"Nicht von dieser Welt"

Göttliche Inszenierung im Jakobmayer

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Sexgott Jupiter bezirzt Helen

Die Opera Incognita und die Freunde des Jakobmayers haben mit dem Cole-Porter-Musical einen musikalischen Glanzpunkt in Dorfen gesetzt

Dorfen – Kurzweilig, schmissig, mega-witzig und auch ganz schön frivol präsentierte sich das Ensemble des Cole-Porter-Musicals „Nicht von dieser Welt“ bei der Premiere im Jakobmayersaal. Das Publikum amüsierte sich köstlich vom ersten Auftritt an, auch wenn es keine bekannten Lieder zum Mitsingen gab. Mit ausgelassener Spielfreude, tollen Effekten, kreativen Details, schönen Choreografien, herrlichen Duetten und frechen Arrangements hatten Andreas Wiedemann als Regisseur und der Dorfener Ernst Bartmann als musikalischer Leiter seiner Band Opera Incognita auch bei ihrem ersten Musical die Erwartungen des Publikums mehr als erfüllt. In dem Stück geht es um den sexbessenen, „alten Bock Jupiter“, der der Amerikanerin Helen die Liebe beibringen will, und seine eifersüchtige Frau Juno, „die alte Spinatwachtel“, die dies zu verhindern sucht. „Statt Donnerschlägen empfange ich nur noch Discovery Channel“, beschwert sie sich. Beider Sohn Merkur soll als Götterbote seinen Vater mit der Amerikanerin zusammenführen. Ob er es schafft, zeigt sich in den drei unterhaltsamen Akten. Im besten Sinne einer Screwball-Comedy führt diese moderne Version der altgriechischen Komödie „Amphitryon“ zu lustigen Verwechslungen. Da beschweren sich die Frauen: „Man denkt immer nur an den Mann“ über ihre schlechten Erfahrungen mit dem starken Geschlecht, um doch nur nach ihnen zu lechzen. Auch „Lustgreisin“ Juno sehnt sich noch auf dem Rollator mit Gurkenmaske im Gesicht nur nach ihrem Göttergatten Jupiter, der durchaus seine Qualitäten zu haben scheint. Die ungezogene Kinderschar im Olymp zeugt davon. Als Chor und Tanzgruppe komplettieren sie das Spiel der sechs tollen Solisten Robert Gregor Kühn (Merkur), Elisabeth Margraf (Chloe und Nacht), Martina Mühlpointner (Helen), Markus Alexander Neisser (Jupiter und Art O´Malley), Carolin Ritter (Juno) und Max Hupfer, der den griechischen Hochstapler Niki Scolarianos spielt. Das Musical ist also auch politisch durchaus aktuell. Witzige Seitenhiebe wie „Immer noch keine Steuern“, „Care-Pakete für Griechenland“ oder „Gammelfleisch“ bringen Bezüge zu heutigen Skandalen und sorgen in den beiden Settings, dem Arcadia Inn in New York und dem Olymp, immer wieder für spontane Schenkelklopfer. Die Bühnenbildner wurden von Anton Empl kreiert, für die Outfits der teilweise vollbusigen Schönheiten und die knappen Shirts der ebenso drallen Männer war einmal mehr Barbara Gruber zuständig. Die Choreografie zauberte Elisabeth Margraf auf die Bühne.

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