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Riesige Spenden- und Hilfsbereitschaft

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Von: Birgit Lang

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Gruppenfoto mit Frauen, Männern und Feuerwehrmännern vor zwei Häusern
Für ein Erinnerungsfoto posierten ein Teil der Helfer © til

Spontan organisierten die DLRG-Mitglieder und zwei Tage später Pater Paul mit Seniorenreferentin Sosa Balderanou erfolgreiche Hilfsaktionen

Taufkirchen – Gleich zwei große Hilfsaktionen fanden letzte Woche in Taufkirchen statt: Der DLRG sammelte am vergangenen Donnerstag Hilfsgüter für die Flüchtlinge in der Ukraine und Pater Paul Krutschek CR mit Sosa Balderanou am Samstag. Beide Male war die Spenden- und Hilfsbereitschaft der Bürger überwältigend.

Hervorragende DLRG-Aktion mit der Jugend

22 Kubik Kleidung, Decken, Babynahrung und Hygieneartikel sammelten die Mitglieder des DLRG-Ortsvereins nach ihrem Online-Aufruf „Spenden für die Ukraine“ in nur zwei Stunden. Ausbilder Fabian Kobeck wollte eigentlich die Bestände aus der letzten Altkleidersammlung aussortieren und gutes Material für die Menschen in der Ukraine nach Erding weiterschicken, wo sich eine Sammelstation befindet. Schnell sei die Jugend aber miteingestiegen, habe Flyer gestaltet und verteilt und vorgeschlagen auch Fremdspenden anzunehmen. So sei aus der Idee eine viel größere Aktion entstanden, sagt der 32-jährige Organisator. Zwei Stunden wurden Hilfsgüter angeliefert, weitere Stunden sortiert und verpackt. Einen Teil davon brachten die Rettungskräfte dann zum Pfarrzentrum.

Eine Halle mit Regalen, Schachteln auf dem Boden und Menschen, die sich darin bewegen
In der Fahrzeughalle sortierten die DLRG-Mitglieder die angelieferten und die gesammelten Hilfstguter © Birgit Lang

Über 12.000 Euro Geldspenden und 120 Kubik Hilfsgüter

Hier trafen sich Freiwillige am Samstagvormittag, um die vielen Kartons und Säcke angelieferter Hilfsgüter für den Weitertransport für ukrainische Flüchtlingen nach Polen zu bringen. Organisatorin Sosa Balderanou hatte eine Woche lang alles organisiert und Dank ihres großen Netzwerkes Unglaubliches geleistet. Über 12.000 Euro gingen bereis an Spenden ein, 120 Kubik Hilfsgüter wurden am Samstag ebenfalls sortiert, verpackt und in zwei Aufleger der Spedition Fürmetz von Mitgliedern der Taufkirchener Feuerwehr geschichtet.

Kommandant Holger Müller hatte Pater Paul auf Nachfrage sofort Hilfe zugesagt und startete intern eine Sammelaktion. So spendeten die Gemeindefeuerwehren Helme, Einsatzjacken, ausgemusterte, aber noch funktionierende Schläuche, eine Tragkraftspritzen und -pumpe oder ABC-Schutzanzüge. „Wenn man helfen kann, sind wir da. Das macht auch Spaß. Wir leben das einfach, egal ob beim Brand, Verkehrsunfall oder jetzt hier.“ Am Freitag werden einige Feuerwehrmänner auch die Laster nach Polen fahren.

Sechs Männer und ein Berg Kartons vor einem Aufleger
Taufkirchener Feuerwehrmänner stapelten in den beiden Fürmetz-Auflegern die Hilfsgüter © Birgit Lang

Balderanou war am Samstag von 8 Uhr bis 18.30 Uhr trotz Knieschmerzen Ansprechpartner für jeden, begrüßte Helfer, Spender und Feuerwehrleute und dankten allen für die Hilfe. „Ich bin fix und fertig, aber glücklich“, sagte sie danach. Der Fluss an Spendern sei nie abgebrochen, alle hätten sich brav angestellt. Die Hilfsgüter wurden gespendet aus Bockhorn, Buchbach, Dorfen, Erding, dem Holzland, Schwindegg, St. Wolfgang, Taufkirchen und Wartenberg.

Zu den von ihr eingeteilten ehrenamtlichen Helfern gesellten sich spontan immer wieder weitere hinzu, die eigentlich nur Hygieneartikel, Bettzeug, Klamotten, Decken, Babybedarf und mehr abgeben wollten.

Helferin Angela Kalter aus Taufkirchen war für Baby-und Kindersachen zuständig. „Der Großteil ist ordentlich“, meinte sie, manche hätten aber auch verdreckte, stinkende und kaputte Klamotten abgegeben, andere wiederum wunderbar Neues. Diese Erfahrung machte auch Pflegeberaterin Daniela Hampel (45), die sich über „viele hervorragende, sogar neu gekaufte Sachen wie Hygieneartikel oder Bettwäsche“ freute, es aber traurig fand sie, was manche Menschen hier „entsorgen“ würden.

Ein großer Raum der überquillt mit Karton und Klamotten und Menschen die dazwischen arbeiten
Schnell wurde der Taufkirchern Pfarrsaal zu klein für die Mengen von Hilfsgütern. © Birgit Lang

Der 12-jährige Fabian Pyrkosch wuchtete mit Vater Robert Kartons vom Pfarrsaal mit Sackkarren zu den Auflegern. „Den Menschen in der Ukraine geht es schlecht und sie können nichts dafür. Man muss ihnen helfen und das macht ja Spaß. Wir helfen zusammen“, erklärte Fabian.

Für Gemeinderat Michael Lechner (46) aus Wambach war es „selbstverständlich“ zu helfen. „Ohne Briefing“ hätten all die „Nicht-Logistiker“ ihr Bestes gegeben und es habe Spaß gemacht, fand er. Auch Bürgermeister Stefan Haberl krempelte die Ärmel hoch und half mit. Für die Bewirtung sorgten Pfarrgemeinderätinnen und zehn Kuchenbäckerinnen.

Noch dringend benötigt werden:

Bis Mittwoch können noch Verbandsmaterial, Wundsalben, Schmerzmittel, Detinox für Babys, Taschentücher und Fertigsuppen im Pfarrzentrum am Paulusweg 2, Taufkirchen abgegeben werden.til

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