Intelligente Tierrettung

Kirchberger Jagdgenossen unterstützen Drohnenprojekt

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Der Vorstand der JG Kirchberg mit Rudi Hamberger (2.v.l.) und Sepp Berger, Lorenz Oberndorfer jun., 1. Jagdvorsteher Johannes Oberndorfer, Korbinian Sedlmaier, Rudi Hamberger und Lorenz Oberndorfer sen.

Kirchberg – Obwohl die Jahreshauptversammlung der Jagdgenossenschaft (JG) Kirchberg auf unbestimmte Zeit verschoben werden musste, gibt es doch eine sehr erfreuliche Nachricht zu vermelden. Bereits im März 2019 unterstützte die JG Kirchberg den Kauf einer Drohne zur Wildrettung mit 500 Euro Euro. Die Spende wurde an Rudi Hamberger, der der „Kitzrettung Hegering Taufkirchen/Vils“ vorsteht, übergeben. Außerdem konnte der 1. Jagdvorsteher Johannes Oberndorfer damals noch den Beschluss verkünden, dass die Anschaffung bis maximal 500 Euro nochmals von den Jagdgenossen gefördert wird, sollten die Spenden nicht ganz ausreichen. 

Rudi Hamberger erklärte: „Durch die erneute Spende ist der Verein auf gutem Weg, sich bis zur Mahd im Frühjahr eine eigene Drohne für die Rettung von Rehkitzen anzuschaffen. Um dies zu erreichen wurde der Verein Kitzrettung Hegering Taufkirchen/Vils gegründet mit dem Ziel der Förderung des Tierschutzes.“ Der Hegering Taufkirchen besteht aus den Revieren Taufkirchen, Hofkirchen, Inning, Steinkirchen, Kirchberg, Sulding, Hohenpolding, Wambach, Moosen und Gebensbach. Beim Einsatz von Maschinen in der modernen Landwirtschaft werden in Deutschland nach Schätzungen jedes Jahr etwa 500.000 Wildtiere wie beispielsweise Rehkitze, Junghasen und Bodenbrüter schwer verletzt oder getötet, davon rund 90.000 bei der Grünlandmahd.

Arbeitsbreiten bis zu 14 Metern und mehr, sowie Geschwindigkeiten bis zu 20 Stundenkilometern sind nicht nur eine Gefahr für Rehkitze sondern auch für erwachsene Rehe und andere Wildtiere. Der erste Wiesenschnitt ist jedes Jahr eine Todesfalle für Jungtiere. „Wir Jäger vom Hegering Taufkirchen möchten Tierleben retten und Mähverluste noch effektiver verhindern. Diese neue Technik zur Kitzrettung mittels einer Drohne mit Wärmebildkamera möchten wir nutzen um eine möglichst schnelle und effiziente Suche nach etwaigen Rehkitzen in der Wiese unmittelbar vor der Mahd durchzuführen.“ Zudem lassen sich auch noch eine Vielzahl von anderen Wildtieren, wie Hase und Fasan, aufspüren. Mit dieser Drohne können die Jäger die Rehkitzsuche und Rettung selbstständig durchführen. Die Suche funktioniert nach dem Prinzip „Fliegen und Schauen“. Der Pilot überwacht während des Fluges das Live-Bild und erkennt potentielle Rehkitze. Die Suche wird von einer zweiten Person durchgeführt, die während des Fluges geleitet vom Piloten im Feld die Kitze sucht. 

Die Kosten für diese Variante der Kitzrettung belaufen sich auf rund 11.000 Euro. Diese beinhaltet die Kosten der Drohne und die dazugehörenden Schulungen und die Versicherungen. Diese enormen Kosten sind alleine durch die Revierinhaber nicht zu stemmen. Deshalb ist der Hegering Taufkirchen/Vils auf der Suche nach weiteren Sponsoren (Privatpersonen und Firmen), die sich an der Kitzrettung beteiligen wollen. Näheres zum Verein Spenden oder Mitgliedgliedschaft unter www.kitzrettung-taufkirchen.de. Die 1000-Euro-Spende wurde bereits vor der Ausgangssperre an Rudi Hamberger übergeben. Dieser nahm die Spende dankend an, um sein genanntes Ziel, den Einsatz bereits in der Mähsaison 2020, erreichen zu können. Selbst Jäger im Jagdrevier Kirchberg war er begeistert über die erneute Unterstützung durch die Jagdgenossen. Das zeige ganz deutlich, dass den Landwirten der Arten- und Tierschutz eben nicht egal sei. Gerade in der momentanen Phase, wo viele Landwirte und auch Jäger oftmals mit Themen wie Arten- und Tierschutz, Biodiversität und so weiter konfrontiert werden, sei dies doch ein positives Beispiel für Freiwilligkeit ohne Gesetze, Zusammenstehen eines Berufsstandes und guter Zusammenarbeit zwischen Jägerschaft und Landwirten. Auch zeige die Spendenbereitschaft der Jagdgenossen in einer schwierigen Zeit, wie der momentanen Corona-Pandemie, dass weiterhin ein soziales Miteinander sowie ein respektvoller Umgang miteinander und auch mit der Natur für Landwirte und Jäger eine Selbstverständlichkeit darstellen würden.  - Lorenz Oberndorfer

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