Leben in Zeiten von Corona

Endlich wieder Leben im Dorfener Jugendtreff

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„Pete“ nennen die die Jungs und Mädels Peter Fischl, Leiter des Dorfener Jugendtreffs (hinten l.) liebevoll: „Er ist immer für uns da.“

Dorfen – Es sind die Spaghetti, die den Jungs und Mädels gefehlt haben. „Wir kochen hier Pasta“, sagt Patrick, Anfang 20. Immer wenn er da ist wird gegessen: „Gemeinsam schmeckt es eben besser“, so der junge Dorfener, der seit vielen Jahren regelmäßig in den offenen Jugendtreff (OJT) kommt. „Die Jugendlichen stellen sich nach und nach wieder ein“, meint Peter Fischl, der seit acht Jahren für den Offenen Jugendtreff verantwortlich ist. Angestellt ist er beim Verein Brücke e.V, der Träger ist. Und das sei gut so. Denn die Peergroup, die gleichaltrigen Freunde, fehlten den jungen Menschen während der Corona-bedingten Schließung des OJT am meisten. Egal ob Ruheoase oder Spiel- und Sportstätte – viele Dorfener Jugendliche sehen den Jugendtreff am Kugelfang als „zweites Wohnzimmer“, so Fischl. 

Wichtig ist die gute Vertrauensbasis zwischen dem Aus- und Weiterbildungspädagogen und den Jugendlichen: „Ich bin da und unterstütze.“ Beispielsweise bei der Job- oder Lehrstellensuche. Oder wenn Jugendliche mit dem Schulstoff nicht zurechtkommen. Auch hier steht Fischl mit Rat und Tat zur Seite. Fischl sieht sich allerdings nicht in der Rolle eines Therapeuten, selbst dann nicht, wenn sich die Jugendlichen ihm anvertrauen: „Ich höre zu, bin eher Begleiter und Freund.“ Auch will er Vorbild sein, nicht die Jugendlichen belehren: „Das bringt meistens viel mehr.“ Während des Lockdowns saß er am Kummertelefon, hielt virtuell Kontakt mit seiner Klientel: „Es ging meistens um Alltägliches, aber auch um Schwierigkeiten beim Homescooling oder in der Familie – diese Zeit hat Spuren bei den Jugendlichen hinterlassen.“ Der Offene Jugendtreff am Kugelfang in Dorfen hat Dienstag und Donnerstag von 15 bis 19 Uhr sowie Freitag von 14 bis 17 Uhr geöffnet.  - hes

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