Schöne Tradition

Jahrgang 1939 feierte freudiges Wiedersehen in Dorfen im Gasthaus am Markt

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Die ehemaligen Klassenkameraden hatten wieder ein Stelldichein.

Dorfen – Mit Gottesdienst und anschließendem Mittagsessen feierte der Jahrgang 1939 ein freudiges Wiedersehen in Dorfen im Gasthaus am Markt. Seit 40 Jahren schon organisieren Antonie Kraus, Erika Wimmer, Ingrid Zauner, Günter Janocha, Franz Herbst, Franz Streibl und Lina Mitterhofer die Klassentreffen. Immer im Abstand von fünf Jahren kommen sie zusammen, halten gemeinsam einen Gottesdienst und gehen danach zum Essen in eins der Lokale in Dorfen. „Wir waren eigentlich schon überall beim Essen, sagt Antonie Kraus, früher hatten wir sogar Musik und haben getanzt“, erzählt sie. „Wir sind eben noch vom alten Schlag. Sogar in der Kirche waren wir heute nach Frauen und Männern aufgeteilt.“ 

Das sei auch ganz selbstverständlich für alle, erklären ihre ehemaligen Klassenkameraden, denn so sei es ihnen in der Schulzeit beigebracht worden, wo Mädchen und Jungen noch getrennt voneinander unterrichtet und auch die Pausen getrennt verbracht worden seien. Ihre Kindheit sei vom Krieg geprägt gewesen, vor allem von der Nachkriegszeit, als die Amerikaner da gewesen seien. Viele erinnerten sich noch an die Carepakete, die die Soldaten mitgebracht hatten, zum Beispiel an die Bananen, aber auch an den Lehrermangel und die jungen Lehrerinnen, die die Buben in der Schule hatten. Auch davon den Haselnussgärten der Lehrer erzählten sie, und den Ästen, die sie als „Datznstecker“ benutzten. Ein Lehrer habe sie immer frisch im Schulgarten geschnitten, ein Schüler habe ihm mal eine Sollbruchstelle in den Stecker geschnitten. Keiner habe ihn verraten, dafür hätten sie dann alle „Übergelegte“ kassiert. 

Viele Anekdoten gab es über ihre Schulzeit zu berichten. So lachten sie noch gerne darüber, wie sie den „Schuxenberg“ auf den Schulranzen runtergerutscht seien, manchmal direkt bis vor die Haustüre, oder darüber wie alle gemeinsam beim Schlitten- und Skifahren am Dammerlberg gewesen seien. Heute kaum noch vorstellbar, mussten die Schüler damals vormittags und nachmittags zur Schule und der Kirchgang vor dem Unterricht gehörte selbstverständlich dazu. Über jenen wurde von den Klosterschwestern, die die Mädchen unterrichtet haben, ganz genau Buch geführt. Wer nicht in der Kirche war, habe anschließend keine Handarbeitsnoten bekommen, erklärten die Frauen. Zur Schule musste man rauf zum Ruprechtsberg, also zwei Mal am Tag den langen Weg hinaufmarschieren. Auf dem Schulweg sei einem so manch Interessantes begegnet, etwa beim Wehrertüchtigungslager, wo einige Munition mitgenommen hätten, um dann mit dem Schießpulver und einer Zündschnur zu experimentieren, bevor es in die Schule gegangen sei. 

Einige seien seit der Schulzeit gute Freunde, obwohl nur wenige von ihnen in Dorfen sesshaft geblieben sind. Die meisten seien zwar in Oberbayern geblieben, eine jedoch habe es bis nach Melbourne, Australien verschlagen: Josefine Hönninger. Sie komme trotz der langen Anreise immer gerne nach Dorfen. „Nur einmal war ich glaub ich nicht da,“ erklärt sie. Sie freue sich darauf, ihre alten Klassenkameraden zu sehen und besuche bei ihrem mehrwöchigen Aufenthalt auch ihre Familie oder Freunde aus der Schulzeit in München.  - nad

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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