94 ausrücken und damit steigen die Anforderungen an sie immens. Das alte Feuerwehrgerätehaus aus dem Jahr 1964 war in vielen Hinsichten nicht mehr zeitgemäß. Nur eine Toilette war vorhanden, getrennte Sanitäranlagen und Umkleiden fehlten. Da konnte es schon mal passieren, dass der Feuerwehrmann die Feuerwehrdame in der Unterhose erblickte. 

So stellte man schon 2014 die ersten Planungen für einen Neubau an. Sich der wachsenden Aufgaben durch die A94 bewusst, wurde großzügig geplant. Der Bauantrag wurde im Juni 2016 gestellt, Baubeginn war ein Jahr später, zwei Jahre und zwei Monate später der Bau fertig gestellt. Was die Gemeinde für die veranschlagten Kosten von 2 Millionen Euro, abzüglich 246.000 Euro Förderung hier auf die Füße gestellt hat, kann sich sehen lassen.

Das Haupthaus ist 39 mal 13 Meter groß, der Lageranbau 26 mal 5,50 Meter, beides umfasst einen umbauten Raum von 4200 Kubikmeter. Imposant wirkt die luftige Fahrzeughalle. Hier stehen das Mannschaftsfahrzeug, das Einsatzfahrzeug LF 16/12 und der für nur 57.000 Euro angeschaffte 16 Jahre alte Gerätewagen Logisitik 2. Der benötigte Verkehrssicherungsanhänger für den Autobahneinsatz wurde vom Landkreis gestellt, sagt Kommandant Florian Bauer. Im Notfall geht man sich hier nicht gegenseitig im Weg um und kann schnell ins Rettungsfahrzeug klettern. Von der Fahrzeughalle führt eine Stahltreppe in den Speicher, die zusätzlich einen zweiten Zugang in den Schulungsraum schafft. Die Mannschaftsküche im ersten Stock wurde vom Feuerwehrverein selbst geplant und finanziert. Groß und geräumig ist auch der Vorplatz, wo künftig die Schützen ihren Maibaum aufstellen, die Feuerwehrleute ihr Dorffest feiern, die Glühweinhütte in der Adventszeit steht, und die Rettungskräfte parallel aus den vier Toren der Halle rausfahren können. Stellplätze für Feuerwehrleute und Besucher gibt es genügend. Das fünfte Tor führt in die Waschhalle, die auch vom Bauhof genutzt wird.

Mit dem Anbau an das alte Feuerwehrhaus werden viele Synergieeffekte genutzt. Denn der Bauhof, der auch aus allen Nähten platzt, hat seine Gerätschaften in den alten Feuerwehrhallen untergestellt, die noch hergerichtet werden müssen, erklärt Bürgermeisterin Gerlinde Sigl. Sowohl die freiwilligen Helfer als auch die Bauhofmitarbeiter müssen immer wieder gemeinsam ausrücken, etwa bei Hochwasser, wenn sie mit Sandsäcken weitere Überschwemmungen, überflutete Straßen oder voll gelaufene Keller vor dem weiteren Eindringen von Wasser schützen sollen. Das barrierfreie Feuerwehrhaus bietet noch viel mehr: Einen Schulungsraum mit Terrasse und Fluchttreppe, den auch andere Vereine nutzen können, etwa die Senioren oder die Landfrauen für ihre Treffen. Auch die Geschäftsleitertagung wird hier im Oktober abgehalten. Außerdem gibt es einen Aufenthaltsraum für die Aktiven, einen Leitstand, um größere Einsätze zu koordinieren, ein Materiallager, Umkleide- und Sanitärräume sowie separate Duschen für Frauen und Männer. Auch eine Kleiderkammer, eine kleine Werkstatt, ein Wasch- und Trocknungsraum für die Uniformen und die Atemschutzgeräte, behindertengerechte Toiletten und ein Aufzug, ein Technik- und Heizungsraum sind vorhanden.

Um die Kosten nicht unnötig in die Höhe schnellen zu lassen, wurden viele gebrauchte Gegenstände, vor allem beim Inventar verwendet. So stammt die Küche im Schulungsraum von der früheren Sparkasse von Lengdorf und die dortigen Stühle von der Schule. Der neue Sozialraum des Bauhofs wurde mit ausrangierten Stühlen und einem Tisch des Gemeinderates ausgestattet, da das durch den Feuerwehrverein finanzierte Mobiliar erst geliefert wird. Auch der Leitstand der Feuerwehr ist gebraucht, gespendet von der Polizeiinspektion Dorfen. Weil das Feuerwehrhaus im Überschwemmungsgebiet liegt, wurde der Zweckbau so geplant, dass man etwas mit der Höhe rausgegangen ist. Dies geschah in Abstimmung mit der Feuerwehr, der Bürgermeisterin und dem Gemeinderat sowie dem Landratsamt. 

Umstritten war der Standort. Viele plädierten dafür, dass man mit dem Neubau aus der Ortsmitte raus ins Gewerbegebiet gehen sollte, um mehr Platz zu haben, aber auch im Notfall ungestörter agieren zu können. Aber die Aktiven wollten im Ort bleiben, was sich als sinnvoll herausgestellt hat. Denn das großzügige Areal hat das Potential für ein neues kleines Zentrum und sorgt für Leben in Lengdorf. Die ökumenische Einweihungsfeier findet am Samstag, 12. Oktober um 16 Uhr statt. Der Festakt beginnt mit musikalischer Einstimmung, Grußworten der Bürgermeisterin Sigl, des Landrates Martin Bayerstorfer, des Kreisbrandrates Willi Vogl und des Kommandanten Florian Bauer. Nach der Segnung des Feuerwehrhauses und des neu angeschafften Fahrzeuges ist eine Führung durchs Haus geplant. Ein Tag der offenen Tür ist für nächstes Jahr geplant.  - til

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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