Drei Monate nach Ausruf des Katastrophenfalls

Kräfte, Kosten, Kathastrophe - Landkreis Erding zieht erste Corona-Bilanz

Kräfte, Kosten, Kathastrophe - Landkreis Erding zieht erste Corona-Bilanz
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Die bestätigten Corona-Fälle in den jeweiligen Gemeinden des Landkreises Erding

Erding - Zu den bestätigten Covid-19-Fällen im Landkreis Erding sind seit gestern keine neuen Fälle hinzugekommen; die Zahl der bestätigten Fälle bleibt damit 630. In den vergangenen sieben Tagen gab es damit im Landkreis Erding auf 100.000 Einwohner bezogen 9,3 Neu-Infizierte (sog. 7-Tage-Inzidenz). Die Zahl der Genesenen steigt um eine von 603 auf 604 Personen. Damit gelten derzeit 15 Personen als infiziert. Im Klinikum Landkreis Erding werden derzeit keine Covid-19-Patienten behandelt. An der zentralen Screeningstelle wurden am gestrigen Tag 13 Personen getestet. Insgesamt wurden bisher 5.611 Tests durchgeführt.

Bei den neu hinzu gekommenen Fällen handelt es sich um Personen aus den folgenden Gemeinden:

Drei Monate nach Ausrufung des Katastrophenfalls kehrt auch der Landkreis Erding langsam zurück ins normale Leben. Es liegen sehr arbeitsintensive und auch lehrreiche Wochen hinter allen Beteiligten. Landrat Martin Bayerstorfer ist tief beeindruckt vom persönlichen Einsatz der haupt- und unzähligen ehrenamtlichen Kräfte: „Das Coronavirus hat uns alle vor nie da gewesene Herausforderungen, sowohl im beruflichen als auch im privaten Leben, gestellt. Obwohl wir die Krise noch nicht überwunden haben, möchte ich bereits jetzt allen danken, die dazu beigetragen haben, dass wir vom Schlimmsten verschont geblieben sind.“

Einsatzkräfte

Seit Einsatzbeginn eingesetzte Kräfte insgesamt Einsatzbereich Anzahl 

Feuerwehr 616 

Hilfsorganisationen/SAN   

ASB 0 

BRK 528 

Bergwacht 0 

Wasserwacht 0 

DLRG 27 

JUH 40 

MHD 264 

Private RD/San 0 

Bayerische Polizei 67 

Bund   

Technisches Hilfswerk 102 

Bundespolizei 0 

Bundeswehr 90 

Sonstige 0 

LRA Erding Screenig -Stellen 1.164 

FüGK 685   0 

FüGK Erding - Bürgertelefon 273       

Anzahl der Einsatzkräfte insgesamt 3.856

Screeningstellen 

Das Landratsamt hat insgesamt drei Screeningstellen betrieben (Erding -Bildungszentrum für Gesundheitsberufe, Dorfen-Förderzentrum, Erding-Berufsschule) und in Taufkirchen eine Screeningstelle vorbereitet, die allerdings nie in Betrieb genommen wurde. Die Screeningstellen wurden dann zu einer Screeningstelle am Schwimmbad Erding zusammengelegt, die auch aktuell die einzig in Betrieb befindliche Stelle ist. Das Personal für die Screeningstellen wurde aus dem Personalkörper des Landratsamtes, Schülern des Bildungszentrums für Gesundheitsberufe, abgeordneten Lehrern, Freiwilligen und dem Personal des Kinderhauses „Die Wolpertinger“ rekrutiert. Aktuell wird das Personal vom LRA ED und vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen gestellt.

Kosten

Für den technischen Aufbau der Screeningstellen wurden (Stand 15.06.2020) insgesamt 31.233,79 € (brutto) investiert, der Betrieb hat bis dahin 66.429,30 € (brutto) gekostet. Der laufende Betrieb der Screeningstelle am Schwimmbad beläuft sich aktuell auf 10.775,96 € monatlich (brutto; ohne verbrauchsabhängige Kosten und Personalkosten).

Insgesamt wurden bei 5.611 Tests 625 positive Fälle entdeckt. Der Spitzenwert lag bei 271 Beprobungen am 22.03.2020. Mittlerweile ist ein kontinuierlicher Rückgang der Untersuchungen zu verzeichnen; im Schnitt wurden in den letzten Wochen täglich knapp 20 Proben entnommen.

Hilfskrankenhaus im Warteraum Erding 

Das Hilfskrankenhaus im Warteraum Erding war ab dem 06.04.2020 für bis zu 80/160 Patienten (mit Erweiterungsmöglichkeiten in der zweiten Stufe auf 320 Patienten und in weiteren Stufen auf deutlich höhere Patientenzahlen) betriebsbereit. Vorher hatten die Örtlichen Einsatzleiter Martin Angermaier und Martin Bauer die bauliche und dann die klinische Betriebsbereitschaft hergestellt. Hierbei wurde maßgeblich auf die Unterstützung des THW Markt Schwabens, der Malteser Erding und der DLRG und diverser Auftragnehmer zurückgegriffen.

Kosten

Für den Aufbau des Hilfskrankenhauses wurden Aufträge in Höhe von 344.406,74 € (brutto) vergeben (Stand 18.06.2020). Der Stand-By-Betrieb (ohne verbrauchsabhängige Kosten) kostet dabei aktuell monatlich 62.702,59 € (brutto), wobei die Sauerstoffversorgung mit 44.565,50 € den absoluten Löwenanteil ausmacht.

