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Gipfel des süddeutschen Rokoko

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Hörgersdorf

(cif) – Kaum einer der durch das beschauliche Hörgersdorf kommt, vermutet einen so imposanten Kunstschatz in dem kleinen Ort der Gemeinde Taufkirchen. Dort steht eine der überregional bedeutsamsten Rokokokirchen Bayerns. Das St. Bartholomäus-Gotteshaus erstrahlt jetzt nach fast 4-jähriger Renovierungszeit wieder in seiner ursprünglichen Gestalt. Am Kirchweihtag segnete Weihbischof Bernhard Haßlberger während des Fest- gottesdienstes die Pfarrkirche. Jetzt sehe man „die viele Arbeit, Sorgen und Mühen nicht mehr, die hinter der langjährigen Renovierungszeit stecken“, sagte Haßlberger. Auf dieses Werk könne die ganze Pfarrgemeinde stolz sein. Sein großer Dank galt allen Arbeitern, Helfern, Planern sowie auch den Spendern, ohne die das Projekt nicht zu realisieren gewesen wäre. Kozelebrant, Pater Mariusz sprach von der ländlichen Gemeinde, die ein Herz habe. Das sei der gelebte Glaube, der in dem Gotteshaus sehr klar zum Ausdruck gebracht werde. Für die umfangreiche Renovierung der Kirche mussten 1,7 Millionen Euro aufgebracht werden, die 1720 von dem bekannten Erdinger Stadtmaurermeister Anton Kogler erbaut wurde. Der damalige Freisinger Fürstbischof Johann Franz Eckher von Kapfing und Liechteneck weihte die Kirche am 3. Oktober 1722. Um 1760 entstand die Ausstattung. Ein Werk des Dorfener Stukkateurs Johann Anton Bader, ein ausgeprägt eigenwilliger und einmaliger Künstler. St. Bartholomäus wird in der Fachliteratur als reizvoll, überregional bedeutsam und elegant beschrieben. Wegen ihrer in ekstatische ornamentale Formen aufgelösten Fassung gilt sie als ein Gipfel und Schlusspunkt des süddeutschen Rokoko. Der Kunstreferent des Erzbischöflichen Ordinariates München, Norbert Jocher, spricht über die nach seiner Darstellung „auf höchstem Niveau“ gelungene Restaurierung von einem „auf den ersten Blick verspielten, im näheren Zusehen aber besonders inhaltsreichen Rokoko“, die zum „Erdinger Sonderrokoko“ (Eschlbach, Oppolding, Hörgersdorf) gehört. Der Referent für Bauwesen im Erzbischöflichen Ordinariat, Hans-Jürgen Dennemarck, sagte, die in Hör- gersdorf bei der Renovierung tätigen Bauleute, Handwerker und Restauratoren hätten Großartiges geleistet. Gefördert wurde die gesamte Maßnahme vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, der Bayerischen Landesstiftung, der Bauerschen Barockstiftung, Bezirk Ober- bayern, Landkreis Erding und Gemeinde Taufkirchen.

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