Interessanter Wechsel

Neue KiTa-Leitung in Maitenbeth: ein Mann

Ein Dorfener, der in Isen lebt und in Maitenbeth arbeitet: Gerhard Aimer-Kollroß
+
Ein Dorfener, der in Isen lebt und in Maitenbeth arbeitet: Gerhard Aimer-Kollroß

Der Heilerziehungspfleger, Heilpädagoge und Dozent aus Isen kann auf einige Erfahrung zurückblicken

Maitenbeth – Die Kindertagesstätte „St. Agatha“ in Maitenbeth hat mit Gerhard Aimer-Kollroß einen neuen Leiter bekommen. Er löst Sabine Binsteiner-Maier ab.

Mit 58 Jahren schaut der Heilerziehungspfleger, Heilpädagoge und Dozent aus Isen auf einige Erfahrung zurück, auch weil er ursprünglich Kachelofensetzer gelernt hat, in der Gastronomie beschäftigt war und Familienvater von vier Kindern ist.

Ein Freund brachte ihm nach der Bundeswehrzeit den Beruf des Heilerziehungspflegers in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung nahe. Dort stellte der gebürtige Dorfener fest, dass ihm die Arbeit mit Menschen sehr liegt und so begann er eine Ausbildung. Besonders gefällt ihm, die Entwicklung von Menschen zu verfolgen und daran beteiligt zu sein. In einem Kindergarten sind das frühe, wichtige und prägende Jahre, in denen sich für die jungen Menschen viel ereignet. Das möchte der Pädagoge begleiten und unterstützen. Ihn interessiert aber nicht nur die praktische Anwendung, sondern auch die Lehre. So war er zehn Jahre als heilpädagogischer Förderlehrer an einer Förderschule tätig, bevor er in einem Erdinger Kindergarten die stellvertretende Leitung übernahm. Als Dozent an einer Fachakademie trug er zur Ausbildung und Begleitung von angehenden Heilerziehungspflegern bei. Nun reizte ihn die freigewordene Stelle in Maitenbeth als eine der größten Einrichtungen dieser Art im Landkreis. Erst jetzt ist hier ein Anbau am Haus fertiggestellt worden.

Zur Zeit orientiert sich Gerhard Aimer-Kollroß noch im Haus, dabei hilft ihm vor allem seine Stellvertreterin Jessica Huber. Der Kontakt zu den Eltern der Kinder ist durch die Corona-Maßnahmen zu seinem Bedauern eingeschränkt. Es gilt, 123 Kinder in Krippe, Hort und Kindergarten durch 23 Mitarbeiter zu betreuen. Am wichtigsten ist ihm, „dass alle gerne herkommen und sich wohlfühlen“. Damit meint er auch die Beschäftigten. Dass er als Mann in diesem Beruf selten ist, weiß er. Sicher habe das auch Nachteile, schon früher habe er Vorbehalte in der Art kennengelernt, dass Mütter „den Mann in der Gruppe“ als Erzieher für ihr Kind ablehnten. Selber wünscht er sich jedoch mehr Männer in diesem Beruf.

Den Kindern sollte man mit „Wertschätzung, Empathie und Kongruenz“ gegenübertreten, befindet Gerhard Aimer-Kollroß. Kongruenz beschreibt dabei eine authentische Kommunikation mit den Kindern. Die große Neugierde der Kleinen brauchen die Pädagogen eigentlich nur aufzugreifen und in solche Bahnen zu lenken, die selbstständige Erfahrungen mit den bestmöglichen Folgerungen daraus ermöglichen. Man könne niemandem das Leben erklären, das müsse erfahren werden, weiß der Pädagoge. Hier greife die Geduld der Erwachsenen, dieses Erleben zuzulassen, zu lenken und nur notfalls zu korrigieren. Letztlich seien die Erwachsenen dazu da, die Grenzen zu bilden. Reibung gebe es ständig, weiß der Familienvater aus eigener Erfahrung.

Wichtig ist Gerhard Aimer-Kollroß außerdem gesellschaftliches Engagement, etwa als Gemeinderat in Isen oder in der Leitungsfunktion im Sportverein. Zu seinen Hobbys zählen Wandern, Motorradfahren und Skifahren. - kg

Auch interessant:

Meistgelesen

„Nachwuchspolitiker“ in Berlin
„Nachwuchspolitiker“ in Berlin
Endlich wieder Leben im Dorfener Jugendtreff
Endlich wieder Leben im Dorfener Jugendtreff
Bäckerei "brotwuid" eröffnet in Lengdorf
Bäckerei "brotwuid" eröffnet in Lengdorf
Corona-Schnelltestzentrum in Velden
Corona-Schnelltestzentrum in Velden

Kommentare