Nachdem das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration mit Ende des Katatrophenfalls festgestellt hat, dass in ganz Bayern keinen Bedarf mehr für Hilfskrankenhäuser besteht und die Regierung von Oberbayern ebenfalls mitgeteilt hat, dass das Hilfskrankenhaus aus Sicht der ROB nicht mehr erforderlich ist, erfolgt nun sukzessive der Rückbau der Einrichtung.

Beschaffungen 

Da die systemrelevanten Bereiche wie Kliniken, Arztpraxen, Alten- und Pflegeheime etc. über fehlende Bezugsmöglichkeiten von der erforderlichen Schutzausrüstung berichteten, übernahm die FüGK Erding frühzeitig die zentrale Beschaffung, was im Landkreis Erding zu einer deutlich verkürzten und entschärften Mangelsituation bei der Schutzausrüstung führte und die systemrelevanten Bereiche so weitgehend handlungsfähig blieben. 

Beschafft wurden hierbei insbesondere: 

FFP 2-Masken Knapp 400.000 

FFP 3-Masken 1398 

Schutzbrillen 2523

 Infekt-Schutzkittel steril 

148800 Infekt-Schutzkittel nicht steril

Infekt-Schutzanzüge Ca. 7.700 Sonstige Anzüge/  Overalls

Mundschutz/OP-Masken/FFP 1 Ca. 1.470.000 Mundschutz nicht medizin.

Mundschutz selbst genäht Ca. 6.000 

OP-Hauben 41.700 

Schuhüberzieher, in Stk 10.000 

Hände-Desinfektionsmittel, in Liter 9732,5 Flächendesinfektion, in Liter 4690 

Einmalhandschuhe diverse Größen Pckg. à 100 Stk 9365

Gummihandschuhe Gr. 8/5-9 Pckg à 20 Stk (10 Paar) 70 

Gummihandschuhe Gr. 9-10 Pckg à 20 Stk (10 Paar) 30 

SHOWA Schutzhandschuhe, in Stück 7000 

Schwammtücher Pckg à 10 Stk 950 

Leichensäcke 153 

Schutzvisier groß 110 Schutzvisier klein

Kosten

Hierbei wurden Aufträge im Wert von 4.466.068,05 € (brutto) vergeben. Die Bezifferung der tatsächlich bezahlten Auftragssumme ist noch nicht möglich, da noch etliche Rechnungen und auch Teillieferungen ausstehen.

Kosten Gesundheitsamt 

Das Gesundheitsamt hatte laut Auskunft von AL 5, Herrn Münsch, Kosten im Rahmen der Corona-Katastrophe in Höhe von 14.406,52 €.

Kosten Klinikum

Sachkosten / Investitionskosten Betrag Schutzausrüstung (Masken, Kittel, …) 490.000 € 

SARS-Cov-2-Tests (Mitarbeiter & Patienten) 200.000 € 

Intensivgeräte 280.000 €    

Gesamt 970.000 €

Anmerkung alle Angaben sind nur ein Zwischenstand bis etwa Ende Mai 2020 (abhängig von Rechnungsstellung)

nicht enthalten 

erhöhter Personaleinsatz (Abstellung LRA, Hilfskrankenhaus, Pforte, Infekt-Aufnahme…) 

Umbauten 

entgangene Einnahmen (Parkplatz, Wahlleistungen, …)

Kostentragung der Katastrophenschutzmaßnahmen 

Unabhängig von der In-Rechnungstellung der ausgelieferten Schutzausrüstung, werden die Kosten der im Katastrophenfall getroffenen Maßnahmen für eine Zuwendung aus dem Katastrophenschutzfonds des Freistaates Bayern angemeldet. Hier ist aber aktuell noch nicht klar, welche Anteile der Katastrophenschutzfonds übernimmt und welche Kosten dann tatsächlich zuwendungsfähig sind, weshalb aktuell keine Aussage getroffen werden kann, welche Kosten dann über diese Schiene refinanziert werden können.

Ehrenamt 

Durch 141 Näherinnen wurden bislang 12.860 Masken genäht, von denen 2.305 gespendet wurden. Für die Masken sind bislang Materialkosten in Höhe von 21.218,66 € angefallen. 640 Masken befinden sich noch im Rücklauf an das LRA. Von den 12.860 Masken wurden bislang 7.795 an diverse Einrichtungen, Senioren- und Pflegeheime sowie Bewohner von Asylunterkünften übergeben (50 gehen noch an die Selbsthilfegruppe Fibromyalgie). Gleichzeitig ließ der Landkreis der Flüchtlingshilfe Erding eine Spende in Höhe von 2.200,00€ für Materialien zur Herstellung von Community-Masken zukommen. Die Koordinierungsstelle Ehrenamt hat 285 Bilder von Kindern angenommen und diese zur Verschönerung an das Hilfskrankenhaus weitergeleitet. Für die Kinder, die sich an der Aktion beteiligt haben, hat das Eiscafé Krönauer 200 Eis-Gutscheine gespendet.

Die Vermittlung von Hilfsangeboten/-anfragen wurde ebenfalls durch die Koordinierungsstelle Ehrenamt übernommen. Hierfür wurde ein Callcenter mit (zeitweise) 3 Mitarbeiterinnen eingerichtet. Über das Angebot wurde durch Flyer, die im gesamten Landkreis verteilt wurden, informiert.

Weiteres Vorgehen bezüglich Coronavirus 

Die Kontrolle über das Infektionsgeschehen wurde seit Aufhebung des Katastrophenfalles zwar im Grundsatz wieder von der Gesundheitsverwaltung übernommen, der Katastrophenschutz bzw. die Führungsgruppe Katastrophenschutz kann bei entsprechender großflächiger Entwicklung selbstverständlich, ggf. durch die Ausrufung des lokalen Katastrophenfalles, zeitnah wieder hochgefahren werden.

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