Auf den Spuren unserer Vorfahren

Öfen, Knochen, Essensreste

Archäologenteam hat interessante mittelalterliche Funde am Areal des abgerissenen Dorfener Rathauses gefunden.
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Baugrube
Archäologenteam hat interessante mittelalterliche Funde am Areal des abgerissenen Dorfener Rathauses gefunden.
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Ramona Baumgartner vor Baugrube
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Archäologenteam hat interessante mittelalterliche Funde am Areal des abgerissenen Dorfener Rathauses gefunden.
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Archäologe untersucht Baugrube
Archäologenteam hat interessante mittelalterliche Funde am Areal des abgerissenen Dorfener Rathauses gefunden.
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Grabungsstelle Dorfener Rathaus
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Archäologenteam hat interessante mittelalterliche Funde am Areal des abgerissenen Dorfener Rathauses gefunden.
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Archäologenteam hat interessante mittelalterliche Funde am Areal des abgerissenen Dorfener Rathauses gefunden.

Dorfen – Eine Herdstelle mit Naturstein und ein Fußboden mit Lehmunterbau und gleich daneben saubere Ziegelbruchstücke, die mosaikartikg ausgelegt wurden. Diese beiden Funden zählen zu den spannenden für Ramona Baumgartner. Die Archäologin aus Zorneding ist seit drei Wochen mit ihrem Team in Dorfen, um dort den Untergrund des ehemaligen Rathauses sowie des benachbarten Wohn- und Geschäftshauses zu untersuchen. Schätze erwarten sie sich keine, also sei es auch für Laien nicht interessant, hier nächtens herum zu stöbern. Aber in einer Stadt, die ihre erste Erwähnung bereits im 8. Jahrhundert hatte und die um 1230, also im Spätmittelalter gegründet wurde, gibt es für Archäologen immer Interessantes zu entdecken. „Dorfen ist schon lange besiedelt und wurde richtig planmäßig angelegt, was selbst bei mittelalterlichen Städten selten“ sei, meint Baumgartner. Man erkenne es an den kreuzförmig angelegten, großen Straßen, die durch die Stadt führen. Deshalb wurden schon der Abbruch der Bodenplatte und die ersten Aushube auf der Baustelle am Rathausprlatz archäologisch begleitet. Es gebe relativ viele Auffüllungen, viele die wie Lehmschichten aussehen. Sie würden aber aus jüngerer Zeit stammen. Baumgartner und die anderen Archäologen bearbeiten parallel zwei Zeiten. Da sind die neuzeitlichen Fundamente vom Rathaus aus dem Jahr 1860, zu dem auch die zwei Gewölbebögen gehören. „Irgendwann wurde wohl der Boden erneuert und dabei auch der Keller zugeschüttet“, vermutet sie. Denn ähnliche Gewölbebögen gebe es auch in einem Haus in der Apothekergasse, das sie schon besichtigt habe. „Vermutlich wurde nicht tiefer gegangen, weil der Wasserstand zu hoch gewesen sei oder weil der Keller nicht tiefer benötigt wurde, bloß für Holz oder Kartoffeln. Diese Ziegelfundamente würden imposanter ausschauen als die mittelalterlichen Funde, die schon zu Tage traten. Darunter auch Keramik, eine Glasflasche, Speiseabfälle und Tierknochen. Die Fachleute haben extra eine kleine Baugrube aufgemacht, um die Profile anschauen zu können. Aufschlussreich seien die Formen und welches Material verfüllt wurde, dies helfe bei der Datierung. Auf Seite des ehemaligen Rathauses wurden schon die Reste von zwei Öfen ausgegraben. „Öfen sind für uns was Schönes“, erklärt Baumgartner, denn man könne viel daraus lesen. So handele es sich um einen Produktionsofen, der möglicherweise für die Verhüttung oder Rost, also zur Metallgewinnung, oder für die Keramikherstellung verwendet worden sei. Zu erkennen sei dies an seiner ovalen Form und der Öffnung. Der andere, runde Ofen sei wohl ein Backofen gewesen. Auf der Seite des abgerissenen Wohn- und Geschäftshauses, das durch eine gut erhaltene Kommunmauer mit klarer Baufuge vom ehemaligen Rathaus getrennt war, wurde die erwähnte Herdstelle mit Fußboden aus dem Spätmittelalter gefunden. Hier sei wohl die Küche der früheren Bewohner gewesen. Sie unterscheide sich deutlich von den anderen Öfen. Es handele sich auch um eine andere Mauertechnik. Hier sehe man, wie sorgfältig und schön gearbeitet wurde. Denn damals musste man sparsam mit dem Material umgehen. Auf dieser Seite ist das Archäologenteam aber noch nicht so weit in die Tiefe gegangen. Erst wenn dieser Bereich aufgemacht werde, stelle sich heraus, ob es noch Interessantes zu entdecken gebe. Um alle Befunde, mittlerweile sind es schon 116, akribisch zu dokumentieren, werden sie mit kleinen Schildern gekennzeichnet und im Maßstab 1:20 von Sven Orgus abgezeichnet und anschließend koloriert. Zuvor schon wurde die ganze Planfläche geputzt, digitale Fotos und Dias gemacht. „Dias weil Digitalfotos nicht archivierfähig sind und alle Originale ja an das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege geliefert werden müssen“, erklärt Baumgartner. Auch die Stadt Dorfen erhalte als Auftraggeber Kopien. Alles müsse für den offiziellen Befund auch genau beschrieben, mit dem Tachimeter vermessen, ein Profil angelegt und in den Plan gezeichnet werden, führt sie weiter aus. „Dorfen hat die Nummer 705, so viele Maßnahmen für Grabungen wurden schon bis Anfang Mai in Bayern gemeldet, sagt Baumgartner. „Es gibt also viel, was passiert.“ Wie lange die Grabungen noch dauern werden, sei schwer zu sagen. Das hänge von der Witterung ab. „Bis Ende nächster Woche auf alle Fälle.“ Einen Tag musste schon alles wegen Regen abgesichert werden. Sobald die Ausgrabungen beendet sind, muss alles raus, damit die Bodenverdichtung gewährleistet ist. Weitere Fotos sehen sie auf unserer Homepage unter www.meine-anzeigenzeitung sowie auf der Intelligenzblatt Dorfen Facebookseite .til

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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