Sensibilisieren für die Umwelt

Kreisverband Erding von Bündnis 90/DIE GRÜNEN warnen: Zu spätes Reagieren auf Klimawandel kostet Millionen

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Revierleiter Sebastian Kornherr (li.) und Betriebsleiter Dr. Heinz Utschig (re.): „Die Spaziergänger, die seit Corona auch unter der Woche im Wald unterwegs sind, wundern sich, wie oft wir Forstleute draußen sind.“

Vocking – Waldsterben 2.0 – Klimawandel und daraus resultierende Trockenheit, Hitze sowie Stürme, aber auch der Borkenkäfer setzen den Bäumen zu. Doch wie bedroht sind die heimischen Wälder wirklich? Über 40 Wanderer wollten es am Sonntagnachmittag wissen und nahmen an einer Exkursion teil, die mitten in den Wald Herrenberg bei Vocking führte. Referenten waren die für den hiesigen Wald zuständigen Forstleute von den Bayrischen Staatsforsten, eingeladen hatte der Kreisverband Erding von Bündnis 90/DIE GRÜNEN.

 „Der Klimawandel kommt nicht, er hat schon längst begonnen“, warnte Heinz Utschig, Betriebsleiter Bayerische Staatsforsten, vom Forstbetrieb Wasserburg. Utschig beschrieb den Worst Case. Im schlimmsten Fall könnte die Durchschnittstemperatur in der Region bis zum Jahr 2070 so stark ansteigen, dass heimische Bäume, wie etwa die Fichte nicht mehr standhalten können und absterben. Das Problem der Fichte: Sie ist Flachwurzler, ragt nur 30 Zentimeter tief in den Waldboden, der ja Wasserspeicher ist. In Trockenperioden – und die werden laut Wetterdienst in der Region immer häufiger und länger – verliert die Fichte mangels Wasser so schneller ihre Abwehrkräfte und wird zum Opfer des Borkenkäfers. Die vielen Regenfälle in diesem Sommer haben dem Forst gutgetan“, so Sebastian Kornherr, Revierleiter im Vockinger Wald. Außerdem kontrollieren die Forstleute hier ständig die Bäume: „Wird eine Fichte vom Borkenkäfer befallen, beginnt ein Spiel gegen die Zeit. Denn innerhalb von sechs Wochen, bis die nächste Borkenkäfer-Generation wieder ausfliegt, müssen die geschädigten Bäume aus dem Wald herausgenommen werden.“ Auch auf ein kluges Wald- Management lässt sich der vergleichsweise gute Zustand des hiesigen Waldes zurückzuführen, so die Experten.

 „Die Wälder passen sich nur langsam an Umweltveränderungen an – wir müssen 70 Jahre voraus denken“, erklärte Sebastian Klinghardt, stellvertretender Betriebsleiter in Wasserburg. Die Antwort auf den Klimawandel sieht dabei so aus: „Ein vier Baumarten-Konzept zur Schaffung multifunktionaler, gemischter und gestufter Wälder – also ein Waldumbau.“ Der Klimawandel kostet die Bayerischen Staatsforsten landesweit viel Geld: „Jährlich müssen wir eine Rekordsumme von aktuell 80 Millionen Euro zahlen“, fasste Forst-Chef Utschig zusammen.  - hes

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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