Pädagogisch wertvoll

Gemeinde Taufkirchen lässt Unterstand und Schutzhütte für die Waldkindergartengruppe errichten

Im Unterstand der Waldkindergartengruppe „Buntspechte“ mit (v.l.): Stefan Haberl, Anneliese Mayer, Emma Josef (verdeckt), Lena Bauer, Ursula Bonzheim, Maxi Bauer, Hanna Bauer, Michaela Josef, Bärbel Bauer, Monika Auer, Renate Bauer (Pressesprecherin), Hannes Stuckenberger, Martin Bauer (verdeckt) und Christine Empl
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Die Gemeinde wollte mehr Waldpädagogik schaffen

Taufkirchen – Es war gar nicht so einfach, einen Unterstand im Wald für die Kinder der Waldgruppe „Buntspechte“ des Taufkirchener Gemeindekindergartens errichten zu lassen. Nun ist es geschafft und er wurde der Presse vorgestellt.

Er steht im (Gemeinde-)Wald, wo sich die Kleinen die meiste Zeit aufhalten. Derzeit besuchen zwölf Kinder die Waldgruppe, bei der offiziellen Vorstellung waren nur fünf Kinder der Notbetreuung mit dabei und hatten richtig Spaß ihr neues Reich vorzuführen. Die Kinder zeigten Bürgermeister Stefan Haberl und den anderen Erwachsenen die große Terrasse, die aus Naturmaterial gebastelte Klingel und ihr Kammerl, in dem sie ihre Utensilien zum Malen, Basteln, Schnitzen und Werken aufbewahren.

Die Waldgruppe sei „ein weiterer Meilenstein in der Kinderbetreuung der Gemeinde“ freute sich Haberl und dankte allen Beteiligten für ihren Einsatz, etwa Kindergartenleiterin Monika Auer, Waldpädagogin Ursula Bonzheim und Kinderpflegerin in Ausbildung Michaela Josef, Familienreferentin Anneliese Mayer sowie Zimmerermeister Hannes Stuckenberger, der den Unterstand in Absprache mit der Gemeinde mit vielen eigenen Ideen errichtete. Er spendierte auch einen Teil der Einrichtung und die Rampe für den Bollerwagen. Der Bau der Schutzhütte habe schon einiges an „Hirnschmalz“ erfordert“, gab er zu. Es habe aber auch viel Spaß gemacht, mal etwas anderes zu bauen, so verwendete er rundgedrechselte Fichtenstämme. Gekostet hat der Unterstand mit Fundament und Planung 21.125 Euro.

Viele Gespräche und Genehmigungen seien nötig gewesen, um den Unterstand an diesem Standort errichten zu können, verriet Haberl. Die Genehmigung sei auch nur zeitlich befristet, weil man im Wald nicht so leicht bauen dürfe, fügte Verwaltungsleiter Martin Bauer an, dessen drei Töchter die Waldgruppe besuchen. „Das hat schon ein bisserl Kampf gekostet.“ Es gehe dabei auch um Brandschutz. So müsse die Hütte im Notfall von der Feuerwehr zu erreichen sein. Ursprünglich hätte man sich einen Standort mit mehr Gefälle gewünscht, um unten einen Spielraum als eine Art Höhle unterzubringen. Geplant seien noch wegschiebbare Vorhänge, weil es auf der Terrasse ganz schön ziehen könne, so Bauer.

Die Gemeinde wollte mehr Waldpädagogik schaffen, weil der Oase-Naturkindergarten so gut ankomme, erzählte Sachbearbeiterin Christine Empl. Der Gemeindekindergarten liege dafür ideal und die Mitarbeiter hätten schon immer Waldtage angeboten, um den Kindern die Natur näherzubringen. Der bei Schneedruck, Sturm oder extremen Wetterbedingungen nötige Schutzraum wurde im Kindergartengebäude errichtet. Hier seien die Waldkinder immer freitags und bei ungünstiger Witterung. 90 Prozent verbrächten die maximal 20 Kinder aber im Wald, betreut würden sie dort von vier Fachkräften.

Für Haberl sind Wald- und Naturkindergärten nicht nur ein Trend, vielmehr gewinne der Umgang mit der Natur und die Identifikation mit der Heimat einen ganz anderen Stellenwert. Dies anzubieten und den Kindern damit etwas Gutes tun zu können, mache ihn stolz. Es sei ein zusätzliches Angebot, alle hätten ihre Berechtigung und ihren Bedarf. Die vielfältigen Möglichkeiten in unterschiedlichen Modellen im Gemeindekindergarten an der Fichtenstraße findet er zeitgemäß.

Die Buntspechte seien vier Tage im nahegelegenen Wald, einen Tag im Kindergarten. Bei einer anderen Gruppe sei es genau andersherum. Er freute sich, dass die naturbegeisterten Kinder sich hier sichtlich wohlfühlen. Denn sie demonstrierten bei dem Termin auch ihre schon mittlerweile erlangten Fertigkeiten beim Hämmern und zeigten, wie schnell sie Schlittenfahren fahren können. Auch einige Lager haben sie rund um ihren Unterstand im Wald aufgebaut und sich „Schneesuppe“ gemacht, wie Haberl feststellte, der selber zwei kleine Töchter hat. til

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