Expertengespräch

Raps - ein Eldorado für Insekten - das Comeback einer „schon abgeschriebenen“ Ölfrucht

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Zum Expertengespräch über den Rapsanbau trafen sich (v.l.): Josef Lohmaier (ELF Kreisvorsitzender), Robert Grimm (stellvertretender VLF Kreisvorsitzender), Mathias Lohmeier (BDM Kreisvorsitzender) und Michael Hamburger (stellvertretender BBV Kreisobmann) auf dem Betrieb Berger in Dorfen, um den Rapsbestand vor Ort zu begutachten.

Bis zu 80 Gläser Honig pro Hektar Raps, hochwertiges Öl und Eiweißfutter für Tiere. 

Dorfen - Momentan sieht man sie überall schon von weitem, blühende Rapsfelder. Hellgelb leuchten die Felder in der Landschaft und locken über ihre Farbe und den Geruch der über 10.000 Blüten je Quadratmeter bestäubende Insekten an.

Raps ist momentan eine Hauptnahrungsquelle für Bienen, bis zu 80 Gläser Honig können von einem Hektar Raps gewonnen werden, erklärt Michael Hamburger, stellvertretender Kreisobmann des Bauernverbandes aus Mitterbuch bei Buch am Buchrain. Die Bestäubung der Rapspflanze findet durch Honigbienen, Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge und Fliegen statt. Diese Pflanze ist eine Augenweide und weckt bei vielen Menschen auch Emotionen – beginnender Sommer, steigende Temperaturen.

Alles beginnt im August, dann werden 40 bis 60 Rapskörner pro Quadratmeter flach in den Boden gesät, pro Hektar, also pro 10.000 m², was einer Größe von 1,5 Fußballfelder entspricht, werden rund drei bis vier Kilo Saatgut benötigt. Bereits wenige Tage nach der Saat sieht man kleine Rapspflanzen wachsen, bis zum Herbst bedeckt der Raps bereits den kompletten Boden. Allerdings bleibt die Pflanze klein, erst durch den Frost im Winter bereitet sich die Pflanze darauf vor, in die Höhe zu wachsen. Im Frühling ist der Raps die erste Pflanze, die aus dem Winterschlaf erwacht, normalerweise bereits Ende Februar. Bis zum April streckt sie sich auf etwa 80 bis 120 Zentimeter Wuchshöhe und bringt ihre Knospen in Position. Ende April bis Anfang Mai kann man dann eine sachte Gelbfärbung der Felder erkennen, die ersten Knospen öffnen sich. Bis zum Ende der ersten Maidekade steht der Raps dann in Vollblüte und die leuchtend gelben Felder sind gut sichtbar. Nach dem Verblühen ändert sich das Bild, die Rapspflanze setzt Schoten an und färbt sich ab Juli dann bräunlich – sie reift und stirbt ab. Aus den vier Kilo Saatgut sind circa 4.000 Kilo Raps geworden, die vielfältig genutzt werden können.

Als hochwertiges Speiseöl ähnelt Rapsöl dem Olivenöl, wobei er ein günstigeres Fettsäuremuster bieten kann beim gleichzeitigen Vorteil der regionalen Erzeugung. Als nachwachsender Rohstoff wird dieses Öl auch zu Schmier- und Treibstoffen verarbeitet. Zu guter Letzt ist der verbliebene Pressrückstand ein hochwertiges Eiweißfutter in der Tierernährung, besonders in der Rinderfütterung werden Rapskuchen oder Rapsextraktionsschrot sehr gerne eingesetzt und bieten eine hervorragende Alternative zum importierten Soja.

Raps ist eine hervorragende Vorfrucht, sie lockert den Boden, bedeckt ihn über fast elf Monate des Jahres und bietet außerdem Nahrung und Schutz für eine Vielzahl von Insektenarten. Auch bei vielen Imkern sind blühende Rapsfelder sehr gerne gesehen als Nahrungs- und Honigquellen für ihre Bienen, besonders im Frühjahr wo, sonst noch nicht viel Angebot an Nektar vorhanden ist.

Der Rapsanbau wird immer schwieriger, da das Rapsöl massive Billigkonkurrenz unter anderem durch Palmöl aus Indonesien und anderen Ländern erhält. Dabei wäre einheimisches Rapsöl im Sinne der Regionalität, auch für die Industrie, die bessere Wahl. Im Jahr 2017 wurde der Raps im Landkreis Erding von über 200 landwirtschaftlichen Betrieben auf einer Fläche von insgesamt 1.700 Hektar angebaut, was der Größe von 2.550 Fußballfeldern entspricht. "Es wäre schaden wenn diese so vielfältig nutzbare Pflanze nach Ihrem Comeback in den 80gern wieder in einer Nische verschwinden würde. Die Rapsanbauer im Landkreis geben ihr Bestes um diese wertvolle Pflanze in unserem Landschaftsbild zu erhalten", sagt Hamburger.

Quelle: Anzeigenzeitungsverlag

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