Warum wir machen, was wir machen

Kulturtafeln gegen das schlechte Image der Landwirtschaft

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Die Landwirtinnen Christine Zehetmaier (l.) und Juliane Seisenberger (r.).

Um dem schlechten Image der Landwirte entgegenzuwirken haben die Ortsbäuerinnen in St. Wolfgang Kulturtafeln aufgestellt, um ihre Arbeit darzustellen und darüber zu informieren. 

St. Wolfgang – Dauergrünland, Wiesen und Weiden: Meistens sind Wiesen und Weiden für Ackerbau weniger geeignet – sei es wegen starker Hanglage, nassen, schlecht befahrbaren oder unfruchtbaren Böden – um nur einige Gründe zu nennen. 

Auf Dauergrünland wächst Futter für Kühe, Pferde, Schafe, Ziegen und nur durch die Fütterung an Wiederkäuer kann das Gras für den Menschen nutzbar gemacht werden, als beispielsweise Milch, Wolle oder Fleisch. 

Im Frühjahr ist es wichtig, die Wiesen fit für den Sommer zu machen. Das beginnt im zeitigen Frühjahr, sobald der Boden abgetrocknet und gut befahrbar ist. 

Die Wiesen werden eingeebnet, entweder durch abschleppen oder walzen, um einerseits den aufgefrorenen Boden wieder fest anzudrücken und um Futterverschmutzung beim Mähen zu vermeiden. 

Oft wird gleichzeitig auch Grassamen ausgebracht, um lückige Wiesen wieder zu füllen. In einigen Schutzgebieten für Wiesenbrüter herrscht ein Betretungsverbot für Spaziergänger und auch für Hunde – damit die Bodenbrüter nicht aufgeschreckt werden und in Ruhe ihre Eier und Gelege betreuen können.

Während dieser Zeit lässt auch der Landwirt die Fläche in Ruhe – eben aus genannten Gründen. Eine Wiese wird normalerweise zwischen drei und sechs Mal pro Jahr gemäht. Gedüngt wird meist mit Gülle, da hier die Kreislaufwirtschaft angewendet wird. 

Das Gras wird an Wiederkäuer verfüttert, deren Ausscheidungen kommen wieder zurück, um dem nächsten Pflanzenaufwuchs Nährstoffe zu liefern. Wiesen sind ein riesiger CO2-Speicher, dort können pro Quadratmeter im Optimalfall bis zu 30 Kilogramm Kohlenstoffdioxid gebunden werden. 

Je mehr davon gebunden werden kann, desto besser kann der Klimawandel aufgehalten werden. Die Wiesen werden von Familienbetrieben bewirtschaftet. Wer Fragen zum Thema hat, sollte die Landwirte direkt ansprechen und konkret nachfragen.

Denn nicht alles, was im Internet zu finden ist, stimmt auch tatsächlich mit dem überein, was Landwirte Tag für Tag machen. Die Landwirte erzeugen täglich Lebensmittel, um die Bevölkerung damit zu versorgen.

Um dem schlechten Image der Landwirte entgegenzuwirken haben die Ortsbäuerinnen in St. Wolfgang Kulturtafeln aufgestellt, um ihre Arbeit darzustellen und darüber zu informieren. 

Insgesamt werden 160 verschiedene Feldtafeln an Feldern und Wegen im ganzen Landkreis verteilt aufgestellt und sollen als Information für Interessierte dienen. Diese Idee hatte Initiatorin Sabine Berger, weil ihr aufgefallen sei, wie wenig oder einseitig die Bürger über die Arbeit der Bauern Bescheid wissen. „Die Landwirte arbeiten hart – auf den Flächen und an sich selbst. Oft stehen sie als Sündenbock da, ein Vorwurf der einfach nicht stimmt“, so Berger. Sabine Berger

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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