Pfarrerin feierlich verabschiedet

Dekan Jochen Hauser, Pfarrerin Karin Jordak mit Familie sitzend und Bürgermeister Franz Hofstetter stehend Fotos: til

Karin Jordak wechselt nach Würzburg. Die Landeskirche versäumte es sie durch personelle Unterstützung in Taufkirchen zu halten

Taufkirchen – Es sollte ein Fest der Lebensfreude werden, auch wenn der Anlass für die Taufkirchener eher traurig war: die beliebte evangelische Pfarrerin Karin Jordak wurde bei einem Gottesdienst in der Johanneskirche verabschiedet und lud anschließend noch zum Tanz und gemütlichen Beisammensein im Festzelt vor dem Kirchenareal ein. Symbolhaft wie es Jordak gerne macht, versuchte sie anhand eines roten Ottomanen Zuversicht zu verbreiten. Rot symbolisiere die Liebe und, auch wenn sie jetzt aufbreche, werde es weitergehen. Dekan Jochen Hauser entpflichtete Jordak von ihrem Amt. Ihr Ordinationsspruch „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ treffe es auf den Punkt. Mit großen Erwartungen habe sie 2004 ihren Dienst in Taufkirchen angetrefen. Sie habe das Gemeindeschiff wieder auf Kurs gebracht und viel Neues begonnen. Vor allem die viergruppige Kindertagesstätte sei auch ihrem Engagement zu verdanken. Als der Druck und die Arbeitsbelastung immer größer wurden, habe sie nach einer neuen Perspektive gesucht. In Würzburg könne sie, die Powerfrau, nun ihre guten Erfahrenungen weitergeben. Vertrauensmann Markus Strack erklärte, dass die angespannte Personalsituation und die nur vertröstenden Worte der Landeskirche wohl Ausschlag für ihr Scheiden gaben. Sich nur auf die Grundversorgung zu bescheiden, sei nicht Jordaks Art. Er bedauere ihr Scheiden sehr. Auch Taufkirchens Bürgermeister Franz Hofstetter und sein Dorfener Kollege Johann Haberstetter dankten ihr für die zupackende, gute Zusammenarbeit mit der politischen Gemeinde. Sie konnte überzeugen und die Leute begeistern, ihnen aber auch den Zweifel nehmen. Pastoralreferentin Martina Oefele erinnerte daran, dass sie Jordak als lebenslustige offene Kollegin kennen- und schätzengelernt habe. Auch die katholischen Seelsorger verabschiedeten sich von ihr, Pastoralrefernt Ulrich Hümmer mit einem Freundschaftsband und Pfarradministrator Alex Weber mit einer Vorratstasche gefüllt mit Worten für jeden Tag. Beide betonten, dass Jordak sehr viel für die Ökumene in der Region geleistet habe. In die gleiche Kerbe schlug auch Hans-Peter Lorenz, der Redakteur der Kontakte. Er schenkte ihr ein Portrait ihres Mannes Gerhard Körber, der ebenfalls Pfarrer ist und nun in Rente geht. Natürlich waren auch die Mitarbeiterinnen der Kinderkrippe mit zahlreichen Kindern und Eltern gekommen, um sich mit Liedern und Rosen sowie einem Fotoalbum zu verabschieden. Richtig emotional wurde es dann, als Marile Götz daran erinnerte, dass Jordak ihre katholische Tochter mit einem muslimischen Mann traute, ein Zeichen ihrer Toleranz gegenüber anderen Religionen, die nicht selbstverständlich sei. til

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