Kultur in Dorfen

Rampensäue – Das große Jakobmayer Kabarett-Brettl 2.0 in Dorfen

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Die diesjährigen Rampensäue: Alfred Mittermeier, Carmela de Feo, Werner Koczwara und Niko Formaneks.

Kabarettist Alfred Mittermeier und Birgitt Binder, Kulturmanagerin des Jakobmayers, haben das Format 2018 ins Leben gerufen. Am 12. Juli, gibt es die Zweitauflage der Rampensäue.

Was zeichnet eine ­Rampensau aus? 

Alfred Mittermeier: Man braucht eine Bühnenpräsenz, muss in der Lage sein, ein Haus zu rocken. Das riecht man. 

Birgitt Binder: Das merkst sofort, wenn einer eine Rampensau is, weil der das Publikum ganz schnell auf seiner Seite hat und dann ist er in seiner Rolle drin. Er kann diese Sau so richtig rauslassen. Er hat die in sich drin. Es gibt ein Rampensau-Gen, das muss man haben.

Das habt Ihr beide? 

AF: D‘Leid sogns. Wer sucht die Künstler aus? AM: Wir suchen die aus. Also, wenn sie nicht kommen wollen würden, dann täten sie nicht kommen. Von den Dreien sind zwei dabei, bei denen es mich überhaupt gewundert hat, dass sie noch gemischte Sachen spielen, weil sie so etabliert sind. Das ist die Carmela de Feo, die hat 2011 den bayerischen Kabarett-Preis in der Musiksparte gekriegt. Und beim Werner Koczwara ist es das Gleiche, der spielt wochenlang bei der Lach & Schieß (Gesellschaft München). 

BB: Bei uns auf dem Land ist Carmela nicht so präsent, generell im süddeutschen Raum. Sie ist eine ganz große Künstlerin und wir sind wirklich überrascht, dass sie in dem Rahmen zu uns kommt.

Birgitt Binder und Alfred Mittermeier, Kulturmanagerin und Kabarettist aus Dorfen

Sind gemischte Sachen gerade in? 

AM: Für den Zuschauer ist es eine super Geschichte, wenn du an einem Abend vier Künstler hast. Das ist unglaublich kurzweilig. Jeder spielt eine Essenz aus seinem Programm und sicherlich nicht die schlechtesten Nummern. 

BB: Brettl schießen gerade aus dem Boden, wie d’Sau. Es gibt ganz, ganz viele Bühnen, die diese gemischten Brettl gerade anbieten, aber die Qualität und das Niveau, das wir hier anbieten, ist etwas ganz anderes. Bei vielen Brettln spielen ja Nachwuchskünstler, an deren Qualität ich nicht zweifeln möchte. Aber die qualitativ hochwertigen Künstler, die wir da haben, die normal nur solo spielen, die sind ein großes Geschenk. Es gibt ja auch Brettl-Formationen, die auf Tour gehen. Aber in dieser Form ist es etwas ganz Spezielles, wie es bei uns auch die Radiospitzen waren.

Was ist an Euren Künstler so besonders?

AM: Es sind wieder knapp 30 Kabarett- und Kleinkunstpreise auf der Bühne versammelt. Diese Konstellation hat es noch nie gegeben, diese vier Leute haben noch nie zusammengespielt. Der Österreicher kennt keinen von den zweien, da bin ich mir sicher. Ich kenne den Koczwara persönlich, mit dem hab ich schon mal gespielt. Die Carmela ist unglaublich, was die bei Veranstaltungen einen Ruf hat, wenn du irgendwo hinkommst. Boh! Das ist eine Rampensau vor dem Herrn. 

BB: Die ist ganz oft im Fernsehen, der Koczwara auch.

Nach welchen Kriterien sucht Ihr die Künstler aus? 

AM: Wir gehen schon immer etwas strategisch vor, dahingehend, dass wir immer mindestens eine Frau dabei haben. Aber man muss froh sein, wenn man eine findet. Denn es gibt im Verhältnis weniger Frauen in der Szene, das muss man klipp und klar sagen. Neben einer Frau haben wir auch immer gerne einen Österreicher dabei. 

