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Mehr Leben im Dorf

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Von: Birgit Lang

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Mehrere große Häuser und eine Kirche dazwischen geht steil eine Straße hinaab
Die neue Straße in Kirchdorf © Johanna Furch

Kirchdorfs Bürgermeister Christoph Greißl skizziert Maßnahmen, wie den „Ort der Begegnung“, die angepackt werden sollen

Kirchdorf– Das Gemeindeleben in Kirchdorf stockt seit Beginn der Corona-Pandemie. Das gesellschaftliche Leben musste wie überall herunterfahren. Trotzdem ist man im Ort nicht untätig geblieben und auch in diesem Jahr stehen etliche Projekte an.

Rathausplatz wird zu „Ort der Begegnung“

Bereits seit mehreren Jahren ist die Gestaltung des Dorfplatzes Thema. Inzwischen ist die Straße ab dem Kindergarten gepflastert. Jetzt stehe der Platz vor dem Rathaus an, wie Bürgermeister Christoph Greißl in einem Gespräch mitteilte. Dort solle ein „Ort der Begegnung“ entstehen, beispielsweise für Standkonzerte, Freiluftkinos und andere Veranstaltungen.

Dafür müsse der Platz von der Straße besser zugänglich gemacht werden. Bei der Gestaltung will der Rathauschef die Bürger mitnehmen und „ein Nutzungskonzept mit Bürgerbeteiligung“ zusammenstellen. Der Antrag auf Förderung laufe, im nächsten Schritt gehe es voraussichtlich noch Anfang des Jahres an die Planung und Kostenschätzung.

Leben, arbeiten und einkaufen

Im Baugebiet in der Gärtnerstraße seien bereits die ersten eingezogen und die Gemeinde habe ihre Grundstücke verkauft und rechne in der nächsten Zeit mit den Bauanträgen. Nun stelle sich die Frage, wo sich weitere Baugrundstücke realisieren lassen. „Wir müssen an dem Thema dran bleiben, die Anfragen sind da“, so Bürgermeister Greißl.

Außerdem soll ein neues Gewerbegebiet in Esbaum gegenüber des ehemaligen Schletter-Geländes entstehen. Hier werden überwiegend Handwerksbetriebe einen Standort finden und „Arbeits- und Ausbildungsplätze schaffen“. „Im Herbst können die ersten einziehen“, prognostizierte der Rathauschef.

Als problematisch für die Ortsentwicklung sehe er die fehlende Nahversorgung. Für den Wocheneinkauf sei die Fahrt nach Haag nötig, aber „wir haben viele Direktvermarkter“, betonte er. Diese vertreiben ihre landwirtschaftlichen Erträge von Fleisch über Käse bis Gemüse ab Hof. Es gebe bereits erste Ideen, den Landwirten mit einem Regionalmarkt eine Plattform zu bieten, noch sei aber nichts spruchreif.

Kirchenjubiläum war Veranstaltungs-Highlight

Wieder mehr Leben in den Ort bringen, das sei ein großes Ziel, hänge aber von der noch andauernden Pandemie-Lage ab. „Vor allem die Vereine tragen zum Gesellschaftsleben bei, fallen in diesen Zeiten aber komplett weg“, bedauerte der Bürgermeister. Veranstaltungen seien im vergangenen Jahr schwierig gewesen. Er habe aber inzwischen die Bürgerversammlungen für 2020 und 2021 nachholen können.

Besonders hob er das Kirchenjubiläum zum 550-jährigen Bestehen der Kirchdorfer Pfarrkirche im August hervor. Die Landjugend und der Pfarrgemeinderat haben zu diesem Anlass eine Ausstellung im Pfarrheim sowie eine „Drei Kirchen Radl-Ralley“ vorbereitet.

Neue Themen sind alte Themen

Für die kommenden Jahre „greifen wir offene Themen wieder auf“, so der Rathauschef. Es gelte, sich mit der Frage zu beschäftigen: Wohin mit dem Bauhof? Und auch die Beschaffung eines Ersatzfahrzeugs der Feuerwehr Kirchdorf stehe an, brauche aber noch etliche Klärungen, da ein schwereres Fahrzeug für die Feuerwehrleute einen zusätzlichen Führerschein bedeute.

Auch das Rathaus soll künftig gezielter genutzt werden. Derzeit befinden sich hier das Bürgerbüro, der Bürgermeister selbst, das Gemeindearchiv, das bald nach Reichertsheim umzieht, und eine Aufbewahrungsfläche für die Vereine. Das Rathaus ist „unternutzt“, das soll in der nächsten Zeit ebenfalls angegangen werden und mehr „Leben in den Dorfmittelpunkt“ bringen.

Johanna Furch

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