Musikalisches Jubiläum

Liedertafel Isen feiert 150-jähriges Bestehen

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Die Saänger der Liedertafel beim Gausängerfest 1955 in Töging

Isen – Aus dem kulturellen Leben der Marktgemeinde nicht wegzudenken ist die Liedertafel Isen, die heuer ihr 150-jähriges Bestehen feiert. Noch vor einem Jahr stand der Fortbestand des Männergesangsvereins nach dem Tod von Rainer Foh im Mai 2018 auf Messers Schneide. Fast 30 Jahre hatte Foh mit viel Engagement die Liedertafel als Vorsitzender geführt und war seit 1998 auch als Chorleiter erfolgreich tätig. Mit dem neuen Führungsgespann Thomas Hofmann und Robert Eiglsperger gelang schließlich im Juli 2018 ein Neuanfang. Für die musikalische Leitung konnte man mit Bärbel Mayerhofer aus Lengdorf eine hochkarätige Musikerin gewinnen. Mit großem Fachwissen, neuem Liedgut und voller Energie brachte sie den nötigen Schwung in den Chor.

Liedertafel-Gründung in 1869

Alles begann 1869, als die Liedertafel von Volksschul-Lehrer Seidl gegründet wurde. Aus der Zeit bis zum 1. Weltkrieg liegen die Vereinssatzung und eine Festschrift des Bayerischen Sängerbunds, sowie einige Veranstaltungs-Plakate vor. 1920 erweiterte sich die Liedertafel unter dem Vorsitz von Karl Weinzierl und Chorleiter Ludwig Seiler zum Musik und Theaterverein Isen. In dieser Zeit wurden erfolgreich Operetten und Singspiele aufgeführt. 1928 kehrte man zur ursprünglichen Form des Männergesangsvereins zurück. In der Folgezeit beteiligte sich die Liedertafel an Sängerfesten in Ebersberg, Erding, Dorfen, Grafing und sogar in Passau.

Mit Beginn des 2. Weltkrieges kam die Vereinstätigkeit zum Erliegen

Erst mit der Aufhebung des Vereinsverbots 1949 wurde die Liedertafel unter dem Vorsitz von Dr. Otto Mayerhofer und der musikalischen Leitung von Rektor Zeno Pfest wieder zum Leben erweckt. 1957 richtete der Verein unter dem Vorsitz von Albert Rappold das erste Gausängerfest in Isen aus. Im Jahr 1962 wurde Konrad Bauer die Leitung übertragen, unter dessen Stabsführung alljährlich Chor- und Orchesterkonzerte aufgeführt wurden, auch unter Mitwirkung von Profi-Musikern aus München. 1969 übernahm Sebastian Oberpriller den Vorsitz des Vereins. Nach Bauers Ausscheiden nach 16 Jahren, gelang es dem Verein, zunächst Lehrer Paul Lentner und darauffolgend Werner Rottler als Chorleiter zu gewinnen. Auch in dieser Zeit richtete die Liedertafel das Gausängerfest und regelmäßig Konzerte aus. Ab 1983 übernahm Harald Matschiner die musikalische Leitung. Auf sein Betreiben hin wurde sogar eine Schallplatte aufgenommen. 

1986 wechselte die Liedertafel vom Gauverband Mühldorf nach Erding. Im selben Jahr konnte der Verein den Kulturpreis des Landkreis Erding in Empfang nehmen. 1989 wurde das 120-jährige Bestehen des Vereins bei einem Freundschaftssingen mit 15 Chören und einem Festkonzert gebührend gefeiert. Sebastian Oberpriller übergab im selben Jahr den Vorsitz an Reiner Foh. 1991 richtete die Liedertafel das Frühjahrssingen des Sängerkreises Erding in Isen aus. Sogar im Bayrischen Rundfunk, in der Sendung „Grüße aus Oberbayern“ waren die Sänger live aus Isen zu hören. Auch das gesellige Vereinsleben kam nicht zu kurz. So wurden regelmäßig Vereinsausflüge organisiert, meistens verbunden mit der musikalischen Gestaltung einer Heiligen Messe oder einem gemeinsamen Singen mit Chören aus der besuchten Region. Im Jahr 2000 übernahm man eine Patenschaft für die Gruppe Alexander in der Behindertenwerkstätte Algasing, die bis heute mit gemeinsamen Nikolausfeiern und Grillfesten gepflegt wird. An der Isener Marktnacht beteiligte sich die Liedertafel von 2001 bis 2010 mit der legendären „Buschenschänke“, die bei der Bevölkerung großen Anklang fand. Von 1990 bis 2008 veranstaltete man alljährlich ein Weinfest, die letzten Jahre im Freizeitheim.

Termine im Jubeljahr der Liedertafel

Dort wird die Liedertafel am 14. September, im Rahmen des Weinfestes der TSV-Fußballer erneut auftreten. Höhepunkte des Jubeljahres sind der Festgottesdienst am 28. Juli, mit Kirchenzug und anschließendem musikalischen Frühschoppen im Gasthof Klement, sowie der Festabend am 9. November, im Klement-Saal, der gemeinsam mit Andrea Trabers „dACor“ gestaltet wird.   - A. Zimmer

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