Aktiv und kreativ in Corona-Zeiten

Kein Stillstand im Erdinger Museum Franz Xaver Stahl

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Museumsleiterin Heike Kronseder hat aus dem Depot einige Gemälde geholt und hängt die ständige Schausammlung im Erdgeschoss um.

Erding/Wartenberg – Noch ist das öffentliche und private Leben in Zeiten von Covid-19 auf das Notwendigste reduziert. Die Rückkehr zur Normalität erfolgt in kleinen Schritten und Maßnahmen der Exit-Strategie werden eher zögerlich umgesetzt, um das Ausweiten der Pandemie weitestgehend zu vermindern. Wertstoffhöfe, Geschäfte bis 800 Quadratmeter Verkaufsfläche und Buchhandlungen dürfen beispielsweise wieder unter Hygieneauflagen und Zutrittsvorgaben öffnen, doch die Schulen in Bayern werden voraussichtlich erst ab 11. Mai ihren Schulbetrieb wieder aufnehmen und Großveranstaltungen werden zunächst bis Ende August nicht stattfinden. 

Diese Reglementierungen betreffen auch den gesamten kulturellen Bereich wie Kinos, Theater und Museen, da die strengen Kontaktverbote ebenfalls weiter gelten. Dennoch gebe es reichlich zu tun, weiß Heike Kronseder, Leiterin des Museums Franz Xaver Stahl zu berichten. Die Arbeit hinter den Kulissen im Museum geht nie aus,“ so Kronseder. Es werde archiviert, sortiert, detaillierte Recherche betrieben und Texte verfasst für Kommendes. Denn im Herbst soll die Ausstellung „Hundstage - Hundebilder von Franz Xaver Stahl und Johann Georg Schlech“ stattfinden. Diese gilt es vorzubereiten. 

Jeden Tag fährt die Kunsthistorikerin ins Museum, um die anfallenden Aufgaben zu erledigen, auch wenn der öffentliche Ausstellungsbetrieb voraussichtlich bis Ende Mai ist noch eingestellt und somit finden auch keine Führungen statt. „Die Räume im Museum sind sehr klein, da kann kein Sicherheitsabstand eingehalten werden“, begründet die Wartenbergerin die notwendigen Einschränkungen. Auch das komplette Team an ehrenamtlichen Mitarbeitern befindet sich nicht vor Ort, denn diese seien durch die Bank alle über 70 Jahre alt und gehören somit zur Risikogruppe, so die Museumsleiterin. So habe sie Zeit, vieles in Ruhe aufzuarbeiten, aber dennoch vermisse sie den Publikumsverkehr, denn das Haus sei in der Regel munter und belebt. „Es fehlen einfach die munteren Schulklassen, die interessierten Besuchergruppen, die Kreativkurse im Künstlergarten und vor allem das Klingeln der Eingangstür.“ 

Besonders bedauerlich ist für Heike Kronseder, dass eine tolle Schau von Kunstwerken und Darstellungen des bewegten Lebens des in Erding geborenen Kunstmalers Albert Schiestl-Arding (1883- 1937) nun nicht stattfinden kann. „­Alles ist vorbereitet“, so Krons­eder, „sämtliche Plakate, Flyer und Objektbeschriftungen sind gestaltet, aber zum Glück noch nicht in Druck gegangen.“ Sogar die Einladungskarten seien fertig gestaltet. Aber bedingt durch die Corona-Krise wird die Ausstellung, die zum großen Teil im Mai im Frauenkicherl und zu einem kleineren Teil im Museum Franz Xaver Stahl hätte hängen sollen, zu diesem Zeitpunkt nicht stattfinden. „Der bedeutende Sammler Joseph Hierling hat seine in der Kunsthalle Schweinfurt befindlichen Gemälde von Albert Schiestl-Arding für die Schau in Erding zur Verfügung gestellt. Die Gemälde warten verpackt in Schweinfurt auf den Transport nach Erding“, bedauert Heike Kronseder. Wir werden aber einfach die Ausstellung wie geplant im Frühjahr 2021 den Erdinger Bürgern zeigen. Albert Schiestl-Arding hat wie auch Hiasl Maier-Erding in seinem Nachnamen den Geburtsort verewigt. „Dies geschah bei beiden Künstlern aus Liebe zur Heimatstadt Erding. Albert Schiestl ging nach Worpswede, der berühmten Künstlerkolonie und arbeitete dort fleißig. Seine Gemälde gehören dem expressiven Realismus an und zeigen in der Motivwahl viele Landschaften, Porträts und Situationen aus Schiestls Leben. „Seine Biografie ist bewegend, spannend und berührend“, so Kronseder. Traurig stimmt Heike Kronseder auch, dass ihr Vortrag im Festsaal des Weißbräus über Leben und Werk Albert Schiestl-Arding am 11. Mai, nicht stattfinden wird. „Aber: Alles wird nachgeholt!“ verspricht Heike Kronseder.

Malende Kinder im Künstlergarten bei einem Workshop im vergangenen Jahr

Malwettbewerb für die Kinder daheim

Umso mehr Zeit hat die Kunsthistorikerin nun, sich mit den bereits zahlreich eingegangenen Einsendungen des Malwettbewerbs zu beschäftigen, der vom Team des Museums Franz Xaver Stahl ausgelobt wurde. Zum Thema „Unsere bunte Tierwelt“ können die Kinder auf unterschiedlichste Art kreativ werden, denn Malen, Zeichnen und Basteln seien eine herrliche Beschäftigungen wenn man, so wie in diesen Wochen, zuhause bleiben muss.

Einsendeschluss ist der 31. Mai

Jedes Kind und jeder Jugendliche im Alter zwischen vier und 16 Jahren kann daran teilnehmen. Die Größe des Kunstwerks kann man selbst wählen, auch die Maltechnik. Und auch das Motiv darf völlig frei gestaltet werden: lustige Tiere, Comics, Tiere auf der Weide, Tiere zuhause, Phantasie-Tiere. Einsendeschluss ist der 31. Mai. Die Bilder kann man per Post schicken: Museum Franz Xaver Stahl, Landshuter Straße 31, 85435 Erding. Man kann sie aber auch fotografieren und zunächst per Mail senden an heike.­kronseder@erding.de Zahlreiche Einsendungen per Post oder per Mail habe sie bereits erhalten von Mädchen und Jungen, die jüngste Künstlerin sei erst fünf Jahre alt. Besonders freut sich Heike Kronseder über das positive Feedback mancher Eltern, die sich dafür bedanken, dass diese Aktion initiiert wurde. Die Kunsthistorikerin sieht hier einen Dreifach-Nutzen. „Die Kinder sind beschäftigt, ich kann mich in dieser Ausnahmezeit sinnvoll einbringen und außerdem werden die Gewerbetreibenden vor Ort unterstützt.“ Denn als Preise winken viele Gutscheine von Erdinger Geschäften im Gesamtwert von 500 Euro, die ein Freund des Stahl-Museums hierfür spendiert hat. Wann die Prämierung der Einsendungen stattfindet, wird noch bekannt gegeben. Aber eines sei auf jeden Fall sicher: Alle Werke der kreativen Nachwuchskünstler werden im Franz Xaver Stahl Museum ausgestellt.  - and

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