Olympiateilnehmer will sein Rehazentrum veräußern

Hochleistungssport hat seinen Preis

Hochleistungssport hat seinen Preis. 50 Jahre hat Dr. Matthias Baumann auf dem Steinberg bei Ramsau/ Reichertsheim gelebt. Jetzt plant er, das große Anwesen zu verkaufen
+
Dr. Matthias Baumann.

50 Jahre hat Dr. Matthias Baumann auf dem Steinberg bei Ramsau/ Reichertsheim gelebt. Jetzt plant er, das große Anwesen zu verkaufen

Reichertsheim – Der Grund sei gesundheitlicher Natur, erklärt der leidenschaftliche Vielseitigkeits-Reiter. 1986 wurde er darin – dazu zählen Dressur, Geländeritt und Springen – sogar zweiter Deutscher Meister, gewann ein Jahr darauf bei der Europameisterschaft Silber, erreichte ein weiteres Jahr darauf bei den Olympischen Spielen in Seoul den sechsten Rang und in der Mannschaftswertung Gold und strich weitere Preise ein. Aber mit Blick auf seine Gesundheit weiß Baumann heute: „Der Hochleistungssport hat seinen Preis“. Sage das einem jemand in jungen Jahren, glaube man das nicht, „aber nun ist es soweit“, stellt er fest. Die Wirbelsäule mache die Belastung des Reitens nicht mehr mit. Deshalb möchte er sich mit seinem Besitz verkleinern und das 15 Hektar große Anwesen samt Gebäuden verkaufen, „auch die Pferde kommen weg“. Im Gespräch sind fünf Millionen Euro. Eine Wohnung habe er bereits in Wasserburg. Der Abschied schmerzt ihn schon, denn seine Eltern kamen von München und haben hier den Hof vor einem halben Jahrhundert für eine Pferdezucht gekauft. Baumann wuchs hier auf, besuchte die Schule in Ramsau, später zog es ihn zu einem Reitverein in Taufkirchen an der Vils. Nach seiner Sportlerkarriere studierte er Veterinärmedizin und eröffnete 1994 an dieser Stelle eine Trainings- und Rehabilitationseinrichtung für Sportpferde. Später kamen Partner hinzu. 2015 schloss das Rehazentrum, nun konzentriert sich der Tierarzt mit seinen Mitarbeitern und drei weiteren Tierärzten auf die ambulante Versorgung der Pferde von jedermann und will das auch weiterhin tun. Jeder der Ärzte hat dabei sein Spezialgebiet von Akupunktur über Zahnmedizin bis zur Gynäkologie der Pferde. Seine beiden Kinder besuchen das Gymnasium und studieren, möchten die Praxis aber nicht fortführen, bedauert der Vater. Vielleicht, so mutmaßt er, habe sein eigenes Leben als Hochleistungssportler abgeschreckt. Das könne er verstehen, denn er hatte stets zu wenig Zeit. Für so eine Karriere müsse man schon geboren sein. Aber er würde es wieder genauso machen, „das war ganz klar meine Berufung“. Mit dem Verkauf habe er es nicht eilig, das könne noch Jahre dauern. Weiter hier leben möchte er dann aber nicht, „lieber einen klaren Schnitt“. Dann ziehe er mit seinen Mitarbeitern um, „wenn die das wollen“.kg

Auch interessant:

Meistgelesen

Landmaschinenausstellung beim Dorffest St. Wolfgang
Landmaschinenausstellung beim Dorffest St. Wolfgang
Pfarrei Velden verabschiedet Pfarrer Huber
Pfarrei Velden verabschiedet Pfarrer Huber
Eröffnung der Singer-Tankstelle in Dorfen findet am Donnerstag, 10. …
Eröffnung der Singer-Tankstelle in Dorfen findet am Donnerstag, 10. Oktober, statt
Pfarradministrator begrüßt
Pfarradministrator begrüßt

Kommentare