Freizeit-Tipp

Ferienspaß: Eiszeit neu entdecken

Mann mit kariertem Hemd steht vor Mammut-Skelett
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Museumsleiter Peter Kapustin mit Höhlenlöwe (verdeckt), Mammutweibchen (Original-Skelett), Mammut-Poster und Bullenschädel in der komplett neu gestalteten Eiszeit-Ausstellung. Vor dem Mammut liegt übrigens ein Stoßzahn, der in Velden/Vils ausgegraben wurde.

Steppenbison, Wollhaarmammut, Höllenlöwe und eine komplette Bärenfamilie warten neben vielen weiteren Fossilien im Urzeitmuseum in Taufkirchen auf Besucher

Taufkirchen – 2008 wurde die Eiszeitausstellung als erste in Taufkirchener Urzeitmuseum eröffnet Nun hat sie Peter Kapustin komplett neu gestaltet. Grund waren ein Wasserschaden und der Lockdown.

Pünktlich zu den Faschingsferien wird die Eiszeit wieder eröffnet und alle Interessierten können in diese wunderbare Welt der letzten großen (Weichsel-)Eiszeit (vor 117.000 bis 11.560 Jahren) eintauchen. Sie war eine der kältesten, die es jemals gab mit kilometerdicken Gletschern, die weit ins Alpenvorland vordrangen. Deshalb kann der 38-jährige Museumsleiter auch viele interessante Exponate aus Deutschland ausstellen, die er teils selber ausgegraben oder durch sein gutes Netzwerk erstanden hat.

Seine Leidenschaft für die Urzeiten hat er bereits mit fünf Jahren entdeckt und mit 24 Jahren sein Urzeitmuseum im Souterrain der Realschule ins Leben gerufen. Seither werkelt er unermüdlich, meistens in der Nacht, im Museum. Auf den 110 Quadratmetern Eiszeit inklusive Bärengrotte können die Besucher sechs Originalskelette und den Abguss eines Original-Höllenlöwen entdecken, des größten, „der jemals gefunden wurde“. Er steht neben einem rund 60.000 Jahre alten Wollhaarmammut-Weibchen, dem „Eyecatcher der Ausstellung“. Er wurde aus mehreren Teilskeletten von seinem Freund Aart Walen aus den Niederlanden neu montiert. Walen ist einer der ankeranntesten Tierpräparatoren und weltweit unterwegs. Neben dem deckenhohen Weibchen thront der Schädel eines Mammut-Bullen, die bis zu vier Meter groß wurden und Stoßzähne mit bis zu drei Metern Länge und 120 Kilo Gewicht hatten.

„Ein Nashorn und ein Riesenhirsch kommen noch“, sagt der leidenschaftliche Fossiliensammler. Ein Steppenbison und eine Bärenfamilie mit Papa-, Mama- und Teenager-Bär sind jetzt schon zu bestaunen. Sie sind rund 50.000 Jahre alt, waren reine Vegetarier und zogen sich zum Winterschlaf in solche Höhen zurück. Bis zu vier Meter groß und 800 Kilo schwer waren Höhlenbären.Dafür hat Kapustin die alte Höhle rausgenommen, einen Durchbruch zum ehemaligen Lager vorgenommen und dort sehr aufwändig eine neue gestaltet. „40 Dosen Bauschaum, ein Unterkonstrukt aus Holz, Hasendraht und Fließenkleber“ hat er dafür verbaut. Tüfteln und improvisieren gehört für ihn zum Geschäft, denn sein Budget ist begrenzt, dennoch wirkt alles sehr professionell.

An die 250 Stunden Arbeit hat er seit November hier gewerkelt. Der alte Boden wurde rausgerissen, ein neuer mit Mineralfarbe erstellt, die klappbaren Wände vertäfelt und Vitrinen mit außergewöhnlichen Exponaten, wie Wolf- und Hyänen-Knochen - „echte Raritäten“ - dort auf Kinderaugenhöhe eingelassen. „So kommen sie viel besser zur Geltung“, betont er und gesteht: „Für mich ist es Ablenkung und Leidenschaft“. Seine Konstruktionen müssen was aushalten, wenn bis zu 120 Besucher am Tag kommen, wie es in Bestzeiten vor Corona war. Mit dem Durchbruch zur Höhle konnte jetzt auch endlich ein schöner Rundgang geschaffen werden. „Du spazierst von der Eiszeit mit der Zeit bis zur Dinohalle.“

Die bestehende Wandmalerei wurde überarbeitet und beschneit, teilweise Tiere dazu gemalt, die als Skelette ausgestellt werden. Die Eiszeit-Ausstellung sei jetzt nicht mehr so verspielt. „Wir haben jetzt ein ganz anderes Raumgefühl und gehen mehr auf die Exponate ein“, um das Thema Eiszeit noch besser zu verkörpern.

Was es im Taufkirchener Urzeitmuseum am Attinger Weg 9 mit Dinohalle und -garten auf 1500 Quadratmetern indoor und 500 Quadratemtern outdoor alles zu sehen gibt, ist einmalig. Es öffnet wieder am 26. Februar unter der 3G-Regelung mit FFP2-Maskenpflicht im Innenbereich. Öffnungszeiten sind samstags von 11 bis 17 Uhr, sonn- und feiertags von 10 bis 17 Uhr und täglich in den bayerischen Schulferien von 10 bis 17 Uhr. Infos: www.urzeitmuseum.de.

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