BB: Es kann auch sein, dass es beim nächsten Mal drei Frauen sind und du der einzige Mann. AM: Und dann kicken die mich raus (lacht). BB: Es ist ja auch wichtig, dass Frauen dabei sind. Frauen haben es ja doppelt schwer, leider. Frauen müssen in der Kabarettszene, wie im normalen Berufsleben, mehr leisten und die Unterstützung von anderen Frauen ist oft schlechter. Ein Glücksfall ist Carmela de Feo. Die kommt ja aus dem Ruhrgebiet. Die hat mehrere Komponenten, die ist musikalisch, ist unheimlich präsent, die prescht nach vorn. Wichtig ist, dass es abwechslungsreich ist. Es bringt mir nichts, wenn vier Leute auf der Bühne stehen, wo jeder reines Wortkabarett macht, auch noch thematisch ähnlich. Also schaue ich, dass ich einen Mix raushole, wo jeder eine andere Art hat.

Und wieso kommen diese „Größen“ nach Dorfen?

 BB: Zum einen wegen dem Alfred. Wenn er moderiert, wissen sie, dass es Hand und Fuß hat. Er spielt ja nur solo und nur bei uns noch solche Mix-Geschichten. Natürlich ist es auch der Jakobmayer. Wir haben mittlerweile einen unheimlichen Ruf unter den Künstlern. Sie wissen, sie sind bei uns gut aufgehoben, da wird ordentlich Werbung gemacht, sie haben einen schönen Raum, wo sie spielen können, die Technik stimmt, die Betreuung ist super und es wird alles professionell bedient. 

AM: Aus Künstlersicht schau ich mir als erstes das Programm an. Und das passt im Jakobmayer. Die Leute kommen gerne, fühlen sich wohl und das strahlen sie auch aufs Publikum aus. BB: Ja, mich freut es schon riesig, wenn ein Til Hoffmann (Lustspielhaus München) sagt, Birgitt, du machst ein gutes Programm oder der Ringlstetter erklärt, dass die Künstler bei ihm in der Sendung so vom Jakobmayer schwärmen. Das ist schon ein sehr schönes Kompliment.

Vorteil ist auch, dass Ihr selber Kabarettisten seid, oder? 

BB: Ja, ich kenne Carmelas Managerin Susanne Finderich von der Kulturbörse in Freiburg. 

AM: Was ganz schön ist, wie beim letzten Mal, als Ludwig Müller, den nur wenige in Dorfen gekannt haben, einen Bombenauftritt hingelegt hat. Er hat dann ein paar Monate später im Jakobmayer solo vor vollem Haus gespielt. Auf der Basis kriegst einen abendfüllenden Auftritt. Das ist für beide Seiten eine tolle Gschicht.

BB: Die heuer dabei sind, haben das nicht nötig. Für sie ist es eine g‘mahde Wiesn. Sie müssen ja nicht Dorfen erobern.

AM: Wenn du Dorfen erobert hast als Kabarettist, kannst an sich aufhören. Dann hast es geschafft. Außer du bist Dorfener, dann musst weitermachen, sonst heißt es, du bist eine faule Sau (lacht).

Termin

Die Rampensäue  gastieren am Freitag, 12. Juli, um 20 Uhr. Einlass ab 19 Uhr. Vier Künstler dieser Spezies bilden das Quartett für das große Jakobmayer Kabarett-Brettl 2.0:

Carmela de Feo (italienisches Ruhrgebiet): Im Gouver­nanten-Graufrack und mit eingedeutschten Hits auf dem Akkordeon zeigt die Ruhrpott-Signora, wer Germanys next Top-Chefin ist. Werner Koczwara (badenwürttembergisches Schwaben) gilt als der „Erfinder des juristischen Kabaretts“. Er präsentiert realsatirische Paragrafen und unfreiwillig komische Urteile. Niko Formaneks (hamburgisches Österreich) unglaub­licher Fröhlichkeit und seinem Wiener Schmäh kann sich keiner entziehen. Lokalmatador Alfred Mittermeier (südwestliches Dorfen/vo do) ist allseits bekannt. Das wird schräg, geistreich, rasant, rücksichtslos und irrwitzig. Ein Abend der Gegensätze mit der akuten Gefahr des Lachmuskelkaters. Schwein muss man haben! Eintrittskarten gibt es beim Ticket Treff Dorfen, Tel. (0 80 81) 13 93, www.jakobmayer.de oder www.muenchenticket.de.

Das Interview führte Birgit M. Lang

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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