Schildbürgerstreich?

Massiver Widerstand gegen neuen Containerstandort in Oberdorfen - Bürger sammeln Unterschriften 

Der neue Containerstellplatz in Oberdorfen muss wieder weg, fordert Jutta Fimm (2.v.l.) und über 340 Bürger.
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Der neue Containerstellplatz in Oberdorfen muss wieder weg, fordert Jutta Fimm (2.v.l.) und über 340 Bürger.

Verlegung der Container war Fehleinschätzung

Oberdorfen – Einem Schildbürgerstreich gleich kommt der neue Containerstandort in Oberdorfen im alten Dorf. Über 40 Jahre hatte die Nutzung der Container zum Entsorgen für Papier, Altglas, Dosen und Altkleider am Parkplatz der früheren Grundschule in Oberdorfen problemlos funktioniert. Jetzt wurden sie in einen anderen Ortsbereich direkt an die Gemeindeverbindungsstraße nach Lappach verlegt. Vermutlich werden die Container dort aber nicht bleiben, weil sich der Platz in der Praxis als zu gefährlich und absolut untauglich erweist. Aufgrund massiver Beschwerden befasst sich der Bauausschuss des Stadtrates in der April-Sitzung wiederholt mit dem Thema.

Vor zwei Wochen wurde der neue Standort mit mehreren Containern eröffnet, laut Jutta Fimm vor Ort zusammen mit mehreren Anwohnern. Es rege sich schon länger massiver Widerstand, denn der Standort sei viel zu gefährlich und müsse schnellstens wieder weg. Das Gefahrenpotential hätte man auch früher erkennen können, ärgern sich die Oberdorfener. Und auch Stadtrat Martin Heilmeier (Landliste Dorfen West) kenne als Esterndorfener die Örtlichkeit bestens, habe aber die Verlegung kürzlich noch befürwortet.

Wer zum Container will, muss wegen fehlender Stellplätze auf der Straße parken, erklärte Fimm, die direkt gegenüber wohnt. Vielfach werde dann auch auf Privatgrund geparkt. Fimm beobachte täglich gefährliche Verkehrssituationen am Containerplatz: „Eine Frage der Zeit, bis etwas passiert“. Auch das Abholen und Bringen der Container sei höchst kompliziert und bedenklich, weil dann der Lkw stets auch die ganze Straße für längere Zeit blockiere. Erfolglos habe man bereits im Vorfeld versucht, auf die Situation aufmerksam zu machen und sich gegen eine Verlegung der Container ausgesprochen. Aber niemand im Rathaus
oder im Stadtrat habe reagiert.

Nun hat die Oberdorfenerin unter anderem eine Unterschriftenaktion gestartet und am Montag Bürgermeister Heinz Grundner 319 Unterschriften gegen den Standort übergeben. Inzwischen seien es schon über 340 Unterschriften und es würden täglich mehr. Auslöser für die Verlegung waren Beschwerden von Eltern über Parkprobleme beim Bringen ihrer Kinder ins Kinderhaus Oberdorfen, das direkt neben der Schule steht.

Auf Nachfrage sagte Heilmeier, er habe kürzlich bei einem Ortstreffen mit Oberdorfenern eingeräumt, dass die Verlegung „eine Fehleinschätzung war“ und sich dafür entschuldigt. Er habe einen Dringlichkeitsantrag bei der Stadt gestellt, wonach der aktuelle Containerplatz wieder weg müsse. Das sehe auch Dorfens Polizeisachbearbeiter Karlheinz Lauffer so, berichtete der Hauptkommissar auf Nachfrage. Im Rahmen einer Verkehrsschau habe er den neuen Stellplatz begutachtet. Sein Urteil deckt sich mit den Beobachtungen der Anwohner. Der neue Stellplatz kurz nach einer unübersichtlichen Kurve direkt an der Straße sei verkehrstechnisch sehr gefährlich für Personen, die den Container nützen wollen sowie für den Durchgangsverkehr. Lauffer habe der Stadt „dringend empfohlen den Stellplatz wieder zu verlegen“. Das Thema wird vom Bau- und Verkehrsausschuss am Mittwoch 14. April, 19 Uhr, im Jakobmayersaal nochmals behandelt. - we

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