Gemeinderat

Ja zum Kies, Nein zur Kiesgrube?

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Diese Straße nach Lichtfelden benutzen schwere Lastwagen-  bald könnten es noch mehr werden

Mit zwei Gegenstimmen beschließt der Gemeinderat in Maitenbeth letztlich den Antrag auf Wiederverfüllung der Kiesgrube bei Lichtfelden

Maitenbeth – Jeder will den Kies, aber keine Kiesgruben, fasste Maitenbeths Bürgermeister Josef Kirchmaier eine Diskussion in der Gemeinderatssitzung zusammen. Dabei ging es um einen Antrag zur Wiederauffüllung bei Lichtfelden. Mehrere Anwohner berichteten vom Lärm der Fahrzeuge. Sie befürchten, dass dies noch zunehmen könnte. Der Antrag betrifft eine frühere Kiesgrube der Firma Adler, die offenbar nicht vollständig rekultiviert wurde. Dieser Bereich sei nun etwa mit 185.000 Kubikmeter aufzufüllen, erklärte Bürgermeister Josef Kirchmaier. Eine Böschung sei zu roden und wenn dann alles aufgefüllt sei, entstünde dort eine Streuobstwiese. Eine Gefahr fürs Grundwasser sehe man dabei erst einmal nicht, denn das befinde sich in 25 Meter Tiefe. Was sich zuerst gut anhörte, rief bei den Räten große Skepsis hervor und lies das Vorhaben in eine unbestimmte Zukunft abdriften. Das fasste Gemeinderat Alois Kainz zusammen: Eine Verlängerung der in der Regel gewährten Fünf-Jahres-Zeiträume durch die Betreiber sei gang und gäbe und werde immer ständig bei der Ausbeutung und der Auffüllung in Anspruch genommen. Die Rekultivierung könnte demnach noch lange dauern. „Da braucht sich keiner mehr wundern, wenn bei so einer Salamitaktik keine Akzeptanz mehr da ist“, bedauerte Kainz. Hinzu kommt der zunehmende Lastwagen-Verkehr, der den Anwohnern jetzt schon zu viel ist. Als Zahl sind täglich „20 bis 30 Lastwagen“ genannt worden. „Zählt unsere Lebensqualität denn gar nichts?“ fiel die Frage eines Anwohners in der Sitzung. Bürgermeister Josef Kirchmaier war bemüht, das in Relation zu setzen. So hätten etwa die Anwohner in Thal unter erheblich mehr Autos zu leiden. Zudem lägen zulässige Grenzwerte für Emissionen im Außenbereich noch einmal höher als in einer Wohnsiedlung. Trotzdem „sollte sich das mal jemand anhören“, lautete eine weitere Forderung von Seiten der Zuhörer. Letztlich blieb es bei dem Hinweis, das Landrats- amt zu kontaktieren, würden etwa die Werte nicht eingehalten. Als Gemeinde gehe man davon aus, dass die Auflagen des Landratsamtes, das letztlich so etwas genehmige, auch eingehalten würden. „Wir haben keine Chance, das ist alles gemessen worden“, beschied Kirchmaier. Außerdem gibt es Befürchtungen, dass die Straße das nicht aushalte und daraus folgend die Möglichkeit, das Vorhaben deshalb komplett zu verhindern, weil die Erschließung nicht gesichert sei. Eine Sperrung der Straße bei Kramerberg sei aber nicht realistisch, meinte der Bürgermeister. Dann frage jeder, „wo sind die denn bisher gefahren?“ Zu klären sei auf jeden Fall eine Beteiligung der Firmen an den Sanierungskosten der Straße. Diskutiert wurde noch die Möglichkeit einer Verlegung derselben, aber das „ergibt für mich keinen Sinn“, erklärte der Bürgermeister, wenn man Geld für eine Straße bereitstelle und dann nutze die kein Bürger, sondern nur Firmen. Selbst eine Beschränkung der Betriebszeiten vermochte für die Anwohner nichts zu verbessern, denn werktags sei arbeiten grundsätzlich erlaubt, und dazu gehöre auch der Samstag ,um den es hauptsächlich ging. Mit zwei Gegenstimmen war der Rat letztlich für den Antrag auf Wiederverfüllung.kg

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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