Austausch nach vier Wochen

Protest gegen Lärm entlang der A94

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Die Anlieger fordern Nachbesserungen. 

Obertaufkirchen – Ein paar Wochen nach der Eröffnung des Teilstückes der A 94 zwischen Pastetten und Heldenstein trafen sich 60 Bürger aus den Ortsteilen Pfaffenkirchen, Rimbach, Frauenornau, Obertaufkirchen, Reibersdorf, Schwindach, Ebering, Wendenheim, Mimmelheim, Kagen und Rattenkirchen. Auch der Bürgermeister aus Schwindegg, Dr. Karl Dürner und Kreisrat Peter Huber waren anwesend. 

Zu Beginn tauschten sich die Anlieger über die Erfahrungen der ersten vier Autobahnwochen aus. Am meisten ärgert die Anwesenden die ständige Lärmbelastung. Besonders an den Teilstücken, wo kein Lärmschutz verbaut wurde, ist die Veränderung durch den Verkehr auf keinen Fall tragbar, finden sie. Außerdem stellen die Anwohner die bestehenden Lärmschutzmaßnahmen in Frage, die Glaswände sind mehr Spritz- als Lärmschutz und eine große Gefahr für alle Vogelarten. Für viele Familien hat die Lebensqualität seit der Eröffnung der A 94 stark ab- und die Angst um die Gesundheit der nachfolgenden Generationen zugenommen. Zur Lärmbelästigung kommen der Feinstaub und die Abgase hinzu. Beides ist nicht sichtbar, darf aber in dieser Diskussion nicht vergessen werden, finden sie. Die Bürger sind sich einig, dass durch den Bau der A94 in unberührter Landschaft und somit in naturbelassener, ruhiger und seit Hunderten von Jahren besiedelter Wohngegend die Heimat auf Dauer zerstört, verschmutzt und verlärmt wird. Es entsteht der Eindruck, dass hier nicht alles richtig gelaufen ist, sondern auf Kosten von Mensch und Natur gebaut wurde, obwohl in unserer heutigen Zeit beste Baustoffe und das nötige Know-how zur Verfügung stehen, um ein solches Bauwerk mit modernem und wirkungsvollen Lärmschutzmaßnahmen zu errichten, kritisieren sie. Beim Bau der A 94 wurde der Fahrbahnbelag DSVH (eine dünne Schicht im Heißeinbau) alle fünf Meter durchtrennt, um Aufwürfe, sogenannte Blow-ups, zu vermeiden. Das führt zu kleinen Stößen, die man hört, wenn ein Auto darüber rast. Die Übergänge zwischen dem sogenannten Flüsterasphalt auf Beton und die Dehnungsfugen an den Großbrücken sorgen für zusätzlichen Lärm. 

Anwohner der Kreisstraße, die seit Eröffnung der Autobahn Zubringer ist, berichten, dass sich der Verkehr durch die Ortschaft Obertaufkirchen verdreifacht hat. Diese Belastung und auch die Gefahr für die Schulkinder, beim Überqueren der Straße, sieht die Bürgerinitiative mit großem Bedenken. Einig waren sich alle, dass die Belastung durch die A94 in Zukunft noch größer wird, wenn die Autobahn durchgängig befahrbar ist. Bisher wurden bereits 600 Unterschriften gesammelt und die Bürger wollen weitere sammeln. Folgende Forderungen werden gemeinsam in Verbindung mit allen Betroffenen entlang der gesamten Neubaustrecke an die Politiker und verantwortlichen Institution weitergeleitet: 

Es ist dringend notwendig, dass der Lärmschutz entlang der gesamten Trasse nachgebessert wird, um die Schallbelastung langfristig auf ein erträgliches Maß zu senken. Die Werte, die im Lärmschutzgesetz aufgeführt werden, sind nicht für die Bürger, sondern eine Sparhilfe für die Autobahnbauer – folglich müssen diese Grenzwerte gesenkt werden. Zusätzlich fordern die Anwohner eine Geschwindigkeitsbeschränkung, diese wäre von heute auf morgen ohne größere Kosten umsetzbar. Ebenso wird eine sofortige Überprüfung der Bauausführung anhand der Planfeststellungsunterlagen gefordert. Zum Vergleich braucht man nur in unser Nachbarland zu schauen: die österreichische Autobahngesellschaft ASFINAG praktiziert effektiven Lärmschutz. Die Grenzwerte sind niedriger und die Lärmschutzwälle und -wände sind selten unter vier Metern, zusätzlich gibt es einhergehende Geschwindigkeitsbegrenzungen. Bürgermeistersprecher Dr. Karl Dürner fordert alle Bürgermeister im Landkreis Mühldorf auf, sich in einer Allianz für eine Verbesserung des Lärmschutzes einzusetzen. 

Kreisrat und Fraktionsvorsitzender der UWG Peter Huber will in die nächste Kreisratssitzung einen Antrag zur Nachbesserung des mangelnden Lärmschutzes einbringen. Die Bürgerinitiative ist sich einig, dass jetzt die Zeit zum Handeln ist und dass es doch nur im Sinne der Politiker aller Parteien und dem Freistaat Bayern sein kann, die Menschen an der A 94 zu schützen. Dies gelte vor und nach der Wahl!  - Elisabeth Auer

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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