Ein Herz für Tiere

LBV-Ortsgruppe Dorfen empfiehlt ganzjähriges Füttern, da das Nahrungsangebot für die Vogelwelt immer kleiner wird

Einige Kinder der Kindergruppe des LBV-Ortsverbands mit der Leiterin Sophia Ringler
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Einige Kinder der Kindergruppe des LBV-Ortsverbands mit der Leiterin Sophia Ringler

Das Füttern von Gartenvögeln hat Tradition und dient inzwischen sicherlich auch der Bestandserhaltung von Spatzen, Meisen, Finken und Co.

Dorfen – Die Kindergruppe der LBV-Ortsgruppe Dorfen bekam eine neue Aufgabe. Die Kinder helfen gemeinsam mit ihren Eltern bei der regelmäßigen Nachfüllung der Futtersilos, die jetzt von den Vogelschützern unter anderem am Nachtschwärmergarten aufgehängt wurden. Obwohl die praktischen Aktivitäten der Umweltbildung mit Kindern durch die Pandemie sehr stark eingeschränkt sind, ist die Vogelfütterung eine im Familien- und Freundeskreis machbare pädagogisch sinnvolle Tätigkeit, der die Kinder mit großer Begeisterung nachkommen.

Jetzt Vögel füttern und noch dazu um diese Jahreszeit? Das Füttern wird kontrovers diskutiert. Unnatürlich, meinen die einen, da zu viele kranke und schwache Vögel überwintern. Andere meinen, es bringt nichts, ist nett und schaden tut’s auch nicht. Die meisten aber finden Füttern wegen der knappen Nahrung nur im Winter wichtig.

Der LBV meint, die Fütterung ist über das ganze Jahr hinweg sinnvoll, solange es kein ausreichendes natürliches Nahrungsangebot gibt. Das Füttern von Gartenvögeln hat Tradition und dient inzwischen sicherlich auch der Bestandserhaltung von Spatzen, Meisen, Finken und Co.

Grundsätzlich wird das Nahrungsangebot für die Vogelwelt immer kleiner. Unkraut wird sehr professionell bekämpft, sowohl in den Gärten als auch in der Landwirtschaft. Der Anteil der Hecken und Feldgehölze hat sich drastisch verringert und die Erntetechnik ist so perfekt, dass im Herbst auf den Feldern kaum noch Ernterückstände zu finden sind. Am meisten betroffen davon sind die Feldvögel. Viele vom Arten- und Bestandsrückgang bedrohte Vögel sind zeit- und teilweise Körnerfresser. So ernähren sich zum Beispiel Lerchen ab dem Spätsommer hauptsächlich von Pflanzenteilen und Samen der Ackerwildkräuter und zum Teil auch von Ausfallgetreide, das jedoch häufig rasch untergepflügt wird. Durch häufige Mahd gibt es kaum noch samenbildende Wiesen und durch die moderne Unkrautregulierung kaum noch Wildkräuter auf den Getreidefeldern und Maisfeldern. Somit steht den Wildtieren nur noch eine eingeschränkte Nahrungsgrundlage zur Verfügung.

Wichtig ist die Vogelfütterung vor allem in den Brutzeiten, da die Bruterfolge besser sind, wenn die Eltern gut ernährt sind. Aufgrund des Insektensterbens wird die Futterbeschaffung für die Brut der Singvögel immer zeitraubender und anstrengender. Proteinreiche Insektennahrung ist für die Aufzucht aber unentbehrlich. Erschöpfte und schlecht ernährte Elternvögel werden leichter zur Beute von Katzen und Greifvögeln. Dies könnte auch ein Grund für die beachtliche Zahl verhungerter Nestlinge in den Nistkästen sein, wie wir bei der Kontrolle unserer Nistkästen in Dorfen auch in diesem Jahr wieder feststellen mussten.

Was, wann und wie füttern?

Optimales Körnerfutter besteht aus proteinreichen Sonnenblumenkernen, Erdnussschrot, Haferflocken und Kleinsämereien (Mohn, Hanf etc.). Letztere sind sehr teuer und werden deshalb kaum infrage kommen. Futterballen aus Talg oder Meisenknödel zur Fettversorgung sind sinnvoll. Weizen wird von Gartenvögeln eigentlich kaum gefressen. Mischfutter mit Weizen sollte daher nicht verwendet werden, weil die von den Vögeln auf den Boden geworfenen Weizenkörner nur Ratten und Mäuse anlocken.

Gefüttert werden sollte regelmäßig, bedarfsangepasst, aber ohne lange Unterbrechungen, da Aufbau und Erhalt lokaler Populationen nur mit verlässlichen Nahrungsquellen gefördert werden kann. Ganzjährig Vögel zu füttern ist deshalb für den LBV Dorfen eine durchaus sinnvolle Maßnahme, um stabile Singvogelpopulationen zu erhalten und den Mangel in der Natur ein wenig auszugleichen. Aus diesem Grund beabsichtigt der LBV Dorfen mehrere Futterstationen mit Futtersilos einzurichten. Mit großem Eifer mit dabei sind auf alle Fälle die jungen Vogelschützer der Ortsgruppe. - Franz Leutner

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