Festliches Ereignis

Primizgottesdienst von Pater Stephan Waxenberger in Landersdorf

Primizgottesdienst: Neupriester Stephan Waxenberger (M.) feierte am Heimatort Landersdorf seine erste Heilige Messe.
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Primizgottesdienst: Neupriester Stephan Waxenberger (M.) feierte am Heimatort Landersdorf seine erste Heilige Messe.

Primizpredigt mit Maßkrug, Kartenspiel und Kameradrohne

Landersdorf/Dorfen – Ein Maientag mit Sonnenschein und blauweißem Himmel über dem festlich geschmückten Landersdorf waren ein würdiger Rahmen für den Primizgottesdienst von Pater Stephan Waxenberger „dahoam“. In seinem Heimatort feierte der Neupriester am Sonntag unter freiem Himmel seine erste Heilige Messe. Wegen Corona-Auflagen durften dem seltenen, liturgischen Erlebnis nur 500 Gläubige beiwohnen.

Es wurde ein großer Festtag, der dem 28-jährigen Primizianten eine Woche nach seiner Priesterweihe in Altötting, seiner Familie, den Freunden, den vielen Primizbesuchern sowie seinen Glaubensbrüdern von den Dienern Jesu (katholische Kongregation für Priester und Laienbrüder mit Mutterhaus in Blindenmarkt in Niederösterreich) und der lokalen Geistlichkeit wohl immer in Erinnerung bleiben wird.

Den Ablauf am Festtag, wie Ein- und Auszugsprozession mit der Familie, Ministranten und Geistlichen, hatte Primizlader Xaver Reiser übernommen. Nicht nur er war schwer beeindruckt, wie sich der ganze Ort und der prächtig gestaltete Altar präsentierten: „Hut ab!“. Würdig begleitet wurde der Primizgottesdienst vom Chor Lyrico-Vokale unter der Leitung von Lydia Ulrich-Riedl und den Kirchdorfer Bläsern.

Primizpredigt mit Maßkrug, Kartenspiel und Kameradrohne

Eine Woche lang unterstützten die Familie Waxenberger die Menschen aus dem ganzen Ort und der Umgebung, um den Altarraum im offenen Festzelt festlich zu gestalten. Davor stand ein Blumenteppich mit dem Primizspruch des Paters: „Kommt und seht“. Im Zentrum des Altars blickte von einem großen Bild die Gottesmutter Maria „Unserer Lieben Frau zu Dorfen“ hernieder. Dort feierte Pater Stephan mit zwei Dutzend Geistlichen, Ordensbrüdern und Ministranten seine erste Heilige Messe.

Zu Beginn wünschte Dorfens Pfarrer Pater Sczcepan Matula Neupriester Pater Stephan in für die Kirche immer schwerer werdenden Zeiten mit „Mut und Kraft das Evangelium mit ganzer Hingabe“ verkünden zu können.

Die Primizpredigt von Pater Martin Linner überzeugte mit einer gewissen „Leichtigkeit“. Er gehört – wie der Primiziant – zur Kongregation der Diener Jesu und Mariens und ist im Staatssekretariat des Vatikans tätig. Zur Überraschung vieler präsentierte er am Ambo einen Maßkrug, ein Kartenspiel und eine Kameradrohne. Damit beschrieb er das Wirken eines Priesters, wie es auch Pater Stephan bevorstehe. Der sei „ein cooler Typ“, meinte Pater Martin. Der Maßkrug sei sinnbildlich voller Gnade Jesu, die der Geistliche austeilen dürfe. Die Menschen sollen „trunken, ja betrunken werden, von der Liebe Christi“. Pater Martin zitierte auch einen Werbespruch des Erdinger Weißbräus: „So schmeckt Bayern!“ und empfahl Pater Stephan als Slogan: „So schmeckt der Himmel!“.

Aus den Karten zog der Prediger die drei höchsten Watt-Trümpfe: Spitz, Belle und Maxe. Er deutete damit die Aufgabe des Priesters an, „immer den Herzkönig, also Christus, den König, auszuspielen“. Der Herzkönig steche die Gegner: „Not, Leid, Sünde“. Mit der Drohne verriet der Prediger einen Wunsch von Pater Stephan, der gerne mal mit einem Motordrachen fliegen wolle. Das sei sinnbildlich dafür, „dass letztlich die Sehnsucht nach Gott über allem steht“. Beim Glauben an Gott müsse niemand Angst haben abzustürzen, „weil uns Jesus Christus immer trägt und schützt“.

Gerade in der heutigen Zeit der Verunsicherung bräuchten die Menschen Halt und Orientierung. Deswegen sei es so wertvoll, dass sich junge Menschen für den Priesterberuf entschieden. „Ich bin der festen Überzeugung, dass wir gerade mit Stephan Waxenberger einen Priester haben, der sich um die Menschen sorgen wird.“ Wie es üblich ist, segnete der Primiziant gegen Ende der Messe Erinnerungs-Primizbänder für die Fahnen der örtlichen Vereinsabordnungen. Und: darauf hatten viele der Gläubigen und die „Zaungäste“ gewartet: Der Neupriester spendete den sehr begehrten Primizsegen. Dieser gilt im katholischen Bayern als etwas Einmaliges, etwas ganz Besonderes.

Am Ende der Festmesse bedankte sich Stephan Waxenberger bei allen Beteiligten für ein „überwältigendes und ergreifendes Erlebnis“, das ihm seine Heimatpfarrei beschert habe und zeigte sich beeindruckt von der „perfekten Organisation“ und musikalischen Begleitung. Er werde sicher in unregelmäßigen Abständen wiederkommen.

In seinem Grußwort sagte Erdings Landrat Martin Bayerstorfer, eine ganze Pfarrei, der Ort und die Stadt sei in „positiver Aufruhr“ gewesen. In einer Zeit, wo Menschen immer mehr verunsichert seien, suchten sie umso mehr nach Halt und Orientierung. Bayerstorfer sei froh, dass es wieder junge Menschen gebe, die wie Stephan Waxenberger mit fester Überzeugung „das Wort Gottes verkünden“ und wünschte ihm, er möge Erfüllung im Priesterberuf finden.

„Berufung im Dienste Gottes und der Menschen“

Bürgermeister Heinz Grundner erinnerte, die letzte Primiz in Dorfen liege 25 Jahre zurück. Er dankte dem Neupriester dafür, dass er sich entschieden habe „dem Ruf Gottes zu folgen“. Priester sein sei „mehr als Beruf, es ist Berufung im Dienste Gottes und der Menschen“. Grundner wünschte ihm „viel Kraft und Mut für die künftigen Aufgaben als Seelsorger“. Er hoffe auf ein Wiedersehen und, dass die Verbundenheit weiter bestehe.

Die stolzen Eltern, Elfriede und Valentin Waxenberger, erlebten den Primizgottesdienst ihres Sohnes in der ersten Reihe. „Alles war sehr emotional, wunderbar und wir sind sehr zufrieden. Es war super“. Sie freuten sich über die großartige Unterstützung der vielen Menschen aus dem ganzen Heimatgäu.

Die Primiz war im Internet live über Youtube zu verfolgen. Das Video ist über www. erzbistum-muenchen.de/pfarrei/pv-dorfen noch abrufbar. Weitere Fotos der Primiz sind auf Internetseite des Intelligenzblattes Dorfen zu sehen unter: www.meine-anzeigenzeitung.de - we

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